Projekt für die Innenstadt : Kunstobjekte zum Nachdenken

<p>Makaber? Eine „gehenkte“ Plastikflasche.</p>
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Makaber? Eine „gehenkte“ Plastikflasche.

Stadtmarketing organisiert „Kunst im Schaufenster“ mit Arbeiten der französischen Künstlerin Cat Montégut in der Innenstadt.

shz.de von
14. Juli 2018, 10:36 Uhr

Elmshorn | Manch einem Passanten in der Elmshorner Königstraße mag es bereits aufgefallen sein: In den Schaufenstern der derzeit leerstehenden Geschäfte, Hausnummer 39 bis 41, befinden sich mehrere auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutende Gegenstände sowie einige informative Texttafeln dazu. Es handelt sich dabei um eine frisch installierte Kunstpräsentation mit Arbeiten der französischen Künstlerin Cat Montégut. Diese wird vom Stadtmarketing Elmshorn organisatorisch mit der Absicht unterstützt, sinnvolle Zwischennutzungen  von leerstehenden Schaufenstern   zu erzielen, solange die dazugehörigen Geschäfte  brach liegen  beziehungsweise    noch nicht wieder neu vermietet sind.

„Als vorübergehende Lösung verschönern Kunstausstellungen das Stadtbild und bieten interessante Anziehungspunkte für die Innenstadtbesucher. Wir würden uns freuen, wenn auch andere Eigentümer diesem positiven Beispiel folgen und Raum für Zwischennutzungen zur Verfügung stellen“, betont Stadtmarketing-Chefin Manuela Kase.

Doch es geht bei dieser Initiative nicht nur darum, die leeren Schaufenster vorübergehend optisch  zu füllen, denn es sollen auch Inhalte vermittelt beziehungsweise Anregungen zu Diskussionen gegeben werden.  „Die in Elmshorn lebende Künstlerin mit französischen Wurzeln hat bereits in Wiesbaden und zuletzt mehrfach in New York ausgestellt. Mit ihren aktuellen Werken zum Thema Umweltschutz sucht sie nun wieder die Öffentlichkeit und hat mit den Schaufenstern in der Königstraße einen besonderen Rahmen für die Präsentation ihrer Kunst gefunden“, erläutert Kase .

Widersprüchlichkeiten unserer Gesellschaft

Und diese besteht aus teilweise sehr drastisch  gestalteten Exponaten: So erblicken die Betrachter beispielsweise Plastikflaschen in Galgenschlingen, einen aus Plastikmüll geformten Meeresfisch  und Laub in Bäumen, das aus Mülltüten besteht.

 „Die Arbeiten von Cat Montégut zeigen Widersprüchlichkeiten unserer  Gesellschaft in Form scharfer Kontraste, die sich dem Betrachter erst auf dem zweiten Blick erschließen. Licht und Schatten trennen Offensichtliches von Verborgenem, Wahrheit von Lüge, Echtes von Unechtem. Dazu nutzt sie Alltagsmaterialien wie Baumwolle, Papier, Holz, Seide, Streichhölzer, Plastik oder Stacheldraht“, so Kase. Der  Künstlerin selbst geht es nach eigener Aussage darum, Themen der Gesellschaft  in ihrer Kunst  zu thematisieren und gegebenenfalls dadurch Anstöße zum Nachdenken oder zu Gesprächen zu geben. Kernbegriffe wie „Toleranz“, „kein Krieg, sondern Frieden“, „Wasserknappheit“ und „viel Liebe“ seien prägend für ihre Ausarbeitungen, die jetzt in einer kleineren Auswahl noch bis zum 8. September,  in der Königstraße  zu sehen sind. 

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