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Aus Elsmhorn bis nach Südafrike : Millioneninvestitionen: Köllnflockenwerke auf Erfolgskurs

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Produktivität in Elmshorn soll ausgebaut werden. Steigende Umsatzzahlen. Landrat Oliver Stolz besichtigte Betrieb. Haferflocken aus Elmshorn gibt es mittlerweile auch in Südafrika. 36 Auszubildende.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Den Köllnflockenwerken geht es gut. Richtig gut sogar. Die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens ist nicht nur ungebrochen groß. Sie steigt sogar an. Und das lässt auch den Umsatz nach oben schnellen. 97,7  Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr. 3,3  Millionen mehr als 2013, berichtete Firmenchef Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann zufrieden. Und damit das Unternehmen weiterhin erfolgreich bleibt, soll investiert werden. Geplant ist ein Ausbau der Produktion, die „Ertüchtigung der gesamten Produktions-Linie“, wie Driftmann sagte. Die Möglichkeiten seien auf dem Werkgelände begrenzt, räumte er ein. Deshalb werde der Parkplatz auf dem Firmengelände „keinen Ewigkeitswert haben“. Im kommenden Jahr soll mit den Investitionen begonnen werden. Wie viel Geld die Firma in die Hand nehmen wird, könne er noch nicht sagen, so Driftmann. Es werde aber „ein zweistelliger Millionenbetrag“ sein.

Landrat Oliver Stolz isst morgens gern mal Haferflocken von den Köllnflockenwerken. Seine Kinder bevorzugen Müsli aus dem Elmshorner Unternehmen. Seit gestern hat Stolz einen guten Einblick, wie das, was bei ihm auf den Frühstückstisch kommt, hergestellt wird. Er wurde von Firmenchef Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann sowie Dr. Stefan Geiser von der Kölln-Geschäftsführung durch den Betrieb geführt.

Nach wie vor ist das Unternehmen im Familienbesitz. In sechster Generation wird es von Driftmann als persönlich haftendem Gesellschafter geführt. Und der kann sich über ein sehr erfolgreiches Jahr 2014 freuen. 97,7 Millionen Euro betrug der Umsatz. Das, so der Firmenchef, liege allerdings auch an Zukäufen.

Einen großen Teil des Umsatzes wird mit dem Klassiker gemacht: Köllnflocken. Die Haferflocken in der blauen Verpackung, „erleben eine Renaissance, mit der keiner gerechnet hatte“, sagte Driftmann erfreut. 53.000 Tonnen Hafer werden bei Kölln jährlich verarbeitet. Auch Müsli, von denen das Unternehmen immer wieder neue Variationen auf den Markt bringt, „gehen sehr gut“, vor allem wenn Schokolade im Spiel ist. „Schokomüsli läuft immer“, so die Erfahrung des Unternehmers. Das erste Schokomüsli brachte Kölln 1979 auf den Markt. Insgesamt, so hat Driftmann festgestellt, gebe es derzeit auch „einen Trend zu Qualität“.

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„Die Haferflocken erleben eine
Renaissance, mit der keiner gerechnet hatte.“

Hans Heinrich Driftmann
Köllnflocken-Chef
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Speiseöle, Haferkleie-Artikel, Kekse und andere Produkte des Elmshorner Unternehmens erfreuen sich ebenfalls großer Nachfrage. Und das nicht nur in Deutschland. Denn Exporte seien unbedingt notwendig, um die guten Umsätze zu erzielen, sagt Driftmann. In vielen Ländern Europas ohnehin, aber auch in China, Thailand, Indonesien, den USA und neuerdings auch in Südamerika sowie im südlichen Afrika stehen Produkte des Elmshorner Flocken- und Müsliproduzenten in den Regalen der Supermärkte.

349 Mitarbeiter sind allein am Standort Elmshorn dafür zuständig, dass die Menschen versorgt werden. 36 davon sind Auszubildende. Manche hatten zuvor ein Studium begonnen, dieses dann aber abgebrochen. „Die nehmen wir gern. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht. Das sind nicht die Schlechtesten“, so Driftmann und Geiser. „Man kann auch ohne akademische Ausbildung gutes Geld verdienen und einen interessanten Beruf erlernen“, sagt der Firmenchef.

Die Ausbildungsmöglichkeiten in dem Elmshorner Unternehmen, dessen Ursprung 1795 der Erwerb einer pferdegetriebenen Grützmühle war, sind groß. Unter anderen arbeiten dort Mechatroniker, Betriebswirte, Verfahrenstechnologen, Fachkräfre für Lebensmitteltechik sowie Fachkräfte für Lagerwirtschaft.

Langsam wird es eng

Und das Werk soll weiter ausgebaut werden. Obwohl es langsam eng wird. „Die Möglichkeiten sind begrenzt“, stellte Geiser fest. Deshalb wird der Parkplatz auf dem Firmengelände wohl weichen müssen. Auch bei der Anschaffung von Maschinen werde darauf geachtet, dass Platz gespart werden müsse. Einen zweistelligen Millionenbetrag will Driftmann in den Ausbau der Köllnflockenwerke investieren. Nächstes Jahr soll es losgehen.

Ein zentraler Bereich des Unternehmens ist die Verpackungshalle, die 1986 gebaut wurde. Es entstand ein vollautomatisches Hochregallager. „Das war eine enorme Investition, die für uns aber sehr wichtig war“, so Geiser. Dort werden unter anderem die verschiedenen Produkte auslieferungsfertig gemacht. Per Doppelstockpaletten werden sie dann an die Kunden geliefert, den Lebensmitteleinzelhandel. Außer Köllnflocken und Müsli gibt es Hafersnacks, Speisefette, Haferdrinks und Speiseöle bei Märkten wie Rewe, Edeka, Lidl und Famila zu kaufen. Seit 2004 gehören unter anderem die Marken Biskin, Palmin und Livio zum Sortiment des Elmshorner Unternehmens, seit 2014 auch die Marke Mazola. Stolz war beeindruckt: „An Ihnen kommt wirklich keiner vorbei.“ Nicht mal der Landrat beim Frühstück

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