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Feuer in Elmshorn : Kripo ermittelt nach Böller-Brand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Seit Tagen warfen Kinder Feuerwerkskörper vom Balkon eines Hochhauses in Elmshorn. Nun sind zwei Wohnungen unbewohnbar, der Schaden geht in die Hunderttausende.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Bis kurz vor 11.30 Uhr war für Marlies Niedersebruch aus dem Elmshorner Ellerndamm die Welt einigermaßen in Ordnung. Sie ärgerte sich nur, dass ständig Böller in der Nähe ihrer Fenster explodierten. „Die wurden von oben runtergeworfen“, sagt sie. Andere Anlieger bestätigen das. Seit einigen Tagen hätten Kinder Feuerwerkskörper vom Balkon des Hochhauses geworfen. Marlies Niedersebruch wohnt im dritten Stock über der Wohnung in der das Feuer ausbrach. „Ich habe auf einmal Qualm gesehen“, berichtet sie. „Plötzlich rief jemand Feuer, Feuer!“ Der Qualm wurde dichter. Ihr Mann alarmierte die Freiwillige Feuerwehr Elmshorn.

Die Kriminalpolizei Elmshorn hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Balkon als Folge des Abbrennens von Feuerwerkskörpern in Brand geraten ist. Es wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. Die Wohnung wurde zur weiteren Untersuchung beschlagnahmt. Die Polizei warnt erneut vor unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Schnell waren 25 Einsatzkräfte mit acht Fahrzeugen am Brandort. Der Balkon der Wohnung stand in Flammen. Vom Boden aus wurde der Brand bekämpft. Sicherheitshalber wurden zwei Mann unter Atemschutz per Drehleiter zu der Wohnung hochgefahren. Der Brand auf dem Balkon war schnell gelöscht. Doch das Feuer hatte bereits durch die zerborstene Fensterscheibe auf die Vier-Zimmer-Wohnung übergegriffen. Die Wohnungsinhaber waren nicht in der Wohnung, als das Feuer ausbrach. Als sie zum Brandort kamen, waren Feuerwehrmänner gerade dabei, verkohlte Möbelstücke vom Balkon zu werfen. „Schlimm, die hatten ihre Wohnung gerade erst renoviert“, sagte Marlies Niedersebruch. Die Wohnung ist unbewohnbar.

Gleiches gilt auch für die darunter liegende Wohnung im ersten Stock. Der Grund ist ein massiver Wasserschaden. Wegen der großen Hitze war in der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, das Ventil eines Heizungsrohres geplatzt und das Wasser ausgelaufen. Die Feuerwehr unter der Einsatzleitung von Zugführer Renee Chandony versuchte, mit Planen und einem Wassersauger den Schaden zu begrenzen. Die Wohnung im Parterre wurde ebenfalls vom Wasser beschädigt. Die darüber liegenden Wohnungen sind wegen der starken Rauchentwicklung in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Stadt Elmshorn kümmert sich um eine vorübergehende Unterbringung einiger Betroffener in einem Hotel oder einer Pension. Die Bewohner der Brandwohnung kommen privat unter. Der Schaden: 300.000 Euro.

 

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