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Interview der Woche : Manuela Kase ist die Geschäftsführerin des Stadtmarketings in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Lichtermarkt und Stadtwerke-Eisvergnügen haben sich etabliert. Jetzt müssen die Händler im Internet präsenter werden. So sieht es die Geschäftsführerin des Stadtmarketings.

Elmshorn | Im Büro an der Königstraße stapeln  sich die Vorboten der Weihnachtszeit – kistenweise Christbaumkugeln, diverses Dekomaterial und sogar eine lebensgroße Weihnachtsmann-Puppe. Beim Elmshorner Stadtmarketing ist Hochbetrieb. Wie immer vor den festlichen Wochen. Es gibt eine Menge zu organisieren: Das Eisvergnügen auf dem Holstenplatz und der Lichtermarkt auf dem Alten Markt beginnen Ende November. Geschäftsführerin Manuela Kase hält die Fäden in der Hand. Sie setzt auf Kontinuität. Beide Winter-Events haben sich etabliert. Im Gespräch mit den Elmshorner Nachrichten blickt Manuela Kase auf die Vorbereitungen und die Entwicklung der Elmshorner City.

Das Stadtmarketing sorgt dafür, dass die Elmshorner Innenstadt  wieder zum Winterparadies wird. Eisvergnügen und Lichtermarkt beginnen bald. Wie ist der Stand der Vorbereitungen?
Manuela Kase:
Wir sind im Zeitplan, doch es gibt immer Kleinigkeiten, die noch geregelt werden müssen. Die Zusammenstellung der Stände auf dem Lichtermarkt ist klar, jetzt müssen die Termine koordiniert werden: Wer baut wann auf, wann folgen die Abnahmetermine, wer liefert wann was an? Mit der Aufbauphase des Marktes sind wir zurzeit sehr intensiv beschäftigt. In vier Wochen stehen die Buden, das geht jetzt rasend schnell. Die Eröffnung ist am 23. November. Der Aufbau der Eisbahn auf dem Holstenplatz beginnt am 13. November. Da sind wir ebenfalls intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Gibt es Neuerungen beim Lichtermarkt?
Wir haben etablierte Standbetreiber und zwei neue Stände, unter anderem mit Geschenkartikeln. Die Grundausstattung mit Ständen ist gesetzt. Wir können den Markt aus Platzgründen nicht mehr ausbauen. Viele Besucher wünschen sich, dass wir in die Königstraße oder weiter um die Kirche gehen, doch das funktioniert nicht. Die Auflagen sind extremer geworden. Allein wegen der Rettungswege, die frei bleiben müssen, ist eine Erweiterung utopisch.

In den vergangenen Jahren hat sich der Markt etabliert. Die Akzeptanz scheint gut?
Absolut. Wir können zwar nicht erweitern, arbeiten aber immer wieder aufs Neue an der Gestaltung. Was können wir optimieren? Was können wir Neues bringen? Die Gestaltung ist eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Wir haben mehr Weihnachtsbäume und Lichterketten, die Bäume sind mit Kugeln bestückt, es gibt Aktions- und Schauhütten. Wir haben neue Girlanden und Budenschilder angeschafft. Diese Dinge kosten viel Geld, sind aber genau das, was den Markt besonders macht. Ich glaube, dass der Lichtermarkt sehr viel Gemütlichkeit und ein stimmiges gestalterisches Konzept ausstrahlt.

Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht das Eisvergnügen?
Auch bei der Eisbahn haben wir in den vergangenen Jahren gestalterisch einiges getan. Und: Wir haben in diesem Jahr ganz neu eine eigene Website im Internet für das Event entwickelt. Das war uns sehr wichtig, weil auf der Eisbahn sehr viel Programm geboten wird, zum Beispiel Live-Musik und  der Wettbewerb im Eisstockschießen. Dabei machen sehr viele Mannschaften mit und die werden jetzt auf der Website laufend über die aktuellen Ergebnisse informiert.

Werfen wir einen Blick zurück: Vor zehn Jahren gab es zur Weihnachtszeit in der City keinen Markt und schon gar keine Eisbahn. Das hat sich geändert, es ist was los in Elmshorn. Was bekommen sie für Rückmeldungen aus der Geschäftswelt und der Wirtschaft?
Wir bekommen viele positiver Rückmeldungen. Ich glaube, der Einzelhandel profitiert eine ganze Menge davon. Die Händler merken, dass durch die Veranstaltungen viel Publikum in die Stadt gezogen wird, was letztendlich auch potenzielle Kundschaft ist. 

Wirken Eisvergnügen und Lichtermarkt über Elmshorn hinaus? Haben Sie den Eindruck, dass  Besucher aus der ganzen Region sich angesprochen fühlen?
Ja, das ist sicher so. Positive Rückmeldungen beim Weihnachtsmarkt bekomme ich über die Standbetreiber. Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr war eine chinesische Reisegruppe beim Weihnachtsmarkt – 50 Personen – alle haben sich eine Elmshorn-Tasse besorgt. Eine Gruppe aus Asien ist natürlich die Ausnahme, doch der Besuch von ganzen Reisegesellschaften kommt immer häufiger vor. Die Menschen kommen aus dem weiteren Umfeld zu uns. Und: Unsere schönen und stimmungsvollen Eröffnungsveranstaltungen beim Lichtermarkt ziehen immer mehr Leute an. Das ist etwas Besonderes. Dieser Effekt wird sich in diesem Jahr, denke ich, noch verstärken. Die Besucher dürfen gespannt sein.

