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Insolvente Baumarktkette : Max-Bahr-Immobilie verkauft

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Unternehmensgründer kauft Immobilie an der Westerstraße - die Zukunft des zweiten Elmshorner Standorts ist indes ungewiss

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Überraschende Entwicklung bei der insolventen Baumarkt-Kette Max Bahr. Unternehmensgründer Peter Möhrle hat die Immobilie an der Westerstraße erworben. Er war nicht der einzige Interessent. Auch die Köllnflockenwerke hatten nach Informationen unserer Zeitung großes Interesse an der Immobilie. Den Zuschlag bekam jedoch Möhrle.

Ende Januar wird die Filiale geschlossen. Max Bahr ist insolvent. Doch einen Leerstand wie bei anderen Einzelhandels-Immobilien in Elmshorn wird es nicht geben. Die Zukunft des Gebäudes scheint gesichert. Er habe das Geschäft zwar abgewickelt. Erwerber sei aber sein Vater Peter, sagte Dirk  Möhrle  unserer  Zeitung. Peter Möhrle hatte die Holzhandlung Max Bahr zu einer Baumarkt-Kette umgewandelt und 1963 die erste Filiale in Hamburg eröffnet. Seit 2007 gehörte das Unternehmen der Praktiker-Gruppe.

Der Grund für den Kauf: Sein Vater habe eine enge Beziehung zu der Immobilie, in der seit Jahren auch eine Rewe-Filiale als Mieter untergebracht ist. Besitzer der Filiale in der Westerstraße war die insolvente Vermietergesellschaft Moorpark AG, der rund 80 Prozent aller Max-Bahr-Märkte gehörten.

Was sein Vater dort unterbringen werde, sei derzeit völlig offen. "Wir wollen eine sinnvolle und zukunftsfähige Nutzung. Und wir wollen das Objekt gemeinsam mit den städtischen Gremien, allen anderen Beteiligten und dem Mieter entwickeln", sagte Dirk Möhrle.

Das allerdings erneut ein Baumarkt einziehen wird, hält Möhrle für wenig wahrscheinlich. "Mein Vater wird nicht erneut mit einem Baumarkt an den Start gehen", sagte er. Ohne eine Kette im Hintergrund sei das heutzutage kaum machbar, zumal der Standort an der Westerstraße auch relativ klein sei. "Für die Mitarbeiter tut mir das sehr leid", so Möhrle. 27 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Eine kleine Hoffnung bleibt dennoch: „Sollte dort ein Baumarkt einziehen wollen, wird sich mein Vater sicher nicht sperren“, sagte er. Möglich sei aber auch, dass Rewe zusätzlichen Flächenbedarf habe.

Grundsätzlich sind die Möhrles der Ansicht, dass die Immobilie an der Westerstraße ein "guter Standort für Handel" sei.

Keine Handels-, sondern Lagerfläche benötigen die Köllnflockenwerke. Deshalb hatte sich das alteingesessene Elmshorner Unternehmen ebenfalls um den Kauf der bislang von Max Bahr genutzten Fläche bemüht. Die Köllnflockenwerke hatten auch geplant, einige Bahr-Mitarbeiter als Angestellte für die Arbeiten im geplanten Lager zu übernehmen. Doch verkauft wurde an Möhrle. Bis Ende Februar wird der Baumarkt das Gebäude geräumt haben.

Offen ist, was aus der von Praktiker in Max Bahr umgewandelten Filiale an der Lise-Meitner-Straße wird, die der Hahn-Gruppe gehört. 40 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. "Das ist eine strategisch so günstige Lage, dass ich es für ausgeschlossen halte, dass das Gebäude lange leersteht", sagt Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken. Er kann sich "gut vorstellen", dass dort wieder ein Baumarkt einzieht.

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