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Elmshorner Nachrichten

22. November 2017 | 06:50 Uhr

Manieren und Fahrregeln vergessen

vom

Rund 1000 Zuschauer beim Stockcar-Rennen / 40 Piloten schubsten, drängelten und legten gegnerische Autos aufs Dach

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Langeln | Bereits die vierte Auflage erlebte das Langel ner Stockcar-Rennen am Wochenende. Unter den Augen von etwa 1000 durch einen hohen und stabilen Zaun geschützten Zuschauern lieferten sich insgesamt 40 Schrottkisten-Piloten auf einer Privatkoppel heiße Rennen, die allen Regeln fairen sportlichen Verhaltens und eines humanen Miteinanders Hohn sprachen. Da saßen "Rambos" hinter dem Lenkrad, die zu allem entschlossen waren, um ihre Gegner auszuschalten und den Siegeslorbeer an ihre Brust zu heften. Sie schubsten, drängelten und verursachten so manchen Crash, bei dem Blech eingedrückt und große Staubwolken aufgewirbelt wurden: Für einen Platz auf dem Siegespodest war ihnen jedes Mittel recht. Sie schreckten sogar nicht davor zurück, gegnerische Autos aufs Dach zu legen. Aufgeben wollte kein Pilot so leicht - selbst dann nicht, wenn der Motor gefährlich qualmte oder das Fahrzeug nur noch über drei Reifen verfügte. Aber das ist eben Stockcar - und darin besteht auch sein besonderer Reiz.

"Stockcarrennen haben eben ihre eigenen Regeln", erklärte ein Teilnehmer aus dem südlichen Holstein. "Wer hier etwas erreichen will, sollte schleunigst Knigge und Fahrschule vergessen." Die Überlebenden beziehungsweise Sieger der Vorrunden nahmen an dem so genannten Zerstörungslauf teil, bei dem alle noch einmal ihr herausragendes fahrerisches Können und ihren Mut zum Risiko unter Beweis stellen konnten. Dann war Schluss, und das Punktezählen begann. Mit der Siegerehrung schloss die Veranstaltung ihre Pforten. Außer dem Schrottkistenrennen auf der Koppel des Organisators Patrick Kühn gab es noch ein kleines Rahmenprogramm für die jüngsten Gäste. Sie hatten unter anderem Gelegenheit, nach Herzenslust auf einer Strohburg herumzutollen und -hüpfen. Wer hungrig oder durstig war, dem konnte geholfen werden: Der Veranstalter hatte selbstverständlich für ausreichende Verpflegung gesorgt.

Der Sicherheitsaspekt spielt beim Stockcar eine große Rolle. So sind unter anderem das Mitführen eines Feuerlöschers sowie ein schützendes Gitter vor der Windschutzscheibe und an der Scheibe an der Fahrertür vorgeschrieben. Glas und Plastik am Fahrzeug werden vor dem Start entfernt, die Piloten tragen zu ihrem Schutz einen Helm mit splitterfestem Visier. Für den Fall der Fälle stehen Feuerwehr und Sanitätsdienst bereit, um sofort einzugreifen. Auf die Idee gekommen, ein Schrottauto-Rennen zu veranstalten, sind Patrick Kühn und seine Freunde vor einer Reihe von Jahren: Jeder von ihnen besaß eine alte Kiste, die er gern losgeworden wäre. Mittlerweile hat Stockcar in Langeln Kultcharakter bekommen - und die Zuschauerzahl wächst von Jahr zu Jahr.

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