Markthalle als „genialer Treffpunkt“

Die Elmshorner Markthalle samt Vorplatz an einem Markttag. Das Backsteingebäude aus dem Jahr 1920 soll bis 2020 saniert und modernisiert werden.
Die Elmshorner Markthalle samt Vorplatz an einem Markttag. Das Backsteingebäude aus dem Jahr 1920 soll bis 2020 saniert und modernisiert werden.

Politiker fassen Grundsatzbeschluss zur künftigen Nutzung / Stände im Erdgeschoss / Räume für Kultur, Kommunikation und Arbeit

shz.de von
20. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wo ist Elmshorn typisch? Wenn überhaupt, dann auf dem Buttermarkt. Da steht die Markthalle. Um 1920 errichtet, dient der Backsteinbau den Bürgern seit vielen Jahrzehnten als Kommunikationszentrum der besonderen Art: Zweimal in der Woche öffnen im Erdgeschoss die Stände – Klönschnack inklusive. Das soll unbedingt so bleiben. Und deshalb haben die Elmshorner Kommunalpolitiker am Donnerstagabend ein Zeichen gesetzt. Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder der Ausschüsse für kommunale Dienstleister und Stadtentwicklung einen Grundsatzbeschluss zur künftigen Nutzung der Halle. Damit ist der denkmalgeschützte Bau in den Masterplan des Stadtumbaus aufgenommen. Jetzt kann konkret geplant werden.

Als ein „Stück Verwaltungskunst“ bezeichnete Jens Petersen (FDP) während der Sitzung den Beschlussvorschlag aus dem Rathaus. Und tatsächlich lässt die Vorlage jede Menge Gestaltungsraum. Nur die Rahmenbedingungen sind festgelegt. Planern und Politikern bleibt in den kommenden Monaten viel Terrain, um ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Klar ist: Die in die Jahre gekommene Halle muss aufwendig restauriert und modernisiert werden, um weiterhin „genialer Treffpunkt“ (Immo Neufeld, CDU) für die Elmshorner zu bleiben.

Und so soll die Markthalle künftig genutzt werden: Die Marktstände als „Identifikationsort mit hoher Kommunikations- und Treffpunktfunktion“ im Erdgeschoss bleiben in jedem Fall erhalten. Mehr noch: Politiker aller Parteien können sich vorstellen, die Stände an fünf oder sechs Werktagen in der Woche zu öffnen.

Im ersten Obergeschoss sollen „öffentlichkeitswirksame“ Räume entstehen. Nutzer könnte unter anderem die Volkshochschule sein. Denkbar ist laut Beschluss auch eine Gastronomie.

Eine Nutzungsmöglichkeit im zweiten Obergeschoss und auf den Dachböden ist eine Zone mit Coworking-Arbeitsplätzen. Freiberufler, Kreative oder Startups könnten dort in offenen Räumen arbeiten.

Insgesamt bevorzugen Politik und Verwaltung eine Mischung aus öffentlicher und privater Nutzung. Auch die Anregungen der Bürger, die während der Ideenwerkstatt im Rathaus am 10. Januar entstanden, sollen bei der Planung helfen. Die Bürger hatten sich Flächen für Kultur, Wohnen und Kommunikation gewünscht.

Am Ende sind nicht nur die Vorstellungen aller Beteiligter ausschlaggebend: Die Ideen müssen bautechnisch und wirtschaftlich realisierbar sein. Bis zum Herbst wollen Politik und Verwaltung einen Projektbeschluss vorlegen. Der ist dann Grundlage für den Fördermittelantrag an das Kieler Innenministerium.

Entscheidend ist auch das Votum der Oberen Denkmalschutzbehörde. In einer ersten Stellungnahme hatte sich das Landesamt wenig zugänglich gezeigt. Anbauten oder ähnliche Veränderungen seien nicht erwünscht, hieß es. „Das können wir so nicht pauschal akzeptieren. Wir müssen weiter verhandeln“, sagte Andreas Hahn (CDU). Bürgermeister Volker Hatje gab Entwarnung: „Natürlich ist den Denkmalschützern daran gelegen, wichtige Baudenkmale zu erhalten. Doch die Mitarbeiter sind durchaus gesprächs- und kompromissbereit. Wir müssen der Denkmalschutzbehörde ein gutes Konzept vorlegen“.

Was die Sanierung und Modernisierung der Markthalle kostet, steht noch nicht fest. Das Vorhaben müsse erst im Detail konkretisiert werden, so der Elmshorner Bürgermeister. Klar ist für ihn aber, dass es sich um ein Millionenvorhaben handelt. Die Kosten müsse die Stadt nicht alleine tragen. Volker Hatje rechnet damit, dass zwei Drittel aus Fördermitteln gedeckt werden können. Läuft alles nach Plan, ist die „neue“ Markthalle 2020 fertig. Genau 100 Jahre nach der Einweihung des ursprünglichen Baus.

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