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Elmshorn : Langelohe-Umfrage: Fast alle sind gegen das neue Verkehrskonzept

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die veränderte Verkehrsführung stößt auf große Kritik. Über 500 Elmshorner haben bei unserer großen Online-Umfrage abgestimmt, 85 Prozent finden den Rad-Schutzstreifen schlecht.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Elmshorn Eine überwältigende  Anzahl von Reaktionen haben die EN auf die Berichterstattung über die veränderte Verkehrsführung auf Langelohe hin erreicht. Allein an der Online-Umfrage unserer Zeitung haben sich über 500 Personen beteiligt. Und die Tendenz ist eindeutig: Fast alle Meinungsäußerungen richten sich gegen die Einrichtung des Fahrrad-Schutzstreifens und dessen Unterbrechung auf Höhe der neuen Verkehrsinsel.

Bei der Umfrage haben 85 Prozent der Teilnehmer die Option „Das führt nur zu Verwirrung. Die Unterbrechung des Schutzstreifens an der Verkehrsinsel ist für Radfahrer sogar lebensgefährlich“ entschieden. Nur elf Prozent sind der Meinung, dass die veränderte Verkehrsführung eine gute Idee ist, weil Radfahrer schneller voran kommen und durch den Schutzstreifen besser geschützt werden. Die Option „Die Stadt meint es sicherlich gut. Aber die Verkehrsführung ist noch nicht ausgereift genug. Zusätzliche Schilder würden helfen“ haben vier Prozent ausgewählt.

Die Gründe für die Ablehnung der neuen Maßnahme der Stadt-Verkehrsplaner zeigen sich in den persönlichen Gesprächen mit den EN, in den Kommentaren der sozialen Netzwerken und auf der Internetseite unserer Zeitung. Vor allem kritisiert wird das Argument der Verkehrsplanerin Ellen Unger, das Fahren auf der Straße sei ungefährlicher als auf dem alten Radweg neben dem Bürgersteig. So schreibt Thorsten Kropp in der Kommentarspalte unter dem Online-Artikel, auf diese Weise bestünde jetzt die Gefahr, dass Radfahrer zur Rushhour mit Autos kollidieren würden, statt mit Fußgängern. „Ist das etwa besser? Warum macht man den Radweg nicht einfach etwas breiter, anstatt die Fahrbahn zu bepinseln? “.

Ein Vater äußert sich im sozialen Netzwerk Facebook, er würde seine Kinder niemals auf dem Schutzstreifen fahren lassen, solange es einen Fahrradweg gebe. Und ein anderer Nutzer schreibt, es werde „wider besseren Wissens die Verkehrssituation dramatisch verschlechtert und Menschen gefährdet.“ Der polemische Kommentar eines Elmshorners: „Dann können die Bürgersteige auch ganz weg und die Fußgänger mit auf die Straße. Immerhin nimmt man sie dann besser wahr. Dann sind wir auch wieder da, wo wir früher waren: Straßen ohne Bürgersteige.“

 

EN-Leserin Ursula Nigbur erzählt von den Schwierigkeiten, die sie seit der neuen Verkehrsführung hat, wenn sie zu ihrem  Arzt auf Langelohe will. Die Seniorin nutzt einen Rollator und ist deshalb auf einen gut erreichbaren Parkplatz angewiesen. „Aber um auf den Parkplatz beim Arzt zu kommen, müssen wir jetzt zwei Radfahrwege überqueren. Das ist fast unmöglich“, sagt sie. „Und auf der Straße darf man ja jetzt auch nicht mehr parken.“ Die Situation sei für alle Verkehrsteilnehmer sehr gefährlich. „Da muss wohl erst etwas passieren, damit die Situation verbessert wird.“

Generell, so der Tenor, sei die neue Verkehrsführung auf Langelohe zu komplex und zu wenig durchdacht. „Vielleicht sollte man einfach mal darüber nachdenken, ob Verkehrsführungen, die erst in der Presse erklärt werden müssen, damit man sie versteht, wirklich sinnvoll sind.“ Das Geld für die Maßnahme, so liest man immer wieder in den Kommentarspalten, hätte anderweitig besser genutzt werden können. Außerdem hätten die Bürger der Stadt besser in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden sollen.

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