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Horst : Leiden elf Dörfer unter Horsts Luxusproblem?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadtwerke Barmstedt und Neumünster kämpfen um Breitband-Kunden.

von
erstellt am 05.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Horst | Um den Ausbau des schnellen Internets in Horst ist ein Kampf entbrannt. Sowohl die Stadtwerke Barmstedt als auch die Stadtwerke Neumünster buhlen um Kunden. Für die Horster ein echtes Luxusproblem – für die umliegenden Gemeinden könnte dies aber verheerende Folgen haben. Am Ende gehen die elf weiteren Kommunen im Amt Horst-Herzhorn womöglich leer aus. Denn die Barmstedter konzentrieren sich auf das Horster Gemeindegebiet, während Neumünster als Partner des kommunalen Zweckverbands Breitband sämtliche Gemeinden im Amtsbezirk erschließen will – das allerdings nur unter der Voraussetzung, dass eine bestimmte Quote bei den Haushaltsanschlüssen erreicht wird. Ein Erfolg der Stadtwerke Barmstedt könnte diese gefährden.

„Es besteht das Risiko, dass die Außenbereiche unserer Gemeinde und die anderen Gemeinden im Amt am Ende leer ausgehen“, sagt Horsts Bürgermeister Ernst-Wilhelm Mohrdiek im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es wäre fatal, wenn der Zweikampf diese Folge hätte.“ Mohrdiek ist nicht nur Bürgermeister in Horst. Er ist gleichzeitig auch Amtsvorsteher und sogar Vorsteher des Zweckverbands Breitband.

Doch warum gehen die Stadtwerke Barmstedt überhaupt in die Konkurrenz zum Zweckverband? Unsere Zeitung hat bei Werkleiter Fred Freyermuth nachgefragt. „Wir haben uns erstmals 2013 mit dem Thema Horst befasst. Die Gemeinde passt in unser Konzept und wir sehen Potenzial, schließlich haben wir dort bereits 500 Energiekunden.“ Außerdem gebe es nicht mehr viele Möglichkeiten für die Stadtwerke Barmstedt, die unter dem Namen Xitylight ihr eigenes Glasfasernetz betreiben, zu expandieren. Nachdem der Zweckverband dann in einer ersten Ausschreibung keinen Partner für den Ausbau im Amt Horst-Herzhorn gefunden habe, seien die Pläne konkretisiert worden. Als dann im zweiten Anlauf die Stadtwerke Neumünster gefunden wurden, habe es mit diesen und dem Zweckverband Gespräche über eine Kooperation gegeben. „Diese wurden vom Aufsichtsrat der Neumünsteraner dann aber für beendet erklärt“, sagt Freyermuth. Nun galt es eine Entscheidung zu treffen.

Das haben die Barmstedter getan. Mit Vollgas gehen sie den Ausbau des Breitbandnetzes in Horst an. In diesen Tagen werden bereits die ersten Kabel vergraben. Ende des Jahres sollen die ersten Kunden ans Netz können. Damit liegt Xitylight deutlich vor der Konkurrenz. Diese plant, Ende des Jahres mit dem Ausbau zu starten und ab April Kunden in Horst mit schnellem Internet zu versorgen. „Aus Sicht der Bürger ist es schwer nachvollziehbar, dass jetzt nacheinander zwei Unternehmen Glasfaserkabel verlegen. Aber wenn dies wirtschaftlich für uns keinen Sinn machen würde, würden wir es nicht tun“, betont Freyermuth.

Bürgermeister, Amtsvorsteher und Zweckverbandsvorsteher Mohrdiek beobachtet die Situation gespannt. „Ich habe die Hoffnung, dass wir da alle gut rauskommen.“ Sollten sich die Stadtwerke Neumünster wegen Nicht-Erfüllung der vertraglich fixierten Quote zurückziehen, wären die Barmstedter grundsätzlich bereit einzuspringen. „Wir sind ein kommunales Unternehmen und sind uns der Verantwortung für die Region bewusst“, so Freyermuth. Zu welchen Bedingungen dann aber auch das letzte abgelegene Haus zum Beispiel in Altenmoor ans Netz genommen wird, bleibt abzuwarten.

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