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Elmshorner Nachrichten

14. Dezember 2017 | 22:04 Uhr

Marode Brücken : Millionenkosten für Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sieben Holzübergänge und Steganlage im Steindammpark müssen erneuert werden. Knapp zwei Millionen Euro Gesamtkosten.

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Als hätte Elmshorn nicht schon genug Probleme –  jetzt rotten auch noch etliche Brücken weg und müssen dringend ersetzt werden. Knapp zwei Millionen Euro wird die Stadt in den nächsten Jahren in die morschen Holzbauwerke investieren müssen. Betroffen neben sieben Fußgängerbrücken ist auch die Steganlage auf dem See im Steindammpark. Sie soll nach den Plänen  der Stadtverwaltung sogar noch dieses Jahr weggerissen werden. Ein Ersatzbau wäre dann erst für 2017 vorgesehen.

„Holzbrücken haben nun mal nach etwa 30 Jahren ihr Lebensalter erreicht – dann muss man da ran“, sagt Petra Langefeld, Leiterin des zuständigen Flächenmanagements der Stadt. Die Schäden seien so groß, dass eine Sanierung wirtschaftlich keinen  Sinn machen würde. Betroffen sind vier Brücken im Steindammpark, eine im Verlauf des Krückauwanderweges, die Brücke Am Fischteich und das Bauwerk über die Bahngleise in Hainholz. Ersetzt werden sollen sie nach und nach bis 2018 durch Metallkonstruktionen. Die Politik hat den Plänen noch nicht zugestimmt. Die Mitglieder des Ausschusses für kommunale Dienstleister wollen prüfen, ob insbesondere im Steindammpark wirklich alle Brücken benötigt werden oder sich dort Geld sparen ließe.

Die Brücken im Liether Wald und im Gerlingweg sind längst Geschichte. Sie wurden in den vergangenen Monaten bereits plattgemacht. An einen Neubau wird derzeit nicht gedacht. Zu klamm ist die Haushaltslage Elmshorns. Jetzt kommt es für die Stadt aber ganz dicke: Bei der Überprüfung von Holzbauwerken im Stadtgebiet wurde deutlich, dass etliche Anlagen baufällig sind und ersetzt werden müssen. Das betrifft sieben Fußgängerbrücken sowie die Steganlage am See im Steindammpark.

Die Steganlage am See im Steindammpark ist marode. Ob sie ersetzt wird, ist noch ungewiss. Die Politiker denken auch über Alternativen nach. (Foto: Grützmacher)
Die Steganlage am See im Steindammpark ist marode. Ob sie ersetzt wird, ist noch ungewiss. Die Politiker denken auch über Alternativen nach. (Foto: Grützmacher)
 

„An all diesen Bauwerken gibt es größere und kleinere Schäden, die in ihrer Gesamtheit eine Sanierung unter Berücksichtigung der danach noch zu erwartenden Restlebensdauer nicht wirtschaftlich erscheinen lassen“, heißt es in einer Ausarbeitung der Verwaltung, die dem Ausschuss für kommunale Dienstleister vorgelegt wurde. Die übliche Lebensdauer hätten die sieben Brücken und der Steg erreicht. Bei allen handele es sich um Hartholzkonstruktionen, die etwa 30 Jahre alt sind.

Der Ersatz der Brücken durch Aluminium- oder Stahlkonstruktionen und der Steganlage wird laut Berechnungen der Stadt fast zwei Millionen Euro kosten. Damit diese nicht auf einmal auf Elmshorn zukommen, hat die Verwaltung eine Prioritätenliste erstellt. Je nach Dringlichkeit sollen sämtliche Bauwerke bis 2018 ersetzt werden. Start muss nach Ansicht der Verwaltung schon in diesem Jahr sein – zumindest mit kleineren Instandsetzungsmaßnahmen, damit die Brücken die nächsten Jahre bis zum Austausch noch überstehen.

Adam Sikorra vom Betriebshof reinigt mit Hilfe des 2000 Liter Wasser fassenden kleinen „Stadt-Tankers“ unter Hochdruck die Brücken im Steindammpark, damit die Schäden besser zu sehen sind. (Foto: C. Petersen)
Adam Sikorra vom Betriebshof reinigt mit Hilfe des 2000 Liter Wasser fassenden kleinen „Stadt-Tankers“ unter Hochdruck die Brücken im Steindammpark, damit die Schäden besser zu sehen sind. (Foto: C. Petersen)
 

Betroffen sind neben dem Steg vier weitere Brücken im Steindammpark, eine Brücke im Verlauf des Krückauwanderweges, die Brücke Am Fischteich sowie die Brücke über die Bahn in Hainholz (Am Fliederbusch).

Für die Steganlage empfiehlt die Verwaltung wegen der großen Schäden den Rückbau schon für dieses Jahr. Allein das wird 16.500 Euro kosten. Eine mögliche neue Stahl-Verbundkonstruktion wäre für 2017 geplant. Kosten: 238.000 Euro. Außerdem sollen zwei Brücken im Steindammpark und die Brücke am Krückauwanderweg noch dieses Jahr ausgebessert werden. Sämtliche Bauwerke im Steindammpark sollen dann 2017 durch Aluminiumbauten ersetzt werden, Gesamtkosten: 492.000 Euro. Im selben Jahr soll auch die größte Konstruktion ersetzt werden, die Fußgängerbrücke über die Bahngleise in Hainholz. Die Erneuerung als Stahlbrücke wird samt Planung etwa 720.000 Euro kosten. Bereits 2016 soll die Brücke am Krückauwanderweg für knapp 47.000 Euro ersetzt werden. Als letztes ist die Brücke Am Fischteich vorgesehen. Der Neubau soll 2018 erfolgen, Kosten: 276.000 Euro.

Die Brücke über die Bahn in Hainholz: Die Holzkonstruktion soll im Jahr 2017 abgerissen werden und durch eine Stahlbrücke ersetzt werden. (Foto: C. Petersen)
Die Brücke über die Bahn in Hainholz: Die Holzkonstruktion soll im Jahr 2017 abgerissen werden und durch eine Stahlbrücke ersetzt werden. (Foto: C. Petersen)
 

Angesichts der immensen Investition wurde im Ausschuss diskutiert, wie man sparen könnte. Müssten wirklich alle Brücken ersetzt werden, oder könnten insbesondere im Steindammpark eventuell einzelne Bauwerke ohne Neubau einfach abgerissen werden, ohne dass der Park an Attraktivität verliere? Vor allem auch die Steganlage sorgte für Gesprächsstoff. Dort erhoffen sich die Politiker vielleicht eine günstigere Lösung, womöglich durch schwimmende Pontons oder eine schlichte Liegewiese statt Steganlage. Einig waren sich die Politiker aber darin, dass der Bereich rund um den See einen hohen Freizeitwert habe und er deshalb attraktiv bleiben müsse. Edgar Konetzny (CDU) regte an, noch zu warten. 2016/2017 solle es ein entsprechendes Förderprogramm des Bundes geben, wovon Elmshorn profitieren könnte.

Um sich einen besseren Überblick über die Situation zu verschaffen, verständigten sich die Ausschussmitglieder darauf, die Bauwerke in Augenschein zu nehmen. Bei der nächsten Sitzung sind Ortstermine geplant, um die Lage besser einschätzen und dann eine Entscheidung treffen zu können.

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