SHMF 2018 : Märchenhafte Klangwelten in der Elmshorner Reithalle

Eine lächelnde Sabine Meyer,ein fabelhaftes  Alliage-Quintett und märchenhafte  Musik: Das zweite  Elmshorner Konzert beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2018 in der Elmshorner Reithalle begeisterte in jeder Hinsicht

Eine lächelnde Sabine Meyer,ein fabelhaftes  Alliage-Quintett und märchenhafte  Musik: Das zweite  Elmshorner Konzert beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2018 in der Elmshorner Reithalle begeisterte in jeder Hinsicht

Das zweite Elmshorner Konzert beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2018 in der Elmshorner Reithalle begeisterte in jeder Hinsicht.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Die Reithalle klingt genauso gut wie die Elbphilharmonie. – Schockierend, aber wohl wahr. Schließlich hat das nicht irgendjemand herausgefunden: Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals, verkündete die überraschende Botschaft am Freitag in seiner Moderation vor dem zweiten Elmshorner Festival-Konzert 2018. Das Publikum nahm das Kompliment amüsiert und geschmeichelt zugleich entgegen – und hörte für den Rest des Abends ganz genau zu. Gut so, denn Klarinettistin Sabine Meyer und das Alliage-Quintett gestalteten mit ihrem „Fantasia“-Projekt ein in jeder Hinsicht zauberhaftes Programm.

Inspiriert von Disney

Die Musiker kennen sich gut. Festival-Porträtkünstlerin Sabine Meyer und das Alliage Quintett arbeiten seit Jahren immer wieder zusammen. Für „Fantasia“ haben sich die Musiker vom gleichnamigen Disney-Film (1940) inspirieren lassen: Mickey Micky Maus präsentiert visualisierte klassische Musik, die märchenhafte Geschichten erzählt.

Und genau dieses erzählerische Element, stand im Zentrum des Konzerts in der Reithalle. Daniel Gauthier (Sopransaxophon), Miguel Vallés Mateu (Altsaxophon), Simon Hanrath (Tenorsaxophon), Sebastian Pottmeier (Baritonsaxophon) und Jang Eun Bae (Klavier) starteten mit Henry Purcells Suite aus „The Fairy Queen“. Sofort war alles da. Die Gruppe musizierte auf allerhöchstem Niveau, Kammermusik vom Feinsten. Dann stieg Sabine Meyer ein und fügte sich für Paul Dukas „Zauberlehrling“ locker ins Ensemble ein. Was bei Purcell noch fast sparsam klang, entwickelte sich während der turbulenten sinfonischen Dichtung von Dukas zum vollen Orchester. Zur Erinnerung: Es waren nur sechs Musiker auf der Bühne.

Begeistert: Das Publikum in der Reithalle.
Ulf Marek
Begeistert: Das Publikum in der Reithalle.
 

Genug, um alles an Klangfarben zu erzeugen, das für Milhauds „Scaramouche“ und Strawinskys „Feuervogel“ nötig war. Die Hörer waren so sehr in der Zauberwelt der Geschichten gefangen, dass nicht mehr wichtig war, wie die Musik produziert wurde. Und warum? Weil jeder der Künstler sich in den Dienst des Teams stellte – besonders Sabine Meyer. Ihre einmalig gesangliche Art Klarinette zu spielen, komplettierte ideal den Sound der Saxophone. Wer sich bis dahin nicht in das Instrument Saxophon verliebt hatte, dem halfen die „Fünf Stücke“ von Dmitri Schostakowitsch, präsentiert in wechselnden Trio-Besetzungen, auf die Sprünge - einfach fabelhaft. Zum Schluss noch die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin, vielleicht auch, um klarzustellen, das Tänze im Programm des Abends einen großen Raum einnahmen. Nur Logisch, dass auch die Zugabe eigentlich gesungen und getanzt wird: „America“ von Leonard Bernstein.

Sebastian Pottmeier
Ulf Marek
Sebastian Pottmeier
 

Ein inspirierender Festival-Abend in Elmshorn, präsentiert von einem Saxophon-Ensembles der absoluten Spitzenklasse und einem Klassik-Weltstar, der glänzte ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Großer Spaß, großer Applaus und große Elmshorn-Präsentkörbe für die Interpreten.

Natürlich war das Konzert in der Reithalle ausverkauft. Der Spielort Elmshorn hat einen prächtigen Ruf. Deshalb gibt es auch für den letzten Festival-Abend am 11. August keine Karten mehr. Xavier de Maistre (Harfe) und die NDR-Radiophilharmonie Hannover unter im Dirigenten Andrew Manze kommen nach Elmshorn.

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