Pfarrer Stefan Langer im Interview : "Menschen genießen seine Nähe"

Pfarrer Stefan Langer ist zufrieden mit dem neuen Papst.  Foto: joa
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Pfarrer Stefan Langer ist zufrieden mit dem neuen Papst. Foto: joa

Elmshorner Pfarrer Stefan Langer spricht im Interview über den Start des neuen Papstes Franziskus.

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09. April 2013, 08:25 Uhr

Elmshorn | In einem sind sich alle einig. Der neue Papst Franziskus ist so ganz anders als sein Vorgänger Benedikt XVI. Sind aber von dem ersten südamerikanischen Kirchenoberhaupt in den kommenden Jahren grundlegende Reformen zu erwarten? Im Interview erläutert Stefan Langer, Pfarrer der katholischen St.-Mariae-Himmelfahrt-Gemeinde in Elmshorn, was er sich von Franziskus erhofft. Langer ist nicht nur für Elmshorn zuständig. Er kümmert sich auch um Katholiken in Barmstedt, Pinneberg und Halstenbek.

Sind Sie mit den ersten Auftritten des neuen Papstes zufrieden?

Stefan Langer: Ich bin sehr zufrieden. Er macht einen sehr sympathischen Eindruck, ist den Menschen zugewandt und genießt es, bei ihnen zu sein. Das finde ich sehr positiv.

Was hat Sie besonders beeindruckt?

Dass er bei den Audienzen auch vor- und nachher noch Gespräche führt und auch mal einen Scherz macht. Er wirkt sehr fröhlich und die Menschen genießen es offenbar, in seiner Nähe zu sein.

Gibt es etwas, dass Ihnen nicht gefallen hat?

Da fällt mir eigentlich nichts ein - außer vielleicht, dass er nicht singen kann.

Was erwarten Sie sich denn vom neuen Papst?

In kleinen Dingen hat Franziskus schon Zeichen gesetzt. Ich bin gespannt, ob er nun auch die notwendigen Reformen angeht. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass die einzelnen Bischofskonferenzen mehr Kompetenzen erhalten und die Abstimmung mit Rom nicht mehr so eng sein muss wie bisher. Wenn Entscheidungen vor Ort getroffen werden, sind auch Unterschiede in den einzelnen Teilkirchen auf der Welt möglich.

Was wird sich denn für die deutschen Katholiken ändern?

Das ist schwer zu sagen. Erst einmal vermutlich nichts. Um darüber etwas sagen zu können, muss man abwarten, welche Schwerpunkte Franziskus in seinem Pontifikat setzt.

Wird sich die Kirche generell durch Franziskus verändern?

Die Einfachheit und Schlichtheit werden sicherlich eine große Rolle spielen. Ich glaube, dass Franziskus sehr viel Wert darauf legen wird, auch die Menschen am Rand mitzunehmen. Das spielte bisher keine so große Rolle.

Glauben Sie, dass auch Themen wie das Zölibat und die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche angegangen werden?

Das steht sicher nicht als erstes auf der Tagesordnung. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der neue Papst die theologische Debatte wieder eröffnet und diese Themen angesprochen werden. Inwieweit die Ökumene eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Schließlich kommt der Papst aus Argentinien, das ein rein katholisches Land ist. Gegenüber der griechisch-orthodoxen Kirche hat Franziskus allerdings schon bei seiner Einführung Zeichen gesetzt. Dass der Patriarch aus Konstantinopel bei der Einführung des Papstes dabei ist, hat es meines Wissens nach bisher noch nicht gegeben.

Glauben Sie, dass Probleme wie der Missbrauchsskandal in Zukunft offen siver angegangen werden?

Eine der grundlegenden Reformen, die anstehen, ist der Generationswechsel in der Kurie. Das wird sicher auch zu einem Kulturwechsel mit mehr Offenheit führen.

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