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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 11:30 Uhr

„Liebe auf den zweiten Blick“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Studie zur Marke Elmshorn: 250 Seiten Grundlagen für die Zukunft / Privatpersonen meckern viel / Unternehmen sind grundsätzlich zufrieden

Wie ist das Image der Stadt? Und warum? Über diese Fragen machte sich Professor Lars Binckebanck von der Elmshorner Nordakademie im Auftrag der Stadt Gedanken. Dazu befragte er Einwohner aus Elmshorn und Umland wie auch Unternehmer. Herausgekommen bei der Untersuchung ist ein 250-seitiges Papier, das Binckebanck diese Woche öffentlich im Rathaus vorstellte (wir berichteten). Fazit: Elmshorn ist Liebe auf den zweiten Blick. Laut Meinung der Teilnehmer ist noch viel zu tun, um Elmshorn sauberer, sicherer und vor allem schöner zu machen. Doch im Einzelnen sind die Dinge differenzierter zu betrachten als sie auf den ersten Blick erscheinen.

„Elmshorn ist meine Stadt, meine Heimat und manchmal auch eine Art Hassliebe.“ Diese Beschreibung eines Teilnehmers der Studie beschreibt mit wenigen Worten das allgemeine Bild, das Elmshorner von ihrem Wohnort haben. Eigentlich ganz schön, doch im Allgemeinen wenig sexy. Das ist auch das Ergebnis von Professor Binckebanck. Er übersetzte die vielen kritischen Bemerkungen der Teilnehmer damit: „Solange wir die negative Grundhaltung nicht ändern, solange verpuffen die positiven Benefits.“ Binckebanck formulierte bei der Präsentation diese geringe Wertschätzung der Einwohner noch schärfer: „Eigentlich muss man sich für Elmshorn schämen,“ glaube man den privaten Studien-Teilnehmern.

Wie kommt das Ergebnis zustande? Der Ansatz zur Untersuchung: Was für Gedanken entstehen, wenn man die Augen schließt und an Elmshorn denkt? Welche Bilder entstehen im Kopf? Auf der einen Seite – Personen mit vorwiegend schönen Worten: „Grün, menschlich, nachhaltig“, „gepflegt“ oder „eine wunderschöne grüne Stadt mit Fluss“. Der andere und weitaus größere Teil der privaten Stimmen beschreibt sein Elmshorn hingegen kritisch. Von „scheußlichen Hochhäusern“ oder „vollgeschissenen Straßen“ ist die Rede. Über eine „Steinwüste Königstraße“ und „Innenstadt ohne Flair“ wird gemeckert.

Für den Marken- und Marketingexperten Binckebanck ist Elmshorn – neutral und psychologisch gesehen – eine Stadt mit Minderwertigkeitskomplexen. Das zeigen Analysen der Studie bei differenzierter Betrachtung mit Alters-, Einkommens- oder Bildungsgruppen. Dennoch, resümierte Binckebanck, Elmshorn habe laut Aussagen der Bürger zwar nichts Tolles, aber viel Potenzial, Schönes in Gang zu setzen. Das sei auch schon geschehen, wie zum Beispiel die Begrünung der Königstraße oder die angefangene Sanierung des Quartiers Vormstegen.

Nicht ganz so kritisch wie die Bürger sehen Unternehmer die Stadt im Ganzen. Die Geschäftsleute geben der Politik zwar Schuld, dass die Stadt unter ihren Möglichkeiten agiere, doch ein Grund für eine Abwanderung sei dies nicht. Im Gegenteil. Die breite Masse der befragten Unternehmer stellen der Stadt ein gutes Zeugnis aus.

Elmshorn weiter denken – das ist jetzt die Aufgabe der beteiligten Lenkungsgruppe zu der Studie. Es müsse ein Ruck durch die Stadt gehen, sagte Binckebanck. Zwar sei das Ergebnis aufgrund mangelnder Beteiligung nicht repräsentativ (617 private und 86 gewerbliche Teilnehmer), doch zeige sich anhand der erfassten Daten ein eindeutiges Bild. „Elmshorn ist eine Liebe auf den zweiten Blick“, beschrieb Bürgermeister Volker Hatje die vorgestellte Studie. Viele Menschen beschrieben ihre Heimat schlechter als sie ist, dennoch kann Elmshorn mit Hilfe dieser Auswertung am Image arbeiten. Wichtig dabei. Jeder Mensch müsse mitarbeiten, um Elmshorn voranzutreiben.

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erstellt am 30.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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