Die Vorweihnachtszeit mit ihren Events ist die Ausnahme  in der Elmshorner City. Es gibt aber auch noch den Rest des Jahres, den Alltag. Einiges entwickelt sich nicht unbedingt nach Wunsch. Es gibt Leerstände, vielen  macht der Branchenmix Sorgen. Was sind die Perspektiven für die Innenstadt?
Ich denke, dass wir alles daran setzten müssen, mit Immobilienbesitzern und Einzelhändlern an einem Strang zu ziehen. Dazu gehört natürlich das große Thema Digitalisierung. Mittelfristig müssen wir ein Konzept auf den Weg bringen, in dem sich vor allem der Handel wiederfindet, um im Netz noch aktiver und präsenter zu sein. Da sind wir dran. Wir haben mit vielen Anbietern, die digitale Plattformen vorstellen, gesprochen, haben aber noch nicht die perfekte Lösung. Es ist aber sicher ein Instrument, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Um den Handel zu stärken, müssen wir digital besser aufgestellt sein, und das mit der gesamten Innenstadt, denn die Innenstadt hat es bekanntlich am schwersten. Aber das ist nicht das Einzige. Alle anderen Rahmenbedingungen müssen optimiert werden. Gestalterisch ist in der City immer etwas zu tun. Entscheidend ist, dass der öffentliche Raum sicher und attraktiv ist. Das Thema Service wird immer wichtiger. Stationär, vor Ort, muss mehr getan werden, auch weil die digitale Welt immer wichtiger wird. Man darf nicht das eine losgelöst vom anderen sehen.

Haben Sie den Eindruck, dass die Elmshorner Kaufmannschaft dazu bereit ist?
Ja, unbedingt, den habe ich. Wir hatten in diesem Jahr bereits zwei Veranstaltungen zu diesem Thema. Darunter eine große Veranstaltung unter dem Motto „Innovationstag Handel“. Dazu gab es einen Workshop, dem weitere folgen sollen. Das Interesse war sehr groß. Das Thema ist beim Handel ganz sicher angekommen.

Wie sieht es mit den Leerständen aus?
Leerstände hängen immer mit den Rahmenbedingungen zusammen. In Elmshorn sind die Leerstände  im Vergleich mit anderen Mittelstädten der Region nicht besonders ausgeprägt. Aber, ich danke, dass die Gefahr tendenziell größer wird. Wir müssen auf jeden Fall dagegen wirken. Da gibt es Strategien. Wir sitzen seit längerem in einer Arbeitsgruppe zusammen, die sich  „Vermietungsmanagement“ nennt. Es wird bewusst nicht von Leerständen, sondern von Potenzialräumen gesprochen. Wir versuchen, in diesem Arbeitskreis zunächst eine Strategie zu entwickeln, um mit diesem Thema richtig umzugehen. Es kann nicht nur darum gehen, Leerstände zwischen zu nutzen, das kann nicht die Lösung sein. Man muss grundsätzlich überlegen, wie man diesem Thema begegnet. Die große Frage ist, wer letztlich das Geld  gibt. Das ist auch der Grund, warum Prozesse, die gedanklich gut vorangekommen sind, nicht so schnell umgesetzt werden können.

Das Projekt „Belebung des Alten Marktes“ ist mit dem Einzug von H&M, C&A und den anderen Geschäften  ins alte Hertie-Haus  gelungen. Gibt es  Belege für eine positive Entwicklung?
Ich habe nach einem längeren Zeitraum Gespräche mit den Filialisten geführt, die im ehemaligen Hertie-Haus, also dem „Neuen Markt“, eingezogen sind. Sie waren sehr zufrieden. Der „Neue Markt“ sorgt also für Schwung, wie sieht es mit den verkaufsoffenen Sonntagen aus? Eines ist deutlich sichtbar: Die City ist an den betreffenden Tagen rappelvoll. Ja, auf jeden Fall. Wir haben beim letzten verkaufsoffenen Sonntag wieder Steigerungen verzeichnet. Es war einer der besten Sonntage, seit wir begonnen haben zu zählen. Ich bin gespannt, wie die Zahlen jetzt Anfang November ausfallen, wenn am 1. November wieder Shopping-Sonntag in Elmshorn ist. Die Menschen honorieren, dass wir ihnen auch eine Menge Beiprogramm bieten.

In der Elmshorner City wird sich in den kommenden Jahren baulich eine Menge tun. Die Umgestaltung  des  Sanierungsgebiets Krückau-Vormstegen soll der Innenstadt ein neues Gesicht geben. Wie wird sich das Ihrer Meinung nach auf den Handel auswirken?
Das Projekt wird sicher zur Attraktivität des Zentrums beitragen. Aber man muss aufpassen, dass man die Bestände weiterhin pflegt. Ich denke, dass die Neugestaltung nicht auf Kosten der alten Fußgängerzonen und Einkaufsbereiche gehen darf. Ich glaube, dass die Kombination alt und neu sehr wichtig ist. Das ist attraktiv für die Menschen, auch für Neubürger. Elmshorn ist attraktiv und wird weiter wachsen.

Wenn Sie sich drei Dinge für die Elmshorner City wünschen dürften, welche wären es?
Mir sind visuelle Aspekte sehr wichtig. Deshalb wünsche ich mir, dass seitens der Händler noch stärker auf die Präsentation der Geschäfte (Schaufenster, Eingangsbereiche) geachtet wird. In Verbindung mit dem Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen wünsche ich mir, dass dort Aufenthaltsflächen entstehen, die gut durchdacht sind und die von den Bürgern auch angenommen werden. So bleiben die Menschen länger vor Ort und verweilen. Und ich wünsche mir natürlich, dass die städtebaulichen Projekte zeitnah umgesetzt werden, das ich das möglichst noch in meiner Arbeitszeit hier erlebe.

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erstellt am 31.Okt.2015 | 15:00 Uhr

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