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Elmshorner Nachrichten

12. Dezember 2017 | 07:28 Uhr

Mehr Koordinatorin als Chefin

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kerstin Frings-Kippenberg (SPD) als neue Kölln-Reisieker Bürgermeisterin vereidigt / Nachwuchsgewinnung als Schwerpunkt

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Sie lacht oft und gern – und sie duzt, im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Karin Röder – auch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Schley. Das war auffällig, als Kerstin Frings-Kippenberg am Donnerstagabend gegen 20.20 Uhr die Leitung der Gemeinderatssitzung in Kölln-Reisiek übernahm. Kurz zuvor war die 51 Jahre alte Sozialdemokratin mit den elf Stimmen der SPD zur neuen Bürgermeisterin der 3100-Einwohner-Gemeinde gewählt worden; die sechs CDU-Vertreter im Rat hatten sich enthalten. Das gleiche Abstimmungsergebnis gab es anschließend auch bei der Wahl von Dorit Wilstermann-Fischer (SPD) zur 2. stellvertretenden Bürgermeisterin.

„Ich freue mich auf mein Amt und werde das Beste für unsere Gemeinde geben“, versprach Frings-Kippenberg nach ihrer Vereidigung. Im Gespräch mit dieser Zeitung versuchte sie, allzu hohen Erwartungen vorzubeugen. „Wenn ich den Laden so am laufen halte wie unter Karin, bin ich schon mal froh“, sagte sie. Daraus spricht das Selbstverständnis, das die verheiratete Mutter von zwei Kindern von ihrer neuen Aufgabe hat. Sie sehe sich nicht als Chefin, sondern mehr als Koordinatorin, welche die Fäden in den Händen hält. „Ein Bürgermeister kann nur so gut sein, wie das Team, das ihn begleitet“, so Frings-Kippenberg, die nach der Kommunalwahl 2008 erstmals ins Ortsparlament eingezogen war.

Trotz ihrer 51 Jahre gehört sie zu den jüngeren der 17 Abgeordneten. Politischen Nachwuchs, unabhängig vom Parteibuch, zu gewinnen, bezeichnet sie als eine der größten Aufgaben, die vor ihr liegen.

Wie wichtig Teamarbeit ist, hat die Diplom-Kauffrau in den vergangenen Monaten gemerkt. Seitdem seit Mai vergangenen Jahres auch in Kölln-Reisiek vermehrt Flüchtlinge untergebracht werden, koordiniert sie einen großen Kreis ehrenamtlicher Helfer. Allein im E-Mail-Verteiler sind rund 100 Adressen registriert. Darüber werden Spenden und Unterstützer für die Neuankömmlinge akquiriert. Ferner bietet ein zehnköpfiges Team dienstags und donnerstags Deutschunterricht für die Flüchtlinge an, was gut angenommen wird. „Da hat sich eine tolle Gruppe aufgebaut. Es ist unglaublich, was für tolle Menschen ich dadurch kennengelernt habe“, so Frings-Kippenberg.

Ein wenig passt dieses Engagement auch zu ihrem Beruf. Die ausgebildete Industriekauffrau, die anschließend noch Betriebswirtschaftslehre studiert hat, hat nach dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben bei der Wirtschaftsakademie in der Berufsbegleitung begonnen. Dort unterstützt sie in Moorrege Hauptschüler beim Übergang ins Berufsleben – vergangenes Jahr mit schönem Erfolg: Neun von zehn ihrer Schützlinge haben einen Ausbildungsplatz gefunden, berichtet sie nicht ohne Stolz. „Der Job ist zwischen Sozialpädagoge, Psychologe und Nachhilfelehrer angesiedelt“, versucht sich Frings-Kippenberg an einer Berufsbeschreibung.

Als Bürgermeisterin dürften ihr die dort gewonnenen Erkenntnisse durchaus hilfreich sein. Praktischer Nebeneffekt: „Ich kann mir meine Zeit relativ frei einteilen.“ Denn im neuen Amt werden einige Termine mehr als bisher ihren Kalender füllen. Dazu gehört besonders auch die Bürgermeistersprechstunde, die jeden Donnerstag von 18.45 bis 19.45 Uhr im Gemeindezentrum am Sandfohrt stattfindet.

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