zur Navigation springen

Rantzau-Münsterdorf : Mehr Kirchen sollen fusionieren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kirchenkreis empfiehlt Gemeinden zu verschmelzen und Immobilien zu verkaufen, um sich für die Zukunft aufzustellen. Denn nicht nur bei der klammen Elmshorner St.-Nikolai-Gemeinde gebe es laut Probst Thomas Bergemann finanzielle Probleme.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 15:08 Uhr

Propst Thomas Bergemann geht davon aus, dass es im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf zu weiteren Fusionen zwischen Kirchengemeinden kommt. Im Hinblick auf die Finanzen im Kirchenkreis für das Jahr 2014 sagte Bergemann jetzt, dass es neben der extrem klammen Elmshorner Gemeinde St. Nikolai einige Kirchen gibt, die wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. „Es gibt einige Kirchen in dieser Größe, die nicht überlebensfähig sind.“ Diese seien auf Solidarhilfen angewiesen. „Da müssen wir perspektivisch etwas machen“, so Bergemann.

St. Nikolai sei allerdings in einer besonders schwierigen Situation. „Es gibt kaum eine Innenstadtgemeinde, die so klein ist wie diese.“ Vergleichbare Gemeinden seien doppelt so groß. „St. Nikolai übt den Dienst für die ganze Stadt aus, hat aber, da sie nicht in einem Wohngebiet liegt, relativ wenig Mitglieder.“ Dazu kommen laut Bergemann die „baulichen Werke“, für die die Gemeinde die Kosten zu tragen hat. Das sei auch ein Problem anderer Kirchen. „Wenn eine Gemeinde klein ist und gleichzeitig viele Gebäude hat, gibt es Schwierigkeiten.“ Die derzeitige Sanierung der Nikolaikirche kann die Gemeinde nicht mittragen.

In Elmshorn gibt es Erfahrungen mit Kirchenfusionen

Die Lösung für diese Kirchen seien der Verkauf von Gebäuden und die Fusion mit anderen Gemeinden. Als Anreiz für eine Verschmelzung, verspricht der Kirchenkreis mit einer Art „Hochzeitsprämie“ die Kosten für die Fusion zu tragen.

In Elmshorn haben Kirchengemeinden bereits Erfahrungen mit Fusionen gemacht. Im Jahr 2006 schlossen sich die St. Ansgar- und die Lutherkirchengemeinde zur Friedenskirchengemeinde zusammen. Zwei Kirchen im Süden Elmshorns, die sich laut Pastor Burkhard Friedrich seit ihrer Gründung völlig unterschiedlich entwickelt hatten. Gerade auf Seiten der konservativen St. Ansgar-Gemeinde habe es hinsichtlich der damals bevorstehenden Fusion massiven Widerstand und Pöbeleien gegeben. „Das hat dann aber irgendwann aufgehört“, so Pastor Friedrich. Heute spüre Friedrich nur noch sehr selten, die beiden Lager innerhalb der Gemeinde. Durch die Fusion hätten die Gemeinden gewonnen, die finanzielle Unterstützung durch den Kirchenkreis sei dabei jedoch unwesentlich gewesen.

"Es fehlt an Geld und Menschen"

Vergleichsweise jung ist die Zusammenlegung der Thomaskirche mit der Stiftskirchengemeinde. Seit dem 1. Januar bilden die beiden die Emmausgemeinde. Kirchengemeinderat Friedrich Mönkehaus sieht die Entwicklung der Gemeinde seitdem „sicherlich positiv“.

Einzeln seien die Kirchen zu klein geworden. „Es fehlt an Geld und an Menschen.“ Lange vor der Fusion sei beispielsweise der Konfirmandenunterricht in der Stiftskirche nicht mehr möglich gewesen. Mit ihren beiden unterschiedlichen Schwerpunkten könne man nun innerhalb der Emmausgemeinde breiter arbeiten. Allerdings: Die finanzielle Situation habe sich durch die Fusion nicht verbessert. Überlegungen, sich von Immobilien zu trennen, bestätigte Mönkehaus. „Das ist im Gespräch. Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen.“ Zur Diskussion stehen das Pastorat an der Karlsbader Straße und das Gebäude an der Fritz-Reuter-Straße, dieses ist derzeit ohnehin an den Kirchenkreis vermietet. Eine Notlösung für die sanierungsbedürftige Thomaskirche, von deren Turm bereits Steine herunterfielen, wurde gerade genehmigt. Der Turm wird laut Mönkehaus in den kommenden Wochen für 6500 Euro notsaniert. „Dann hält das erstmal für zwei Jahre.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen