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"Spurensuche" in Elmshorn : Lokale NS-Geschichte im Internet

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Augenzeugenberichte, Fotos und Dokumente: Das Elmshorner Projekt startet zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht. Auch Uetersen, Quickborn, Tornesch und Horst nehmen daran teil.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Mit einer neuen interaktiven Webseite im Internet soll an Terror und Krieg sowie an die Unterdrückung und das Leiden der Menschen im Kreis Pinneberg während der Zeit der Nazi-Herrschaft erinnert werden. Der Förderverein „Gegen das Vergessen – Spurensuche im Kreis Pinneberg und Umgebung 1933-1945“ wird während einer Veranstaltung am 75. Jahrestag der Reichspogromnacht (9. November 1938) das Webportal „Spurensuche im Kreis Pinneberg“ vorstellen und frei schalten.

„Gab es die NS-Zeit nur in Berlin und München oder fand sie auch auf unseren Straßen statt?“ Diese rhetorische Frage stellen die Macher des Webportals an den Anfang ihrer Bemühungen. Mit ihrem Projekt wollen sie das anonyme Schulwissen über die Zeit des Nationalsozialismus erweitern. Sie wollen es auf die konkreten Orte der Erinnerung in das eigene Lebensumfeld der Menschen im Kreis Pinneberg und Umgebung verlagern und fordern die Besucher der Webseite zur eigenen „Spurensuche“ auf.

Augenzeugenberichte, Fotos und Dokumente werden auf der Internetseite direkt auf die Straße der jeweiligen Orte projiziert und machen die damaligen Geschehnisse für die Benutzer erlebbar. Vor allem Schulklassen, Jugendgruppen, Geschichtsvereine und Personen, die sich mit der Geschichte auseinandersetzen, werden so zu einer gemeinsamen Spurensuche angeregt. Jeder ist also zum Mitmachen eingeladen, damit die Menge der Informationen im Portal stetig weiter wachsen kann. Eine Redaktionsgruppe sorgt für die Einhaltung redaktioneller Normen und schaltet die Ergebnisse der Spurensucher frei.

Getragen und koordiniert wird das Projekt vom Förderverein Spurensuche. Dabei handelt es sich um einen kreisweiten Zusammenschluss von Personen, Initiativen und Institutionen, die an der Aufarbeitung und Vermittlung der lokalen und regionalen NS-Geschichte interessiert sind. Sponsoren sind unter anderem die VR Bank Pinneberg, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bislang sind die Orte Elmshorn, Horst, Quickborn, Tornesch, Uetersen und die Insel Helgoland mit lokalen Redaktionen an dem Projekt beteiligt. Weitere Interessenten, aber auch Sponsoren, sind selbstverständlich erwünscht. Der Förderverein ist per E-Mail unter der Adresse redaktion@spurensuche-kreis-pinneberg.de oder per Post unter der Anschrift von Rudi Arendt, Wedenkamp 11a, 25335 Elmshorn, erreichbar.

Der Verein stellt sich und seine Arbeit erstmals am Sonnabend, 9. November, während einer Veranstaltung in der Weißen Villa in Elmshorn, Schulstraße 36, vor. Danach ist dann auch die Webseite unter der Adresse www.spurensuche-kreis-pinneberg.de für die Öffentlichkeit zugänglich. Mehr zum Programm der Veranstaltung, die um 16 Uhr beginnt, lesen Sie im nebenstehenden Informationskasten.

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