Drei Vorschläge : Markthalle Elmshorn: Jetzt ist der Anbau wieder im Spiel

So könnte das Erdgeschoss der Markthalle künftig aussehen. Werden ein Treppenhaus und der Fahrstuhl nicht nach außen verlegt, geht viel Platz verloren.
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So könnte das Erdgeschoss der Markthalle künftig aussehen. Werden ein Treppenhaus und der Fahrstuhl nicht nach außen verlegt, geht viel Platz verloren.

Verwaltung und Politik legen drei Nutzungsvarianten vor. Verkaufsstände sind demnach auch im ersten Stock möglich.

shz.de von
13. April 2018, 12:30 Uhr

Elmshorn | Die Mäuseplage ist überstanden und die Elmshorner dürfen ihre Markthalle wieder als „Kommunikationszentrale“ in der City nutzen. Damit das auch so bleiben kann, muss das betagte Backsteingebäude, wie berichtet, umfangreich saniert werden: Die Statik macht Sorgen, die sanitäre Ausstattung ist von Vorgestern, Elektrik und Technik spotten jeder Beschreibung. Die Modernisierung der 1920 erbauten Halle haben die Elmshorner Politiker grundsätzlich bereits im Januar beschlossen. Jetzt haben Vertreter der Verwaltung und aller Fraktionen des Stadtverordneten-Kollegiums während einer „Lern- und Arbeitsklausur am Feinschliff gearbeitet. Das Resultat: drei Nutzungsvarianten.

Einig sind sich die Planer darin, dass die Marktstände im Erdgeschoss erhalten bleiben müssen. Zwei Varianten sehen darüber hinaus weitere Marktstände im ersten Obergeschoss vor. Dort soll nach den Vorstellungen der Politiker zusätzlich ein Gastronomiebereich entstehen. Die Vertreter der Fraktionen können sich im ersten Stock aber auch einen Quartierssaal vorstellen. Der könnte privat angemietet werden oder als Treffpunkt für Bürger des künftigen Innenstadtquartiers dienen. Auch Elmshorner Theatergruppen könnten nach den Vorstellungen der Planer dort proben.

Im zweiten Obergeschoss könnte die Volkshochschule Räume bekommen. Zunächst muss aber geklärt werden, ob bei der VHS überhaupt Raumbedarf besteht. Eine Nutzung durch den Bildungsträger, so die Überlegung von Politik und Verwaltung, garantiere lange Öffnungszeiten und viele Besucher in der Markthalle. Zwei der drei Varianten sehen eine VHS-Nutzung auch im Dachgeschoss vor (Büros/Seminarräume).In einer Nutzungsvariante spielt die VHS allerdings keine Rolle. Hier setzen die Planer im zweiten Stockwerk und im Dachgeschoss ausschließlich auf Büros. Anwälte oder Architekten könnten sich dort einrichten. Der Vorteil: Die Mieteinnahmen könnten bei der Deckung der Betriebskosten der Markthalle helfen. Auch über Flächen für Start-Ups (Junge Firmen) haben die Verantwortlichen nachgedacht. „Wir haben aber festgestellt, dass für Start-Ups einfach zu wenig Platz da ist. Die Flächen sind zu klein, um sie wirtschaftlich betreiben zu können“, sagt Bürgermeister Volker Hatje (Foto).

Egal, welche Variante am Ende umgesetzt wird, in einem zentralen Punkt stehen die Planer immer vor einem Problem. Wollen sie – wie vorgesehen – möglichst viele Marktstände im Erdgeschoss erhalten, müssen das geplante zweite Treppenhaus und der neue Aufzug nach außen verlagert werden. „Wenn wir uns darüber einig sind, dass der Charakter der Markthalle mit möglichst vielen Ständen erhalten werden soll, müssen wir über eine Verlegung nachdenken, Sonst nehmen wir uns viel Platz weg“, so der Bürgermeister.“

Wie ein Anbau aussehen könnte, hatte der Stadtverordnete und Architekt Matthias Pitzer (Grüne) in einer Studie bereits Ende 2017 skizziert. Die Idee rückt jetzt wieder in den Fokus.

Doch ohne das Okay der Denkmalschutzbehörde, ist ein Anbau an das Gebäude nicht möglich. Volker Hatje ist zuversichtlich: „Wenn wir ein gutes Konzept vorlegen, das die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt, bin ich sehr optimistisch, dass wir eine praktikable Lösung finden“. Am kommenden Donnerstag. 19. April, sollen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) die drei Nutzungsvarianten während ihrer Sitzung im Kollegiumssaal grundsätzlich absegnen. Danach prüft die Verwaltung Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Varianten in Enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

Die überarbeiteten Varianten werden Ende Mai im Ausschuss für kommunale Dienstleister vorgestellt. Der ASU soll die künftige Nutzung der Halle dann am 31, Mai endgültig beschließen. Ist das geschehen, soll die Instandsetzungsuntersuchung im August abgeschlossen sein. Und ab wann wird die Halle umgebaut? Das kann noch eine Weile dauern. Bürgermeister Volker Hatje rechnet mit dem Start der Modernisierung Ende 2019.

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