zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 06:02 Uhr

Elmshorn : Konfirmation im Schnelldurchgang

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Weil Jugendliche neben Schule und Hobbys immer weniger Freizeit haben, setzt die Kirche jetzt auf eine Turbo-Konfirmation - mit einem "Konfi-Camp" waren zwölf Jugendliche schon nach einem halben Jahr fertig.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Elmshorn | Während die klassische Konfirmationszeit normalerweise kurz nach Ostern ist, fand dieses Ereignis für zwölf Konfirmandinnen und Konfirmanden der Friedenskirchengemeinde jetzt im September statt.

Mit einem besonderen Angebot hatte die Friedenskirchengemeinde in Elmshorn Anfang des Jahres auf die oft angespannte zeitliche Situation von Jugendlichen reagiert: Sie bot einen Kompakt-Kursus zur Konfirmation an. Nur ein halbes Jahr – statt anderthalb Jahre – dauerte der Konfirmandenunterricht. Aber zusätzlich fanden innerhalb dieses Zeitraums ein einwöchiges und ein zweiwöchiges Intensiv-Seminar statt - in den Schulferien. Am vergangenen Sonntag wurde dann in der Lutherkirche die feierliche Konfirmation der zwölf Teilnehmer gefeiert.

„Wir haben festgestellt, dass die Jugendlichen durch die Schule, durch Vereine und andere Aktivitäten viel mehr verplant sind als früher“, berichtet Pastorin Britta Stender, die gemeinsam mit Pastor Burkhard Friedrich das Projekt geleitet hat. „Deshalb hatten wir die Idee, die Zeit des Konfirmandenunterrichts auf ein halbes Jahr zu beschränken, die Seminarzeiten dazuzunehmen, um damit dann insgesamt alles Nötige erarbeiten zu können.“ Die Pastorin unterstreicht: „Alles in allem kommen wir mit diesem Modell leicht auf die Zahl die vorgeschriebenen sechzig Stunden Konfirmandenunterricht.“ Neben dem Zeitaspekt gibt es einen zusätzlichen Vorteil: Inhalte können aufgrund der kompakten Anlage des Unterrichts besser und intensiver vermittelt werden. Höhepunkte des Projekts waren die Ferienseminare: eine Woche an der Elbe bei Dömitz und zwei Wochen im Harz.

Das klassische Modell der Konfirmation passt heute nicht mehr in die Zeit, sagen Kirchenvertreter. Schule am Nachmittag  sowie mehr Pflichten und Termine halten den Nachwuchs auf Trab. "Die Kirchengemeinden müssen neue Wege finden, wie der Unterricht trotzdem möglich ist“, sagt Sven Vierenklee, Beauftragter des Kirchenkreises für die Arbeit mit  Konfirmanden.

Auch die Nachbargemeinden haben zum Teil umgestellt: In der Emmausgemeinde in Elmshorn fand der Unterricht bisher einmal im Monat an einem Freitag als längere Einheit statt. Der Stoff war in einem Jahr  geschafft. In den übrigen Elmshorner Kirchengemeinden sowie in Barmstedt besuchen die Kinder klassisch wöchentlich den Unterricht. Die Kirchengemeinden Kollmar-Neuendorf und Herzhorn bieten ebenfalls ein  „Konfi-Camp“ an.

Es gibt weitere  Unterrichts-Angebote, die in Elmshorn derzeit  nicht aktuell sind. Das „KU3“- oder „KU4-Modell“ splittet den Unterricht in ein Jahr während der dritten oder vierten Klasse und ein Jahr mit 14 Jahren auf.  Der Vorteil: Im ersten Jahr während der Grundschule sind Eltern in die Konfirmandenarbeit eingebunden. „Außerdem sind Kinder in diesem Alter sehr interessiert an religiösen Themen“, sagt Sven Vierenklee.

Idealerweise  soll  während der mehrjährigen Pause dennoch ein Angebot für die Kinder in der Kirchengemeinde stattfinden. Im Kreis Steinburg gibt es Gemeinden, die dieses Modell anbieten. „Insgesamt versucht man, die Zeiten zu straffen und trotzdem genauso guten Unterricht zu erteilen“, sagt Vierenklee. 

Britta Stender und Burkhard Friedrich  von der Friedenskirchengemeinde können sich gut vorstellen, in Zukunft wieder einmal Konfirmandenunterricht nach diesem Modell anzubieten. Die Pastorin: „Vielleicht ja auch mit anderen Gemeinden aus Elmshorn zusammen?“


 

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen