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Landgericht Itzehoe : Prozess: Tote Elmshornerin lag zwölf Tage in der Wohnung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In Itzehoe steht ein 48-Jähriger vor Gericht. Er soll seine Freundin mit einem Küchenmesser angegriffen haben.

Itzehoe/Elmshorn | Ein 48-jähriger Uetersener muss sich seit Freitag wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Itzehoe verantworten. Staatsanwältin Maxi Wantzen warf dem Angeklagten vor, in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni dieses Jahres eine 51-jährige Elmshornerin in der gemeinsamen Wohnung mit einem etwa 20 Zentimeter langen Küchenmesser angegriffen zu haben.  Die Frau erlitt dabei innere Blutungen und starb. Ihre Leiche wurde erst zwölf Tage nach der Tat von der Polizei gefunden.

Der Angeklagte berichtete vom Kennenlernen während eines Alkoholentzugs im Klinikum Elmshorn und heftigen Streitigkeiten im Rausch. „Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch und mag keinen Streit“, sagte der Angeklagte. Am Tattag habe das Opfer nach dem Konsum von zwei Flaschen Korn laut der polizeilichen Vernehmung Sex gewollt, während der mutmaßliche Täter schlafen wollte. „Muss ich darüber reden? Das will ich nicht“, sagte der Angeklagte.

Er berichtete, dass die Frau ihn aus der Wohnung werfen wollte und er sie hinderte, ein Notebook und einen Fernseher zu zerstören. Daraufhin habe die Frau ihn mit einem Küchenmesser bedroht und durch die Wohnung gejagt. Dann habe sie sich absichtlich selbst in den Bauch gestochen.

„Das war das erste Mal, dass sie sich sowas angetan hat“, sagte der Angeklagte und ergänzte: „Ich wollte mir die Verletzung ansehen und einen Verband anlegen, aber sie hat mich weggestoßen.“ Sie habe ihm verboten, einen Krankenwagen zu rufen. Als die verletzte Frau schlafen ging, habe er die Wohnung verlassen, um eine Prepaidkarte für sein Handy zu kaufen. Laut eigener Aussage verständigte er den Notarzt, was die Staatsanwältin bestätigte. Allerdings standen die Rettungskräfte vor verschlossenen Türen. „Die Klingel hat nie gut funktioniert“, sagte der Angeklagte.

Unter Tränen berichtete er, dass er seine Freundin am Morgen tot aufgefunden habe. Statt die Polizei einzuschalten, flüchtete sich der Mann in den Alkohol. „Ich wollte es ihrer Tochter selbst erzählen, hatte aber nicht den Mut. Ich habe so viel getrunken wie noch nie in meinem Leben.“

Zwölf Tage nach der Tat wurde er ins Elmshorner Klinikum eingeliefert. Dort soll er zwei Krankenschwestern gestanden haben, seine Freundin erstochen zu haben. Diese schalteten die Polizei ein, die die Tote fand. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.

 

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erstellt am 12.Dez.2015 | 17:28 Uhr

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