Lokführer Siewke: "Streiks bringen Einschränkungen mit sich"

Volker Siewke:  'Gewerkschafter stehen auf dem Boden des Grundgesetzes.'    Foto: en
Volker Siewke: "Gewerkschafter stehen auf dem Boden des Grundgesetzes." Foto: en

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12. März 2011, 03:59 Uhr

Elmshorn | "Gestern kam eine Frau zu mir ans Führerhaus und sagte: Ich möchte Ihnen die Daumen drücken. Mein Mann ist Busfahrer. Ich wäre froh, wenn die eine genauso starke Gewerkschaft wie Sie hätten." Der Elmshorner Lokführer und Gewerkschafter Volker Siewke erzählt die Begebenheit. Der 53-jährige Beamte, der selbst nicht streiken darf, fügt hinzu: "Wir streiken nicht zum Spaß."

Volker Siewke ist seit 30 Jahren Lokführer, und er setzt sich nach eigenem Bekunden nur für das ein, was das Grundgesetz ermöglicht: "Im Ernstfall, wenn wir mit unseren Tarifpartnern, den Arbeitgebern, keine Einigung erzielen, zu streiken, um unser Ziel zu erreichen." Empört weist er Aussagen des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste zurück, man würde die, die in diesem Staat leben und arbeiten in Geiselhaft nehmen. Und von einer kleinen militanten Gewerkschaftergruppe kann, so Siewke, nicht die Rede sein. "75 bis 80 Prozent der Gewerkschafter streiken für mehr Gehalt, Gleichstellung und für den geforderten Bundes-Rahmen-Lokomotivführertarifvertrag, den private Bahngesellschaften und die DB ablehnen", so Siewke. Die Gewerkschafter, sagt er, sind für einen Kompromiss bereit.

Rechtlich ist man auf der sicheren Seite, meint Siewke: "Im Gegensatz zu m Streik 2007/2008 hat die Bahn jetzt nicht versucht, uns mit einstweiligen Verfügungen zu bekämpfen."

Das Reisende vom Streik betroffen sind, ist für Volker Siewke bedauerlich aber unausweichlich: "Streiks bringen Einschränkungen mit sich, ob Lokführer, Bäcker oder andere Berufsgruppen streiken."

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