zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

24. November 2017 | 12:32 Uhr

Liether Moor: Streit um Nutzung

vom

Robustrinderverein, Betreuungsverein und Naturschutzbehörde stehen sich mit ihren Zielvorgaben unversöhnlich gegenüber

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Klein Nordende | Zwei Hochlandrind-Färsen nehmen ein Bad im Froschteich. Eine Gänsefamilie kommt geflogen, um sich im kleinen Teich zu erfrischen. Idylle pur im Liether Moor in unmittelbarer Nähe der "Kuhschule" des Vereins für extensive Robustrinderhaltung im Liether Moor. Doch die Idylle trügt.

Der Robustrinderverein und der Betreuungsverein Liether Moor haben unterschiedliche Ansichten über den Schutz des Liether Moores, die Nutzung des Geländes, über Öffentlichkeitsarbeit sowie gemeinsames Agieren. Mittendrin in diesem Problem steht die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg (UNB).

Dieter Wichmann, Vorsitzender des Robustrindervereins, erklärt: Als das Projekt gestartet wurde, sind UNB, Förster, Gemeinde Klein Nordende und der Betreuungsverein informiert worden. Weiden wurden gepachtet, ein Finanzierungsmodell auf die Beine gestellt. Die Kuhschule entstand. Wichmann wollte so Menschen für Moor, Natur und den Verein begeistern. Sowohl für Veranstaltungen als auch Schülerbesuche schufen Wichmann und Mitstreiter mit Bauwagen, Tischen, Toilette und einer Wiese, die als Parkplatz genutzt werden kann, die Voraussetzungen. Genehmigungen holten sie sich jedoch nicht ein.

Mit dieser Entwicklung waren der Betreuungsverein und die UNB nicht glücklich. Das Moor ist ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet. Die Kuhschule unterliegt damit rechtlichen Naturschutzvorgaben.

Es gab heftigen Streit zwischen den Parteien. Das führte dazu, dass die vom Robustrinderverein geplanten Veranstaltungen abgesagt wurden. Die UNB informierte das Kreisbauamt über die nicht zulässigen baulichen Anlagen. Das Bauamt forderte die Beseitigung. Wichmann schimpft: "Zwei Jahre lang wurde der Aufbau des Vereins begleitet, alles in den höchsten Tönen gelobt. Dann wird Anzeige erstattet, so dass man quasi den Laden zumachen kann." Die UNB stellt fest: "Es musste zunehmend festgestellt werden, dass eine gemeinsame Zielverfolgung von Liether Moorverein, Robustrinderverein und UNB immer mehr in den Hintergrund rückte und vom Robustrinderverein immer mehr eigene Ziele verfolgt wurden. Diese konzentrierten sich auf Optimierung der Weidehaltung, isolierte Aktivitäten im Bereich der Naherholung und Öffentlichkeitsarbeit und die Installation von baulichen Anlagen. Genau diese Ziele beinhalten beträchtliches Konfliktpotenzial zu bestehenden Naturschutzvorgaben. Für die UNB ist es wichtig, alle Maßnahmen nach Gesetz vertreten zu können. Gemeinsames Agieren scheiterte bis heute.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen