zur Navigation springen

Elmshorn : Millionen-Verlust bei den Stadtwerken

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

So kann man sich irren: Eigentlich rechneten die Verantwortlichen mit einem ordentlichen Gewinn. Jetzt müssen sie ein Minus vor die Zahl setzen.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 16:00 Uhr

Die Stadtwerke Elmshorn haben offenbar schwer mit den Widrigkeiten des Energiemarktes zu kämpfen. Wie jetzt bekannt wurde, weist das Geschäftsergebnis für das Jahr 2012 einen Fehlbetrag von 1,8 Millionen Euro aus. Geplant war ein Gewinn in etwa gleicher Höhe. Stadtwerkechef Sören Schuhknecht, der erst seit Jahresbeginn an der Spitze des kommunalen Unternehmens steht, sucht nach Wegen, um sein Schiff aus dem schweren Fahrwasser zu manövrieren.

Doch das scheint nicht so einfach zu sein. Denn auch für 2013 sieht die Ertragsprognose düster aus. Statt wie geplant eine Million Gewinn wird Ende Dezember wohl maximal nur eine schwarze Null erreicht werden. „Das habe ich in meinem 35-jährigen Einsatz als Dezernent und Aussschussmitglied noch nicht erlebt“, sagte Sigfried Golz (CDU) nach der Präsentation der Zahlen im Stadtwerkeausschuss. Eine ungewohnte Situation, mit der Politik und Verwaltung nun umgehen müssen.

Eine Suche nach Schuldigen sei jedoch nicht zielführend, man wolle vielmehr in Zukunft gemachte Fehler vermeiden, sagt Werkleiter Schuhknecht. Er versucht zu erklären: „Das Ergebnis ist nicht von heute auf morgen entstanden.“ Es seien langjährige Prozesse gewesen, die sich in 2012 realisiert hätten. Diese „Dramatik“ habe man im Unternehmen die Jahre zuvor wohl nicht rechtzeitig erkannt.

Als Gründe für den Fehlbetrag führt Schuhknecht eine Mehrbelastung beim Einkauf von Strom und Gas sowie eine mangelhafte Datenbasis im eigenen Kundenstamm auf. Vor allem diese Daten hätten dazu geführt, dass man im Vorwege falsch eingekauft und Verbrauche falsch kalkuliert habe. An allen Baustellen arbeite man aktuell. „Damit dieses Ergebnis nicht noch einmal auftritt“, so Schuhknecht. Aus 1,5 Millionen Gewinn wurden so 1,8 Millionen Verlust in 2012. Eine Differenz von Minus 3,3 Millionen.

Trotz mieser Zahlen hat die Stadt in Erwartung eines positiven Abschlusses im Vorwege eine Auszahlung von 1,1 Millionen erhalten. Golz: „Für 2013 wurde eine vorzeitige Gewinnausschüttung gestoppt. Auch in Zukunft wird vorab nichts mehr ausgezahlt werden.“ Seite 3

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen