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Elmshorner Nachrichten

24. August 2017 | 03:23 Uhr

Elmshorn : Magische Lichtspiele im Kranhaus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fotografie als Erlebnis: „LAPP“-Künstler locken 80 Zuschauer in historischen Bau. Viel Applaus trotz kleiner Pannen.

Elmshorn | Es hat schon etwas Magisches, dabei steckt dahinter nur der durchdachte Einsatz moderner Technik. Auf einer freien Fläche steht ein Model, Künstlerin Karin Brodowsky stellt die junge Frau in Positur. Ein paar Meter vor ihr ist eine digitale Spiegelreflexkamera auf einem Stativ aufgebaut, dahinter steht die zweite Künstlerin, Leonore Geisen. Das Raumlicht wird gelöscht, Geisen öffnet den Verschluss der Kamera, Brodowsky beleuchtet Hintergrund und Model mit verschiedenen Lichtern und bewegt eine blaue Leuchtröhre unter den ausgebreiteten Armen des Models. „Performance Ende“ lautet Brodowskys letzte Anweisung, der Kameraverschluss wird geschlossen, und das Licht geht wieder an.

Das Ergebnis: eine Fotografie mit ganz besonderen Lichtspielereien, das Model trägt auf dem Bild blau leuchtende Flügel. „Light Art Performance Photography“ heißt das Verfahren, kurz „LAPP“, auf deutsch: Lichtkunst-Aufführungsfotografie. Aufgeführt wurde sie am Sonnabend in Elmshorn im Kranhaus; Karin Brodowsky aus Elmshorn trat mit diesem Event erstmals in ihrer Heimatstadt auf. Co-Performerin Leonore Geisen aus Hamburg zeigte das nah verwandte Light-Painting, also Malen mit Licht: Sie bewegte bunte Leuchtquellen in der Umgebung des Models und verschaffte ihm damit in der Langzeitbelichtung zum Beispiel eine bunte Aura. Als Dritter war der Elmshorner Frank Ramson dabei, er kümmerte sich um Musik und Technik. Als weiterer Akteur sollte Jan Leonardo Wöllert auftreten, der Bremer hat nach eigenen Angaben das Verfahren LAPP entwickelt; er fiel allerdings mit Grippe aus.

Rund 80 Besucher guckten sich die fast tänzerischen Performances an und brachten mit diesem unerwarteten Zuspruch die Künstler fast an den Rand ihrer Nerven. Allein sieben Fotografen hatten ihre Stative aufgebaut, anfangs störten sie mit den Lichtern ihrer Kameras den Ablauf. Aber die Künstlerinnen hatten auch immer wieder damit zu tun, den Platz für ihre Performances frei zu halten, um sich im Dunkeln sicher zu bewegen und keine Störungen auf den Bildern zu erhalten.

Die ersten beiden Anläufe Brodowskys klappten denn auch nicht; als Entschädigung zeigte sie ein Bild von der Generalprobe, die am Freitagabend stattgefunden hatte. Der angekündigte Vergleich zwischen verschiedenen Einstellungen beim Weißabgleich – Resultat: wärmere oder kühlere Farbtöne im Bild – musste ebenfalls ausfallen, die Vergleichsbilder hatte sie aus Versehen gelöscht. Aber trotz aller Aufregung erzielte sie im zweiten Anlauf ein sehenswertes Ergebnis und bekam spontan Applaus für ihr Foto mit drei großen Leuchtringen.

Leonore Geisen animierte ihre Zuschauer, das einfachere Light-Painting selbst zu testen. Sie arbeite selbst mit einfachen Leuchtmitteln aus dem Baumarkt, erklärte sie: „Das können Sie zu Hause probieren.“

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erstellt am 24.Nov.2014 | 16:00 Uhr

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