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Elmshorner Nachrichten

20. September 2017 | 22:01 Uhr

„Kuhschule“: Zukunft weiter unklar

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Duldung des Bauwagens im Liether Moor für dieses Jahr steht in Aussicht / Robustrinderverein hofft auf dauerhafte Lösung

„Ein Verein zwischen Ehre und Ärger! Treffender kann man das letzte Jahr nicht beschreiben“, mit diesen Worten fasste der Vorsitzende des Robustrindervereins, Dieter Wichmann, während der Jahreshauptversammlung des Vereins das abgelaufene Jahr zusammen. Einerseits wurde dem Verein der Hanse-Umweltpreis für Hamburg und Umgebung, dotiert mit 3000 Euro überreicht, andererseits hat der Verein mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Dazu zählen unter anderem der Erhalt der „Kuhschule“ samt mobilem Toilettenhäuschen, Sitzbänken und Bauwagen. Aber auch Giftpflanzen, wie der Wasserschierling, die im Moor wachsen und bereits den Zuchtbullen des Vereins vergiftet haben.


Treffen mit Kommunalpolitikern


Diese Probleme schilderte Wichmann aber nicht nur den Mitgliedern während der Versammlung, sondern auch den Klein Nordender Gemeindevertretern. Die Kommunalpolitiker hatten den Verein in der „Kuhschule“ besucht und bekamen so vor Ort einen Eindruck von der Arbeit und den Sorgen. Wichmann berichtete von der Zusammenarbeit mit der Grundschule Klein Nordende-Lieth, der Begeisterung der Schulkinder. „Wir bieten den Kindern Informationen rund um die Natur, mitten in der Natur“, so der Vorsitzende. Er schilderte auch die Anfänge des Vereins, die damalige Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und schlug so den Bogen zur heutigen Situation: „Ich kann nicht nachvollziehen, wieso wir erst mit Lob überschüttet wurden und jetzt am liebsten aus dem Moor verschwinden sollen.“

Aus seiner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum die Baubehörde die „Kuhschule“ in ihrer jetzigen Form nicht akzeptieren kann. „Auf demselben Flurstück, auf dem sich die ‚Kuhschule‘ befindet, ist eine Garage mit Werkstatt auf einer dicken Betonplatte gebaut worden, mindestens 20 Quadratmeter groß. Und dann soll 20 Meter daneben unser beweglicher Bauwagen nicht aufgestellt werden dürfen?“, so Wichmann. „Sieben Jahre lang hat der Bauwagen 100 Meter weiter weg gestanden, das hat niemanden gestört.“ Er fragte in die Runde: „Wen stören wir hier? Was haben wir hier falsch gemacht?“ Klare Antworten, so Wichmann, habe er auf diese Fragen vom Kreis Pinneberg jedenfalls nicht erhalten und weist darauf hin, dass die „Kuhschule“ an einer vielbefahrenen Straße des Liether Moores liegt.


Langfristige Lösung nicht in Sicht


Der Vorsitzende des Robustrindervereins berichtete auch von einem Treffen mit dem Bauamt und der Unteren Naturschutzbehörde, das vor kurzem in der „Kuhschule“ stattgefunden hat. Als Ergebnis scheint sich eine Duldung für dieses Jahr, aber noch keine langfristige Lösung abzuzeichnen. „Die mobile Toilette muss auch künftig ein fester Bestandteil der „Kuhschule“ sein. Besonders die Lehrer fragen uns immer, ob eine Toilette vorhanden ist. Sollte die Toilette hier weg müssen, dann höre ich sofort auf“, sagte Wichmann. Der Chef des Robustrindervereins bat die Gemeindevertreter um Unterstützung und fügte hinzu: „Ich bin für Kritik jederzeit offen.“

Hans Mann (CDU, Bürgerliches Mitglied im Umweltausschuss) hatte einige alternative Ideen hinsichtlich des Bauwagens der „Kuhschule“. Er schlug vor, einen größeren Bauwagen anzuschaffen, der für die jeweiligen Schultermine per Trecker in die Schule gebracht werden könne. Dann würde es sich nicht mehr um ein Bauwerk, sondern um eine zeitweilige Nutzung handeln. Mann erklärte auch, dass er die Bedenken der Baubehörde nachvollziehen könne. Bei der „Kuhschule“ handele es sich um ein Bauwerk. Würde das in seiner jetzigen Form geduldet, dann hätte das eine negative Vorbildfunktion. „Das hieße dann gleiches Recht für alle“, so Mann. Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinkel griff noch einmal den Besuch von Kreisbauamt und Unterer Naturschutzbehörde auf. Schinkel berichtete, dass es für den Erhalt der „Kuhschule“ durchaus Lösungsansätze gebe und berichtete von der Möglichkeit einer Privilegierung, wenn das Grundstück, auf dem sich die „Kuhschule“ befindet, sich im Eigentum des Vereins befände.

Eine weitere Möglichkeit wäre, die „Kuhschule“ und die Schutzhütte für die Fahrradfahrer, die sich im Liether Moor nur wenige hundert Meter vom Gelände des Robustrindervereins befindet, zusammenzuführen. Das würde eine Änderung des Flächennutzungsplan erfordern. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, sagte Schinkel abschließend mit Blick auf die anwesenden Gemeindevertreter.




















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