Horror-Tat in Elmshorn : Mann beißt einem Spaziergänger ein Fingerglied ab

Das Opfer ist ein 46-Jähriger aus Kölln-Reisiek. Der 22-jährige Täter wurde in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

shz.de von
27. Juni 2018, 11:31 Uhr

Elmshorn | Es klingt nach einem schlechten Horrorfilm und ist doch grausige Realität. Ein 22 Jahre alter Mann hat einen 46 Jahre alten Spaziergänger aus Kölln-Reisiek ohne Vorwarnung angegriffen und ihm ein Stück des rechten Zeigefingers abgebissen. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall am vergangenen Freitag im Bereich Wittenberger Straße/Moortwiete in Kölln-Reisiek. Der Angreifer wurde laut Polizei in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie im Elmshorner Regioklinikum gebracht. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung eingeleitet. Dem Täter drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Das Motiv für den Überfall ist unklar. „Wir gehen davon aus, dass der 22-Jährige psychisch krank ist“, sagte ein Polizeisprecher.

Täter fragte erst nach dem Weg

Freitagmorgen, 7 Uhr: Der Kölln-Reisieker drehte mit seinem Hund die morgendliche Runde. Vor ihm in der Kleingartenanlage Moortwiete ging ein junger Mann. Der stoppte, fragte nach dem Weg zum Elmshorner Bahnhof. Der 46-Jährige zeigte die Richtung. Dann geschah das Unfassbare. Der 22-Jährige schlug unvermittelt zweimal mit der Faust ins Gesicht des 46-Jährigen, stürzte sich auf ihn, würgte ihn – und biss ihm ein Fingerglied ab. Der Kölln-Reisieker hatte Todesangst, kämpfte um sein Leben und konnte den Angreifer schließlich in die Flucht schlagen. Der wurde wenig später von der Polizei festgenommen. Das Opfer schaffte es zu Fuß in die Notaufnahme des nahen Elmshorner Klinikums. Er wurde operiert. Das fehlende Stück vom Finger blieb verschwunden.  

Hätte der Angriff verhindert werden können? Fakt ist: Der 22-jährige war am Freitag gegen 5 Uhr morgens mit dem Rettungswagen in die Notaufnahme des Elmshorner Klinikums eingeliefert worden. Er soll aggressiv und psychisch auffällig gewesen sein. Die Polizei wurde ins Krankenhaus gerufen. „Er wurde auf körperliche Beschwerden untersucht, aber nicht stationär aufgenommen“, betonte Staatsanwalt Peter Müller-Rakow am Dienstag. Nach Informationen von shz.de soll auch ein Psychiater in die Notaufnahme gerufen worden sein. Dennoch: Der 22-Jährige aus Karlsruhe durfte die Klinik verlassen und traf nur wenig später auf den Spaziergänger aus Kölln-Reisiek.

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