Kreis will Autofahrer stärker kontrollieren

Neues Messgerät soll gemietet werden / CDU-Antrag einstimmig beschlossen

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22. November 2018, 15:26 Uhr

Der Druck auf Autofahrer, die das Gaspedal mal zu tief durchtreten, wird im Kreis Pinneberg bald größer. Der Verkehrsausschuss des Kreistags ist einem CDU-Antrag gefolgt: Für die Verkehrsüberwachung soll ein weiteres Messgerät angeschafft werden. Künftig wird im Kreisgebiet dann mit sieben fest installieren Blitzgeräten und zwei mobilen Geräten Jagd auf zu schnelle Autofahrer gemacht werden.

„Der Ausschuss beschließt, dass im Haushalt 2019 350 000 Euro für die zunächst temporäre Miete (als Testphase) und gegebenenfalls anschließenden Kaufs eines mobilen Geschwindigkeitsmessgerätes eingestellt werden“, so der CDU-Antrag. Geplant ist eine sogenannte Semistation. Der große Vorteil aus Sicht der Kreisverwaltung: Zur Bedienung ist kaum Personal nötig. Es handelt sich um eine Art Container, der von einem Angestellten zur Messstelle gebracht und scharf gestellt wird. „Die Messung findet ab diesem Zeitpunkt rund um die Uhr statt, ohne eine erforderliche Anwesenheit eines Messangestellten“, schreibt die Kreisverwaltung in einer Vorlage. Je nach Akkulaufzeit kann der Container fünf bis zehn Tage an einer Stelle verbleiben. Die jetzige mobile Messanlage kann aus Sicherheitsgründen nicht ohne Anwesenheit von Messangestellten betreut werden.


Überwachung rund um die Uhr möglich

Der Kreis Pinneberg erhöht damit die Geschwindigkeitsüberwachung deutlich. Denn die neue Anlage soll zusätzlich zu den sieben Starenkästen und der jetzigen mobilen Anlage im Einsatz sein. Während die bisherige mobile Anlage wegen des Personaleinsatzes nur gelegentlich nachts aufgebaut wird, kann die geplante Anlage rund um die Uhr blitzen. „Wir wollen die Sicherheit verbessern. Vor allem nachts wird gerast. Es gibt auch im Kreis Pinneberg Autoposer“, sagt CDU-Fraktionschefin Heike Beukelmann zum Antrag ihrer Fraktion.

Nach dem Verkehrssicherheitsbericht der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg war „nicht angepasste Geschwindigkeit“ im Jahr 2017 mit direktionsweit 338 Fällen lediglich Unfallursache Nummer fünf. Die Zahl der Unfälle aufgrund dieses Delikts ging gegenüber 2016 sogar um 26 Prozent zurück. Dennoch kassierte der Kreis aus der Geschwindigkeitsüberwachung rund 433 000 Euro.

Die endgültige Entscheidung über die Anlage trifft der Kreistag. Das dürfte ein Selbstgänger sein. Im Ausschuss haben alle Fraktionen zugestimmt. Seite 10

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