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Schleswig-Holstein Musik Festival : Martin Grubinge liefert fulminantes Finale in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Publikum feiert Martin Grubinger und Ensemble beim letzten Elmshorner Konzert.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2015 | 13:45 Uhr

Elmshorn | Reden wir über Martin Grubinger. Warum? Weil es so viel Spaß macht! Der Mann kommt auf die Bühne, strahlt sein unwiderstehliches Grubinger-Lächeln, plaudert munter über das Programm des Abends und braucht so überhaupt keine Aufgeregtheiten, um Beachtung zu finden. Sehr angenehm und sehr wirkungsvoll. Der Grubinger ist ein Prachtkerl und so macht er auch Musik – einfach staunenswert.

So erlebte das Publikum das letzte der drei Konzerte des Schlesig-Holstein Musik Festivals (SHMF) in Elmshorn. Am Dienstag begeisterten Grubinger & Friends mit Werken von Bartok Reich, Dorman und Tschaikowsky. Die Initiative Elmshorn hatte das fulminante Festivalfinale in der alten Reithalle an der Westerstraße ermöglicht.

Dem Salzburger Multipercussionisten Martin Grubinger (Jahrgang 1983) widmet das Festival in diesem Jahr sein Künstlerporträt. Überall im Land ist der fabelhafte Österreicher zurzeit zu hören. In Elmshorn aber gelang am Dienstag das, was SHMF-Intendant Christian Kuhnt nach dem Konzert enthusiastisch als „absolutes Highlight des Sommers“ bezeichnete. Und das klang nicht nach Werbung in eigener Sache, es war einfach spontane Begeisterung.

 „Der zweite Teil mit den Vibrafonen hat mir mehr zugesagt“, resümierte Andreas Lehmann. Das erste Stück von Bela Bartok, fand der Hamburger dagegen „ein bisschen gewöhnungsbedürftig“. Martin Grubinger kennt er seit fünf Jahren, beurteilte seine Auftritte von „sehr experimentell“ bis rundum gelungen. Neugierig war Lehmann beim Konzert in Elmshorn auf die Nussknacker-Suite.
„Der zweite Teil mit den Vibrafonen hat mir mehr zugesagt“, resümierte Andreas Lehmann. Das erste Stück von Bela Bartok, fand der Hamburger dagegen „ein bisschen gewöhnungsbedürftig“. Martin Grubinger kennt er seit fünf Jahren, beurteilte seine Auftritte von „sehr experimentell“ bis rundum gelungen. Neugierig war Lehmann beim Konzert in Elmshorn auf die Nussknacker-Suite.
 

Was macht Martin Grubinger anders, oder besser gefragt: Was macht ihn zum Hoffnungsträger im klassischen Musikbetrieb? Natürlich sein überragendes Können. Sein Tempo, sein Timing, sein Witz, all dass, was den 32-Jährigen befähigt, mit seinem Spiel Emotionen so ungemein selbstverständlich zu transportieren und zu vermitteln. Das ist besonders verrückt, weil gemeinhin Pianisten, Streicher oder Dirigenten, die Rangliste der Solistenstars anführen. Schlagzeuger waren bislang bestenfalls Beiwerk.

Elke Schmidt (links) aus Wrist und Barbara Joppien aus Silzen waren mit der Kremper VHS zum Elmshorner SHMF-Konzert gekommen. „Gut“ fanden beide Steinburgerinnen den ersten Teil des Konzerts: „Ganz was anderes“, war es für Joppien. Schmidt hatte Martin Grubinger schon  im Fernsehen erlebt, und auch Joppien war neugierig. Für sie war klar: „Den wollte ich unbedingt sehen.“
Elke Schmidt (links) aus Wrist und Barbara Joppien aus Silzen waren mit der Kremper VHS zum Elmshorner SHMF-Konzert gekommen. „Gut“ fanden beide Steinburgerinnen den ersten Teil des Konzerts: „Ganz was anderes“, war es für Joppien. Schmidt hatte Martin Grubinger schon im Fernsehen erlebt, und auch Joppien war neugierig. Für sie war klar: „Den wollte ich unbedingt sehen.“

Martin Grubinger hat alles verändert. Als Vermittler der Freude an komplexen Rhythmusgebilden ist er genauso charismatisch wie als Schöpfer betörender Klangwelten. Grenzen kennt er nicht er gibt 200 Prozent. Martin Grubinger hat eine Mission: Er will klar machen, das Musik alles kann - er könnte recht haben.

Bei so viel Enthusiasmus kommt das ausgezeichnete Ensemble, das mit Grubinger in Elmshorn auf er Bühne stand, ins Hintertreffen – sorry. Die Pianistinnen Ferhan und Ferzan Önder, Schlagzeuger Alex Georgiev, Schlagzeuger Leonhard Schmidinger, und Schlagzeuger Martin Grubinger Senior begeisterten.

Uta Schultz fasste ihre Eindrücke in einem Wort zusammen: „Hervorragend“ schwärmte sie vom ersten Teil des Festival-Konzerts. Die modernen Stücke für zwei Schlagzeuge und zwei Klaviere von Bela Bartok und Steve Reich gefielen der Itzehoerin „sehr gut“. Aufführungen beim Schleswig-Holstein Musik Festival besucht Schultz regelmäßig, nach Elmshorn kommt sie  immer „einmal im Jahr“.
Uta Schultz fasste ihre Eindrücke in einem Wort zusammen: „Hervorragend“ schwärmte sie vom ersten Teil des Festival-Konzerts. Die modernen Stücke für zwei Schlagzeuge und zwei Klaviere von Bela Bartok und Steve Reich gefielen der Itzehoerin „sehr gut“. Aufführungen beim Schleswig-Holstein Musik Festival besucht Schultz regelmäßig, nach Elmshorn kommt sie immer „einmal im Jahr“.
 

Natürlich hat das Publikum besonders auf die Bearbeitung von Peter Tschaikowskys Nussknacker-Suite im zweiten Teil des Konzerts gewartet. Martin Grubinger Senior hatte die Sätze für Schlagzeug und zwei Klaviere eingerichtet. Eine launige und sehr kurzweilige Angelegenheit, nah am Original, ideenreich und „groovy“, wie Martin Grubinger sagen würde. Das Schönste: Nur selten steht das Artistische im Vordergrund, vieles fließt und Tschaikowsky darf Tschaikowsky sein.

Dafür gab es vom Publikum enormen Applaus und von den Künstlern unter anderem eine zauberhafte Version von Astor Piazzollas Libertango als Zugabe. Da war es bereits 23 Uhr und die knapp 1000 Besucher waren längst aufgestanden, um das Ensemble zu feiern. Standing Ovations: oft nicht angebracht, hier einfach unvermeidlich.

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