Abi-Schock in Elmshorn : Leibniz-Schule: Schüler versagen bei Abi-Prüfung

Auf dem Fahrzeug eines Schülers ist ein Aufkleber mit dem Schriftzug „Abi 2014“ angebracht. Doch 14 Prüflinge haben nicht bestanden.
Auf dem Fahrzeug eines Schülers ist ein Aufkleber mit dem Schriftzug „Abi 2014“ angebracht. Doch 14 Prüflinge haben nicht bestanden.

Schock an Elmshorner Privatschule: Nur 45 von 59 Abiturienten erhalten bei der externen Prüfung die Allgemeine Hochschulreife. Das Landesbildungsministerium will nun die Gründe dafür herausfinden.

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04. Juli 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Zum ersten Mal ließen sich Schüler der Leibniz-Privatschule in diesem Jahr prüfen, um die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Das Ergebnis: 14 von 59 Schülern haben ihr Abitur nicht bestanden. Inwiefern diese hohe Durchfallquote Auswirkungen auf die staatliche Anerkennung des Gymnasialzweigs der Schule hat, sei noch ungewiss, sagte Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein.

Im Gegensatz zur Realschule ist das Gymnasium der Leibniz-Privatschule nicht staatlich anerkannt. Es befindet sich derzeit im Anerkennungsverfahren. Leibniz-Schüler, die das Abitur machen wollten, mussten sich deshalb einer externen Prüfung unterziehen. Diese wurde von der obersten Schulaufsichtsbehörde des Landes geregelt. In vier schriftlichen und vier mündlichen Prüfungen sollten die Schüler zeigen, dass sie insbesondere in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch den gleichen Leistungsstand vorweisen können wie Schüler einer staatlichen allgemeinbildenden Schule. Bewertet wurden sie dabei sowohl von Lehrkräften der Leibniz-Schule als auch von einer externen Prüfungskommission, sagte Schunck. Dabei seien interne und externe Bewertungen um bis zu zwei Schulnoten voneinander abgewichen. Überwiegend hätten die externen Bewerter schlechtere Noten gegeben, jedoch nicht nur, wie Schunck auf Anfrage mitteilte.

„Dass 23 Prozent durchgefallen sind, ist ein Ausrufezeichen“, sagte Schunck. Da das Gymnasium der Leibniz-Privatschule sich noch im Anerkennungsverfahren befindet, werde das Bildungsministerium nun versuchen herauszufinden, weshalb so viele Schüler die Prüfung nicht bestanden haben. Die formalen Voraussetzungen für einen Schulbetrieb – das Einhalten von Gesetzen und Vorgaben – erfülle die Leibniz-Privatschule jedenfalls.

Barbara Manke-Boesten, Schulleiterin der Privatschule, sagte, die externe Prüfung sei für Schüler „unzumutbar“ und „ungerecht“. Dass ihre Schüler schlecht auf die Prüfungen vorbereitet wurden, schloss Manke-Boesten aus: „Wir haben die zentralen Themen im Unterricht geübt.“ Jedoch sei die Rektorin und Geschäftsführerin nicht davon ausgegangen, dass die Schüler so sehr belastet würden.

Angesprochen auf die Durchfallquote sagte Manke-Boesten, dass sie alle Schüler zur Abiturprüfung habe anmelden müssen. Dabei hätten sie und ihr Kollegium bei einigen Schülern von vornherein gewusst, dass diese das Abitur nicht bestehen würden. Sieben Schüler hätten zudem den schulischen Teil der Fachhochschulreife erreicht. Manke-Boesten hoffe, dass die Schule jetzt staatlich anerkannt werde und die Abiturprüfungen selbst abnehmen könne: „Damit die Schüler die gleichen Bedingungen haben wie jeder andere Abiturient.“

Die Privatschule steht aber auch noch aus anderen Gründen in der Kritik: Geschönte Zensuren, ständig wechselnde Lehrer, Mobbing unter den Schülern – ohne dass jemand eingreift – und rauchende Schüler auf dem Schulhof lauten Vorwürfe, die in Schreiben dem sh:z vorliegen. Zudem hätten viele Eltern in den vergangenen Tagen versucht, ihre Kinder wieder auf einer staatlichen Schule anzumelden. Und am Amtsgericht Elmshorn soll heute entschieden werden, ob die fristlose Kündigung eines Schulvertrags aus den obigen Gründen im vergangenen Jahr gerechtfertigt war.

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