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Verdacht der Untreue : LKA durchsucht Rathaus in Elmshorn

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Gegen mehrere Mitarbeiter wird unter anderem wegen Untreue ermittelt. Hauptbeschuldigte ist eine Architektin.

Elmshorn | Ermittler des Landeskriminalamts und der Kieler Staatsanwaltschaft durchsuchen derzeit das Rathaus von Elmshorn (Kreis Pinneberg) sowie weitere Gebäude der Stadt, darunter zwei Schulen. Bürgermeister Volker Hatje: „Die Stadt hat Anzeige gegen vier Mitarbeiter unseres Gebäudemanagements gestellt. Sie werden der Untreue, Bestechlichkeit und der Beihilfe zur Untreue verdächtigt.“

Nach Informationen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) gilt eine Architektin als Hauptbeschuldigte. Sie soll Material für städtische Umbauarbeiten abgezweigt haben, um es in ihren privaten Bauernhof zu stecken. Laut Bürgermeister handelt es sich bei den übrigen Beschuldigten um eine weitere festangestellte Architektin der Stadt, eine Verwaltungskraft und einen Hausmeister. Sie sollen über einen längeren Zeitraum, unter anderem durch Unterschlagungen, einen Schaden in mindestens mittlerer fünfstelliger Höhe verursacht zu haben.

Bürgermeister Hatje: „Unser Büroleitender Beamter hat einen Hinweis auf diese Vorgänge bekommen. Wir haben sehr schnell ihre Größenordnung erkannt und uns gegen eine interne Aufarbeitung entschieden, da sonst Beweise hätten vernichtet werden können.“ Am 13. Oktober sei das Landeskriminalamt informiert worden, dass die Ermittlungen übernommen habe. „Die Stadt Elmshorn hat den Fall selbst aufgedeckt und unterstützt die Ermittler bei der vollständigen Aufklärung der Vorfälle“, betont Hatje.

Die Ermittler sichern Beweise im Rathaus, in der Bismarckschule, der Grundschule Hainholz sowie am ehemaligen Klärwerk Kruck, das von der Stadt als Materiallager genutzt wird. Rund 100 Fahnder der Staatsanwaltschaft Kiel und des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein sind an der Durchsuchung beteiligt.

Die verdächtigten Mitarbeiter sind mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Außerdem wurde ihnen ein Hausverbot für sämtliche Gebäude erteilt. Hatje: „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, haben sie keine Gnade zu erwarten.“

Die städtischen Angestellten und Beamten seien auf einer Personalversammlung über die Vorgänge informiert worden. „Die Betroffenheit war groß, der Fall ist ja nicht symptomatisch für die gesamte Verwaltung.“

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erstellt am 12.Nov.2014 | 12:12 Uhr

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