Künstler Jochen Valett ist auch mit 90 Jahren noch aktiv

Der Horster Künstler Jochen Valett feierte seinen 90. Geburtstag.  Foto: moh
Der Horster Künstler Jochen Valett feierte seinen 90. Geburtstag. Foto: moh

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07. Mai 2012, 03:59 Uhr

Horst | Seinen 90. Geburtstag feierte am vergangenen Sonnabend der international bekannte und renommierte Künstler Jochen Valett im Kreise seiner Familie und Freunde. Valett, der seit 1985 im Horster Grenzweg sein Domizil hat, hat sich als Holzbildhauer und Metallgestalter einen Namen gemacht. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, prämierte Entwürfe bei Wettbewerben sowie Museums- und Regierungsankäufe seiner Werke zeugen davon. Eine Auszeichnung "Spielzeug des Jahres" in Japan ist ebenfalls auf das Schaffen Valetts zurückzuführen. Werke des Horster Künstlers sind unter anderem vor dem Elmshorner Industriemuseum, am Sperrwerk in Husum, an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg, am Itzehoer Krankenhaus und an der Grundschule in Halstenbek zu sehen.

Jochen Valett wurde am 5. Mai 1922 in Minden geboren und studierte nach dem Krieg Elektrotechnik und Physik. Außerdem war er mit Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Windenergie beschäftigt. Nach Beendigung des Studium widmete sich Valett der bildenden Kunst. "Sinn meiner Arbeit sind Dinge, die vorwiegend durch Bewegung leben, Freude bereiten und leicht zu begreifen sind", so der 90-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Valett entwarf unter anderem Holz- und Metallspielzeuge, Geduldsspiele, kinetische Objekte und Schmuck aus Edelstahl. Die Serienproduktion und den Vertrieb von kinetischen Objekten und Schmuck hat mittlerweile sein Sohn Conrad übernommen.

Bis zum 83. Lebensjahr arbeitete Jochen Valett täglich an seinen künstlerischen Ideen. Doch mit schlechter werdendem Augenlicht wurde sein Schaffensdrang eingeengt. Ganz versiegt ist er aber bis heute nicht. Davon zeugen die Arbeiten, die er bei sich im Garten und auf der Terrasse stehen hat.

"Auch wenn die körperliche Fitness nachlässt, nachdenken und schimpfen kann ich immer noch gut", sagte Valett, der noch regen Anteil am politischen Tagesgeschehen nimmt. Besonders die Mindestlohndebatte interessiert ihn. "Es ist eine Schande, dass Menschen für vier Euro Stundenlohn richtig schuften müssen", so seine Aussage.

Sorgen bereitet ihm derzeit seine eigene wohnliche Zukunft. Nach dem Tod seiner Frau musste das Anwesen im Grenzweg versteigert werden. Zwar hat Jochen Valett dort Wohnrecht, doch der neue Besitzer würde es gern sehen, wenn der Künstler auszieht. "Wenn ich hier weg müsste, das würde mir das Herz brechen", sagte Valett, der auf dem Grundstück sogar einen zwei Hektar großen Wald angepflanzt und einen großen Teich angelegt hat.

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