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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:51 Uhr

LED-Lampen: Stadt kassiert für Test-Lauf

vom

Mühlendamm: Anwohner sollen für Versuch bezahlen / Widerspruch zwecklos?

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Elmshorn | Das Licht, das Anwohnern am Mühlendamm seit einiger Zeit aufgeht, strahlt hell und energiesparend. Die Stadtwerke haben dort alte Straßenlaternen gegen moderne LED-Leuchten ausgetauscht. Das sollte die Anwohner eigentlich freuen. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Für die als Test- und Pilotprojekt ausgelegte Beleuchtung werden sie nun zur Kasse gebeten. Rund 500 Euro soll jeder Eigentümer zahlen. Wollen sie aber nicht. Fast alle Betroffenen haben Widerspruch gegen den Beitragsbescheid der Stadt eingelegt.

"Wir fühlen uns verarscht", sagt ein Anwohner. Seinen Namen möchte der Immobilieninhaber nicht öffentlich preisgeben. Was die Leute an der Stichstraße zwischen Steindammpark und Badeanstalt aber auf die Palme bringt, ist die Art und Weise, wie sie zur Kasse gebeten - "gezwungen" werden. "Die Stadt baut sich hier eine Prachtstraße und wir sollen dies auch noch bezahlen", haben sich die Anwohner eingeschworen.

Viel schlimmer noch: Die drei neuen Leuchten sind als Test- und Pilotprojekt dort installiert. Die Stadtwerke wollen damit testen, wie sich die neue energiesparende Technik dieses einen Herstellers im Alltagseinsatz bewährt. "Und für den Test sollen wir auch noch bezahlen. Das ist Abzocke", sagen die betroffenen Eigentümer.

Vor rund einem Jahr wurden die Leuchten aufgebaut. Jetzt - im Sommer 2013 - ging den Stadtvertretern ein Licht auf und aufgrund leerer Kassen könnte ein Beitragsbescheid den Test finanzieren, werfen die Mühlendamm-Leute der Stadt vor. "Genau so kommt uns das vor", sagt man sich in der Straße. Angst besteht auch darüber, dass nach dem Test neue Lampen kämen und man wieder zur Kasse gebeten würde. Dagegen wolle man sich wehren.

Allerdings sieht die Lage nicht sehr gut aus. Statt Aussicht auf Erfolg scheint der Widerspruch eher ein aussichtsloses Unterfangen zu werden. Die Stadt ist laut eigener Satzung berechtigt, so vorzugehen. Maren Wehrhahn vom zuständigen Flächenmanagement im Elmshorner Rathaus versteht den Unmut der Anwohner. Die Stadt habe aber keine andere Möglichkeit, als sich an ihre eigene Satzung und darüber hinaus an geltendes Recht zu halten. Und weiter: Im Zuge des Austausches von alten Quecksilberdampflampen in der Stadt wäre es früher oder später sowieso zum Austausch der Lampen dort gekommen.

Dieses Argument wollen die Anwohner des betroffenen Mühlendamm-Abschnittes so nicht gelten lassen. Die Eigentümer sehen nicht ein, Lampen zu bezahlen, obwohl die alten noch voll funktionsfähig waren. "Die machen einfach, was sie wollen. Und wir müssen den Kram bezahlen, ob wir wollen oder nicht", äußern Betroffene ihren Unmut weiter. Und warum müsse man überhaupt für ein Pilotprojekt bezahlen. Tests, so die Auffassung am Mühlendam, können nicht in Rechnung gestellt werden.

75 Prozent der Kosten hat die Stadt in ihrem Beitragsbescheid auf die Anlieger umgelegt. Das ist das Höchstmaß des Möglichen und gilt für Anliegerstraßen, in denen kein Durchgangsverkehr herrscht. An Hauptstraßen würde der Anteil der Eigentümer geringer ausfallen. Jetzt prüfen die Betroffenen am Mühlendamm, wie sie um den Bescheid herum kommen.

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