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Elmshorner Nachrichten

25. November 2017 | 03:11 Uhr

Neues Konzept : Mehr Schutz für das Kreishaus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Mitarbeiter dürfen jetzt Hausverbote aussprechen. Außerdem gibt es externe Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 14:00 Uhr

Elmshorn | Es waren beunruhigende Szenen: Vor dem Kreishaus in Elmshorn stand ein Polizeifahrzeug. Im Gebäude sorgte ein Sicherheitsdienst dafür, dass die Mitarbeiter der Verwaltung ungeschoren blieben. Der Kreistag tagte unter Polizeischutz. Der Grund: Ein Waffennarr, dem auf Anordnung der Kreisverwaltung die Waffen abgenommen worden waren, hatte für Unruhe gesorgt. Der Landrat war in Sorge um seine Mitarbeiter. Wenige Monate zuvor war es ein herrenloser Koffer vor dem Kreishaus gewesen, der einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes nötig machte. Nun will die Kreisverwaltung Konsequenzen ziehen. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen ausgeweitet werden.

„Die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter hat für die Kreisverwaltung schon immer höchste Priorität“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Da es laut Verwaltung zudem auch zu Angriffen auf Mitarbeiter gekommen ist, wurde nun in Zusammenarbeit mit einem Experten der Polizei ein Sicherheitskonzept erstellt. Der Empfangstresen im Eingangsbereich wird erhöht. Nach Erfahrungen der Verwaltung hat sich gezeigt, dass der Tresen „oftmals nicht ausreicht, um übergriffige Kunden/-innen abzuwehren“, wie es in der Vorlage für den Hauptausschuss des Kreistags heißt.

Die Tür im Haupteingang des Kreishauses wird so hergerichtet, dass sie künftig nach Dienstschluss oder nach dem Ende von Sitzungen und Veranstaltungen automatisch und sicher verriegelt. Das ist bislang nicht der Fall. Außerdem soll der Nebeneingang zum Kreishauskomplex so umgestaltet werden, dass er von außen nicht als Eingang erkennbar ist. Bereits jetzt ist dieser Eingang nur ein Personaleingang. Doch er wird nach Erfahrung der Verwaltung regelmäßig von Kunden benutzt. Und das bedeutet „unkontrollierte Zugangsmöglichkeiten ins Gebäude“. Hier soll ein Riegel vorgeschoben werden.

Die Kreisverwaltung will darüber hinaus eine Hausordnung erstellen, aus der klar hervorgeht, dass der Landrat das Hausrecht auf die Mitarbeiter delegiert hat, damit diese in Notfallsituationen handeln können. Konkret bedeutet das laut Carstens: „Die Mitarbeiter sind ermächtigt, mündliche Hausverbote auszusprechen.“ Zudem will sich die Verwaltung externe Hilfe holen. Allerdings keinen Sicherheitsdienst, wie Carstens sagte: „Es ist aber beabsichtigt, zum Schutz der Kunden und Beschäftigten im Eingangsbereich, aber auch zur Besucherlenkung und Betreuung von Publikum eine entsprechend ausgebildete personelle Unterstützung zu etablieren, die in Gefährdungssituationen in der Lage ist, aktiv in das Geschehen einzugreifen.“

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