Was versprechen die Parteien? : Kommunalwahl in Elmshorn: Die Grünen kommen mit Macht

Mobilität neu denken: Dafür stehen bei den Grünen Sven Hermann (von links), Silke Pahl, Matthias Pitzer und Sylvia von Meißner-Fröhlich.
Mobilität neu denken: Dafür stehen bei den Grünen Sven Hermann (von links), Silke Pahl, Matthias Pitzer und Sylvia von Meißner-Fröhlich.

Ziel der Grünen: Mehr als 20 Prozent der Stimmen erhalten. Außerdem will die Partei nicht nur mit Umweltthemen überzeugen.

shz.de von
28. April 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | Mobilität wollen die Grünen für Elmshorn neu denken. Natürlich setzt die Partei Schwerpunkte in den Bereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz. „Die Versiegelung wollen wir so gering wie möglich halten“, sagt die Fraktionsvorsitzende Silke Pahl. Klares Ziel für die Wahl: Die Grünen möchten die 20 Prozent knacken. Mit folgenden Themen wollen die Grünen bei den Wählern punkten:

Natur erhalten und ökologisch aufwerten

Die Grünen setzen sich für ein ökologisches Gesamtkonzept zum Erhalt und für die Pflege von Bäumen, Knicks, Gehölze und Grünflächen in Elmshorn ein. „Wir wollen auch Mini-Biotope im öffentlichen Raum ausbauen und erhalten“, sagt Fraktionschefin Silke Pahl. Die Grünen wollen mehr „Natur wagen“ und für dieses Prinzip auch Bürger und Wohnungsunternehmen bei der Gestaltung von Grünflächen begeistern.

Für die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sollen ökologische Standards – zum Beispiel Gründächer – festgelegt werden.

Patenschaft für die Grünflächen

Bürger sollen offiziell in Form von Patenschaften die Möglichkeit erhalten, Grünflächen an ihrem Wohnort zu pflegen.

Fracking verhindern
Fracking in Elmshorn und im Umland lehnen die Grünen ab. Das sei eine Hochrisikotechnologie.

Versiegelung begrenzen
Durch die Neuausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten werden immer mehr Flächen versiegelt. Dem stellen sich die Grünen entgegen. „Es geht um Flächenrecycling“, betont Matthias Pitzer. Die Neuversiegelung müsse begrenzt werden. Wo möglich, Flächen entsiegelt werden.

Mobilität neu denken
Bisher ist Elmshorns Innenstadt weitestgehend vom Konzept der autogerechten Stadt geprägt, in der großen Flächen vom Auto vereinnahmt werden. „Wir wollen Mobilität neu denken“, sagt Pahl, „und zwar über die Stadtgrenzen hinaus.“

Radverkehr stärken
Das Budget für den Ausbau des Fahrradnetzes soll nennenswert aufgestockt werden. Im gesamten Stadtgebiet müssen gute und sichere Fahrradstellplätze geschaffen werden. An sensiblen Standort wie Bahnhof, Schwimmbad und Schulen sollen chipgesicherte Stellplätze entstehen. „Wir wollen mehr Elmshorner für den Umstieg auf das Fahrrad gewinnen“, betont Sven Hermann. So werden Emissionen reduziert.

Ein Fahrradverleihsystem
Die Grünen möchten nach Hamburger Vorbild – StadtRAD Hamburg – ein Fahrradverleihsystem innerhalb des Stadtgebiets einführen. „Wir wollen Stationen in den einzelnen Quartieren schaffen und das System schrittweise aufbauen“, sagt Pahl. Die erste Stunde könnte kostenlos sein.

Car-Sharing
Die Grünen wollen die Elektromobilität in Elmshorn fördern. Car-Sharing-Anbieter sollen nach Elmshorn gelockt werden. In der Stadt sollen mehr Ladeoptionen für E-Autos geschaffen werden. Nutzer sollen durch geringere Parkgebühren belohnt werden.

Drittes Gleis

Der Bau des dritten Gleises soll als konzertierte Aktion gemeinsam mit anderen Kommunen und Initiativen gefordert werden.

ÖPNV verbessern
Die Anschlüsse im ÖPNV sollen weiter optimiert werden – vor allem für die Pendler, die zum Bahnhof müssen. „Der ÖPNV ist der Motor der Mobilität“, sagt Pahl.

ZOB realisieren
Unabhängig vom geplanten Umbau des Bahnhofs soll auf dem Holstenplatz ein zentraler und barrierefreier Busbahnhof entstehen.

Parkhaus bauen
Als Bestandteil des Parkraumkonzeptes soll ein neues Parkhaus am Bahnhof enstehen. „Der Verkehr soll raus aus der City“, sagt Hermann.

Kitas
Der Ausbau der Kita-Plätze soll konsequent fortgesetzt werden. „Weitere Kitas können zu Familienzentren ausgebaut werden“, betont Pahl. Das bestehende Kita-Portal soll erweitert werden.

Schulen
„Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, betont Pahl. Die Grünen möchten einen Bildungscampus etablieren, so dass Schulen gegenseitig Räume und Ausstattungen nutzen können. Den Bedarf für Schulneubauten sehen die Grünen zurzeit nicht. Die Digitalisierung an den Einrichtungen soll weiter unterstützt und dafür Geld bereit gestellt werden.
Für die Inklusion müssen Räume und Personal zur Verfügung stehen.

Stadtentwicklung
Elmshorn als wachsende Stadt: „Wir gucken nicht nur auf das Sanierungsgebiet, sondern auf die gesamte Stadt“, betont Pitzer. Die Grünen wollen eine Baukultur-Agenda, gestalterische Leitlinien für eine lebenswerte Stadt entwickeln.

Wohnraum schaffen
Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, setzen die Grünen auf Genossenschaftsmodelle. Neue Wohnmodelle sollen entstehen, Einkommensghettos vermieden werden. „Wir wollen eine Verdichtung auf den vorhandenen Flächen“, betont Pitzer.

Tunnel realisieren
Eine hohe Priorität hat für die Grünen der geplante Tunnel zwischen dem Steindammpark und Stadtumbaugebiet. „Das ist für Radfahrer und Fußgänger eine wichtige Verbindung in Ost-West-Richtung“, sagt Pitzer.

Markthalle und Knechtsche Hallen
Die Markthalle soll zum lebendigen Zentrum in der Stadt werden, die Knechtschen Hallen zu einem Kulturzentrum. „Wir unterstützen den Jugendtreff, der dort entstehen soll“, sagt Pitzer.

Breitbandausbau
Die Elmshorner Stadtwerke sollen den Breitbandausbau in der Stadt vorantreiben.

Finanzen
Steuererhöhungen halten die Grünen zurzeit für nicht notwendig. „Wir stehen für eine kluge und nachhaltige Finanzpolitik“, sagt Pahl. Die Straßenausbaubeiträge sollen abgeschafft werden.

Sicherheit
„No-Go-Areas darf es in Elmshorn nicht geben“, betont Pitzer. Von mehr Videoüberwachung im Steindammpark hält die Partei nichts. „Wir setzen auf soziale Kontrolle, beispielsweise durch den Einsatz von Streetworkern“, sagt Pitzer.

Freiflächen
Der geplante Park am Nordufer soll Angebote für alle Generationen enthalten.

Ehrenamt

Um das Ehrenamt zu stärken, soll eine Ehrenamtskarte eingeführt werden, die Vergünstigungen beispeilsweise für Theaterbesuche oder den ÖPNV enthält.

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