Letzte Hemmschwelle an Gleichgültigkeit überschritten

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22. März 2011, 08:37 Uhr

Nachdem deutschlandweit immer wieder Kinder und Jugendliche mitten im Nichts aus Zügen geworfen werden, weil sie entweder kein gültiges oder ein falsches Ticket haben oder erst gar nicht die Möglichkeit hatten, überhaupt einen Fahrschein zu lösen, weil die engagierten Anhänger einer Freizeitkultur namens Vandalismus sämtliche Fahrscheinautomaten eingetreten oder angezündet haben, hat das Vor-die Tür-Setzen im öffentlichen Personennahverkehr nun eine ganz neue Qualität erreicht. Mit dem Rauswerfen einer Mutter samt weinendem Säugling in Elmshorn scheint jetzt die letzte Hemmschwelle an Gleichgültigkeit überschritten.

Ich hätte mir vom Busfahrer mehr Souveränität gewünscht, schließlich gibt es Kollegen, die ganz andere Dinge ertragen müssen. Ich sag nur: Schulbus nach der sechsten Stunde! Nicht nur, dass dort die Lautstärke leicht Düsenjägerniveau erreicht, auch Kloppereien und Feuerzeugspielchen im hinteren Drittel sind da ganz normal. Die meisten Kinder kommen kaum noch zum Rauchen bei der ganzen Unruhe.

Der eigentliche Aufreger dieser Aktion ist jedoch, dass sich zwei ältere Frauen so massiv über ein weinendes Kind beschwert haben, dass dem Fahrer nichts anderes übrig blieb, als eine der beiden Lärmquellen vor die Tür zu setzen. Seine Entscheidung war nur logisch, denn hätte er die beiden zeternden Ollen von der Weiterfahrt ausgeschlossen, dann hätte das Kind wahrscheinlich immer noch weiter gebrüllt.

Aber! Aber, liebe Omis, sagen Sie mal, was ist denn mit Ihnen los? In Ihrem fortgeschrittenem Alter würde man sich einfach mehr Gelassenheit wünschen und dass Sie so viel Geduld aufbringen, wie wir es immer wieder mit ihres gleichen tun, wenn wir an der Kasse mal wieder einmal geduldig warten, bis Euch die Groschen einzeln aus dem Portemonnaie gezählt wurden und Sie mit Ihrem langweiligen Geschwätz wieder mal den ganzen Laden aufhalten. Und das in aller Frühe, wenn Leute es auf dem Weg zur Arbeit eventuell eilig haben und nicht so, wie Sie den Rest des Tages mit dem Sofakissen unter den verschränkten Armen aus dem Stubenfenster auf die Straßen glotzen und Falschparker aufschreiben. Was wäre, wenn wir demnächst bei "grün" einfach mal losfahren würden, obwohl Sie noch nicht einmal die Hälfte des Zebrastreifens geschafft haben und sich in der Mitte umständlich ein Taschentuch aus der Tasche suchen und die Nase putzen? Schon mal drüber nachgedacht?

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