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Elmshorner Nachrichten

18. Dezember 2017 | 14:09 Uhr

Integrationsarbeit : Kritik am Einwandererbund

vom

Gencler Birligi kritisiert Forderungen des Einwandererbundes. "Hayri Öznarin ist kein Sprecher der Migranten".

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 09:01 Uhr

Elmshorn | Die Klagen des Elmshorner Einwandererbundes (EWB) nach mehr Zuschüssen von Stadt und Kreis sorgte in der Verwaltung für Unverständnis (wir berichteten). Doch auch bei anderen Verbänden, die sich für die Integration ausländischer Mitbürger einsetzen, regt sich Widerstand gegen die Äußerungen von EWB-Präsident Hayri Öznarin.

"Wir kritisieren die Art und Weise, wie Herr Öznarin die Integrationsarbeit im Kreis darstellt - er tut so, dass der EWB der einzige Verein wäre, der sich darum kümmert", sagt Mehmet Karakavak. Er ist Geschäftsführer beim Elmshorner Fußballverein Gencler Birligi. Er nennt Institutionen wie die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein (TGSH), Diakonie, Awo, Brücke oder auch die Familienbildungsstätte, die in Elmshorn hervorragende Arbeit für die Migranten machen. Auch sein Verein Gencler Birligi hilft dabei mit: "Wir sehen uns nicht als klassischen Fußballverein, sondern fühlen uns für unsere Jugendlichen verantwortlich", erzählt Karakavak, der selbst seit kurzem die Deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. So helfe man den jungen Leuten aus den verschiedensten Nationen etwa beim Start ins Berufsleben. Hier arbeitet der Verein eng mit der TGSH zusammen, die eine Außenstelle in Hainholz hat. So werden den Jugendlichen Praktika und Einstellungsgespräche vermittelt. "Das machen wir aber im kleinen Rahmen - und alles ohne Zuschüsse", betont der 49-Jährige. "Mit dem Forum der Vielfalt gibt es außerdem ein weiteres Projekt, initiiert von der Integrationsbeauf tragten der Stadt Elmshorn, bei dem sich Menschen für Integration einsetzen können", erläutert Karakavak, der sich auch hier ehrenamtlich engagiert.

Er habe mit Unverständnis die Berichterstattung der Elmshorner Nachrichten zu den Forderungen des EWB verfolgt. Die Aussagen des Präsidenten sorgen bereits seit längerem für Kritik. "Hayri Öznarin ist kein Sprecher der Migranten, auch nicht der mit türkischer Herkunft", so Karakavak. Gencler Birligi mache die Arbeit ehrenamtlich - ganz im Gegensatz zum EWB. "Der Verein hat 29 Beschäftigte, die alle bezahlt werden. Sowohl Herr Öznarin als auch seine Tochter als Geschäftsführerin bekommen Gehalt. Wie und mit welchen Mitteln werden sie eigentlich bezahlt und was für Qualifikationen haben sie ?", fragt Karakavak.

Auch in einem anderen Punkt stimmt er nicht mit den Äußerungen von Hayri Öznarin überein: Dabei geht es um die Gründung von Gencler Birligi im Jahr 1984. "Herr Öznarin behauptete schon mehrfach, er hätte unseren Verein gegründet - doch das stimmt nicht", stellt Karakavak klar. Das beweisen auch die Gründungs-Protokolle von damals. "Herr Öznarin war nur passives Mitglied in unserem Verein und ist nach ein paar Jahren ausgetreten. Er will sich mit fremden Federn schmücken", sagt der Geschäftsführer. Statt Öznarin müssten andere Namen genannt werden: "Nevzar Öncan, Selim Kavcioglu, Fevzi Bostan, Osman Meric und Asker Kilic waren damals für die Gründung verantwortlich."

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