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Polizei warnt : Bettel-Betrüger in Elmshorn und Wedel

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Betteln ist in Deutschland nicht verboten. An einigen Orten sind derzeit jedoch wieder aggressive Bettler unterwegs, die Straftaten verübt haben.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 15:25 Uhr

Elmshorn/Wedel | Sie täuschen eine körperliche Behinderung vor oder erregen Mitleid mit schockierenden Fotos. Dann bedrängen sie ihre möglichen Opfer: Betrügerische Bettler sind in Elmshorn und Wedel unterwegs, warnt die Polizei „und möchte zu diesem Phänomen aufklären und sensibilisieren“, sagt Sprecherin Sandra Mohr.

Spendensammeln und Betteln sind nicht verboten. Anders ist es, wenn falsche Tatsachen vorgetäuscht oder mögliche Spender bedrängt werden, sagt Mohr. In den aktuell bekannten Fällen im Elmshorner Stadtgebiet täuschen einige Männer eine körperliche Behinderung vor. „Sie gehen teils auf Krücken oder sitzen sogar im Rollstuhl, um mit den vorgegebenen Behinderungen das Mitleid der Spendengeber zu erregen.“ Frauen treten meist in kleinen Gruppen und häufig mit Kindern auf. Sie geben vor, taubstumm zu sein. Auf kleinen Kärtchen bitten sie um Geld. In Wedel gaben sie im Februar vor, für ein von der EU gefördertes Behandlungszentrum zur therapeutischen Betreuung Taubstummer zu sammeln. Dieser Zweck wird auch jetzt beim Betteln in Elmshorn angegeben, so Mohr.

Auch beliebt: das Vortäuschen einer unverschuldeten Notlage nach Naturkatastrophen (Hochwasser oder Ähnliches). Mohr: „Auch hier werden Kärtchen mit Bildern gezeigt.“ Teilweise würden auch Neugeborene gezeigt, die Missbildungen wie offene Rücken oder zwei Köpfe aufweisen. „Der schockierte Betrachter wird um eine Spende für die ärztliche Behandlung dieser Kinder gebeten.“

Das Gefährliche bei diesen Bettlern laut Polizeisprecherin Mohr: Manchmal bestehlen sie die Geldgeber während der Spende. „Die hergestellte körperliche Nähe ermöglicht es, Geldbörsen, Handys oder andere Wertgegenstände aus Handtaschen zu entwenden. Der Diebstahl wird oft erst viel später oder überhaupt nicht bemerkt.“ Wenn er doch direkt bemerkt wird, streiten die ertappten Täter vehement und lautstark alles ab und suchen schnellstmöglich das Weite. Die Ordnungshüter sind laut Mohr nicht untätig: „Die Elmshorner Polizei hat bereits wiederholt rumänische Tatverdächtige vorläufig festnehmen können. Stets sind Strafverfahren eingeleitet worden.“ Doch die konnten die Trickbetrüger bislang nicht aufhalten. „Es sind auffällig viele kreative Bettler unterwegs. Wir brauchen aufmerksame Bürger, die wissen, was dahinterstecken kann, sich nicht blenden lassen und sich kein falsches Mitleid einreden lassen“, sagt die Polizeisprecherin und ermutigt dazu, auffällige Personen über den Notruf 110 zu melden.

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