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Elmshorner Nachrichten

21. November 2017 | 07:36 Uhr

Leitstelle erleidet Infarkt

vom

Chaos an der Elmshorner Regionalleitstelle: Retter glauben, dass deshalb schon Menschen gestorben sind

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Elmshorn | Ständig technische Probleme: Ausfälle des Funks, der Alarmierungs geräte und des Einsatzprogramms. Das Chaos in der Kooperativen Regionalleitstelle Elmshorn (KRLS) scheint weitaus größer zu sein als bislang angenommen. In einem Brief an unsere Zeitung prangern Mitarbeiter des Rettungsdienstes massive Probleme in der täglichen Arbeit an. Besonders prekär: Bei vielen Alarmierungen kommt es auf jede Sekunde an. Denn es geht um Menschenleben. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes vermuten, dass aufgrund von technischen Pannen und den daraus folgenden Zeitverzögerungen bereits Menschen gestorben sind.

Und nicht nur bei den Einsatzkräften der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) gibt es Schwierigkeiten. Auch bei Feuerwehr und Polizei machen technische Probleme den Mitarbeitern zu schaffen. Das wurde unserer Zeitung hinter vorgehaltener Hand bestätigt.

Dabei sind die Probleme nicht neu: Bereits vor gut einem Jahr hatte Stephan Bandlow-Hoyer, Chef der Leitstelle, den Kreispolitikern ein Gutachten vorgelegt, in dem von erheblichen technischen Problemen die Rede war.

Das räumt auch Marc Trampe, Sprecher der für die Regionalleitstelle zuständigen Pinneberger Kreisverwaltung ein. Der Ärger habe sogar schon früher begonnen. Seit 2010 haben Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei eine gemeinsam Leitstelle. Und seitdem, so Trampe, habe es immer wieder Schwierigkeiten mit der von einer österreichischen Firma installierten Technik gegeben. Für die Technik ist das Land zuständig. "Das wird eine Dauerbaustelle bleiben", mutmaßt ein mit der Leitstelle betrauter Mitarbeiter der Polizei. Die KRLS koordiniert für die Landkreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen Rettungsdienste, Feuerwehren und Katastrophenschutz einheiten sowie Polizeieinsätze für die Kreise Pinneberg und Segeberg. Steinburg und Dithmarschen.

Erst vor zehn Tagen hatte der Pinneberger Kreistag entschieden, das Leitstellen-Gebäude vom in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Investor zu übernehmen, um endlich grobe Mängel bei der Lüftungsanlage und dem Brandschutz beseitigen zu können.

Die Pressestelle des Innenministeriums war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Unstrittig ist, dass die massiven Probleme erst auftraten, als die gemeinsame Technik für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei installiert wurde. Beim Zweckverband der zweiten Kooperativen Regionalleitstelle in Harrislee denkt man über eine technische Trennung von Feuerwehr und Rettungsdienst auf der einen und Polizei auf der anderen Seite nach. Dort jedoch aus Gründen der höheren Flexibilität, die häufig an hohen Sicherheitsstandards der Polizei scheitert. Allerdings war es auch in Harrislee nach Inbetriebnahme der Leitstelle zu technischen Problemen gekommen.

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