zur Navigation springen

Elmshorner Stadtumbau : Kremerhallen: Abriss verzögert sich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Bagger rücken jetzt doch erst im März 2018 an. Dann soll auch der alte Sky-Markt abgerissen werden.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2017 | 10:00 Uhr

Das Millionenprojekt Stadtumbau West: In den Büros im Elmshorner Rathaus stapeln sich die Unterlagen, hängen die Pläne an den Wänden. Doch für die Elmshorner ist bisher kaum sichtbar, dass da etwas Großes auf sie zukommt, sich das Gesicht der Stadt nachhaltig verändert. Das einzige Großprojekt, das bisher im Sanierungsgebiet verwirklich wurde, wird privat gestemmt. Das Unternehmen Semmelhaack investiert 25 Millionen Euro in das City-Quartier. Die ersten Mieter sind schon eingezogen.

Und die Stadt? Die wollte 2017 – endlich – ein erstes sichtbares Zeichen setzen und die Kremerhallen abreißen. Doch daraus wird nichts. „Der Abriss verschiebt sich“, räumte Elmshorns Stadtrat Dirk Moritz ein. Die Abrissbagger werden jetzt erst im März 2018 in der Straße Osterfeld anrücken. Gründe gibt es viele: Die Stadt muss zunächst analysieren, welche Materialien in den Hallen verbaut wurden und wie die zu entsorgen sind. Der Bausektor boomt, die Analyselabore sind ausgelastet. Die Gewerbeabfallordnung gibt der Stadt klar vor, wie die Trennung, Entsorgung und Dokumentation von Stoffen zu erfolgen hat. Die Bürokratie bahnt sich ihren Weg.

Aber auch innerhalb der städtischen Verantwortlichkeiten kommt es zu Kollisionen und damit zu Verzögerungen: In der Straße Osterfeld haben vergangene Woche die Arbeiten am Entwässerungsnetz für das Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen begonnen. Hier wird bis März 2018 gebuddelt.

Der Abriss der Kremerhallen: Sie müssen weg, weil Platz für die Verlegung der Schauenburger Straße geschaffen wird. Wo diese Straße heute verläuft, wird auf einer Fläche von 4400 Quadratmetern das neue Elmshorner Rathaus für zirka 30,5    Millionen Euro entstehen. Der Neubau soll 2024 fertig sein. Die Umsetzung dieses Großprojekts hat sich – bisher – um 4,5 Jahre verzögert.

Den März 2018 als neues Abrissdatum will die Stadt jetzt unbedingt halten. Das Grundstück gehört längst ihr. Auch der ehemalige Sky-Markt an der Berliner Straße soll ab März 2018 weichen – wenn der letzte Mieter ausgezogen ist. Nach Informationen der EN gibt es bisher noch keine Einigung über eine Ersatzfläche, obwohl die Stadt mehrere Alternativstandorte angeboten hatte.

Laut neuem Zeitplan soll das Postbank-Gebäude an der Berliner Straße Ende 2018/Anfang 2019 abgerissen werden. Auch hier kann die Stadt erst richtig loslegen, wenn die Post ausgezogen ist.

Privat baut, die Stadt müht sich redlich. Moritz lässt vorsichtig durchklingen, dass es natürlich bürokratische Hemmnisse gibt. Es immer wieder zu Verzögerungen bei dem Mammutprojekt kommt. Zumal der Stadtumbau finanziell gefördert wird und Kiel bei allen Vorhaben ein gewichtiges Wort mitspricht. Aber auch die Politik ist langsam etwas genervt. „Wieso kann die Firma Semmelhaack Wohnungen im Sanierungsgebiet bauen, aber wir schaffen es nicht, einen Kindergarten zu bauen? Dabei gehören uns zahlreiche Grundstücke“, fragte der FDP-Abgeordnete Pascal Mangels im Schulausschuss. Schweigen. Mangels wartet auf Antwort.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen