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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 14:42 Uhr

Elmsorn : Kultschiff im Kleinformat

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ein Prachtstück der Modellbaukunst: Ernst Grube aus Kölln-Reisiek hat die „Klostersande“ nachgebaut. Gut 300 Stunden brauchte der 74-Jährige für die Miniaturausgabe im Maßstab 1:50.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | „Phänomenal! Ich bewundere Menschen, die so etwas können!" Begeistert zeigt sich Frank Lexau, Vorsitzender des Fördervereins MS Klostersande e.V. über ein Modell des früheren Getreidefrachters, gebaut von Ernst Grube aus Kölln-Reisiek. Gut 300 Stunden hat der 74-Jährige zwischen Mitte und Ende vergangenen Jahres in seiner Werkstatt zugebracht, um die Mini-Klostersande fertigzustellen. Am Ende präsentierte Grube jetzt ein dreidimensionales Abbild des Schiffes im Maßstab 1:50. 

Am Anfang war es ein ziemlich unansehnlicher Rumpf aus Kunststoff, den der Förderverein in seinem Besitz hatte. Und die Frage: Was machen wir jetzt damit? Sollte heißen: Wer baut daraus ein schmuckes Modell? Niemand wollte so recht, da hob Grube die Hand und hatte den Auftrag. Ob er sich den Bau so einfach vorgestellt hatte? Wohl kaum, aber Modellbau ist nun mal sein Hobby, Grube ist Mitglied in der Interessengemeinschaft Schiffsmodellbau Elmshorn. Also machte er sich an die Arbeit.

Er besorgte sich einen Bauplan, brachte den vorhandenen Rumpf wieder in Form, hatte - nach eigenen Angaben - insbesondere mit dem Steuerhaus so seine Schwierigkeiten. Mehr als einmal pilgerte Grube auch an den Hafen, fotografierte Einzelheiten, erarbeitete sich Details von den Kreuzpollern über die Positionslaternen bis zu Türdrückern. Manches gab es ja im Fachhandel, vieles musste aber von Hand angefertigt werden.

Grube sprach auch mit den letzten Schiffsführer Günther Holtz, der ihm etwa die sogenannte Blaue Tafel erklärte, mit deren Hilfe Binnenschiffe auf Flussfahrt auch auf der „falschen“ Seite fahren dürfen. Holtz zeigte ihm auch, die seitlich am Schiff angebrachten Stangen, die ausgeschwenkt werden konnten, um daran einen Menschen in einem Korb an Land zu setzen, falls es keine Anlegestelle gibt. Nichts davon fehlt am Modell.

Ihren „Liegeplatz“ soll die Mini-Klostersande nun an Bord ihres großen Vorbildes finden. Zur Erinnerung: Die echte Klostersande wurde 1968 mit der Bau-Nummer 226 auf der Werft Busching&Rosemeyer in Uffeln/Weser gebaut und fuhr Getreide für Peter Kölln. Sie konnte maximal 500 Tonnen laden. Ihr Antrieb ist ein Zwölf-Zylinder Deutz-Diesel mit 300 PS. Das Schiff mit dem rasanten Bug ist 55 Meter lang und 6,60 Meter breit. Im Jahr 2000 wurde die Klostersande außer Dienst gestellt und verkauft. Am 14. Mai 2013 kehrte sie nach Elmshorn zurück. Gekauft vom Förderverein für 55.000 Euro.

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