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Gerlingweg in Elmshorn : Kommt ein Wanderweg mit Brücke?

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Umweltausschuss wünscht sich eine neue Querung.

Elmshorn | Ortstermin am Gerlingweg: Die Mitglieder des Elmshorner Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt trafen sich mit zahlreichen anderen Politikern, Anwohnern, Verwaltungsmitarbeitern und Experten bei der abgerissenen Brücke im Verlauf des alten Bahndamms. Es ging um die seit Wochen diskutierte Frage, ob eine neue Brücke aus Sicht des Naturschutzes gebaut werden sollte oder nicht.

Nach eingehender Begutachtung der Lage, zahlreichen Stellungnahmen von Fachleuten und einer breiten Diskussion kamen die Ausschussmitglieder während ihrer anschließenden Sitzung in der Weißen Villa zu der einhelligen Empfehlung, dass der Bau einer neuen Querung wünschenswert sei und dies im Verlauf eines Wanderwegs auf dem Bahndamm geschehen sollte.

Bei der Empfehlung war allen Beteiligten klar, dass letztlich die Mitglieder im zuständigen Ausschuss für kommunale Dienstleister die Mittel zu beantragen und die Stadtverordneten im Kollegium die Investition zu bewilligen haben. Auf jeden Fall soll die Stadtverwaltung aber ausloten, ob und welche Zuschüsse für ein Wanderweg-Projekt nebst Brücke eingeworben werden könnten und wie teuer ein „mit extrem niedrigen Kosten zu schaffender, durchgehender Wanderweg“ (Ausschussvorsitzender Andreas Hahn, CDU) würde.

Hans Helmut Dürnberg, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Elmshorn und ehrenamtlicher Miterbauer der durch Spenden finanzierten, nach wenigen Jahren weggerotteten und jetzt abgerissenen Holzbrücke, sprach sich erneut vehement für einen Neubau aus. So sollten die Biotope nördlich und südlich des Gerlingsweges für die Tier- und Pflanzenwelt weiter verbunden werden.

Im Gegensatz zu Dürnberg fürchtet der Naturschutzbeauftragte des Kreises Pinneberg, Hans-Albrecht Hewicker, aufgrund der fehlenden Brücke kein Aussterben von Populationen. „Eine Brücke ist wünschenswert, ist aber nicht erforderlich. Die Lebensräume auf beiden Seiten sind groß genug“, sagte der Experte beim Ortstermin. Bei der Betrachtung der Kosten müsse man, so Hedwicker weiter, zu dem Schluss kommen, dass keine richtige Relation vorhanden sei. Das Geld könnte an anderer Stelle im Naturschutz besser investiert werden. Hewicker sagte aber auch: „Für die Menschen ist eine solche Brücke sehr wünschenswert, eine tolle grüne Wanderstrecke. Wenn, dann sollte man die Brücke für den Menschen errichten. Für Tiere ist sie dann auch nutzbar.“

Hewiker brachte so einen uralten Plan der Elmshorner Naturschützer vom BUND wieder ins Spiel und konnte damit viele der Anwesenden (Dürnberg: „Damit können wir auch sehr gut leben“) überzeugen. Mit einem günstig herzurichtenden Wanderweg nebst einfacher Querung könnten auch Fördergelder fließen. Unter anderem bezuschusst der Bund dieses Jahr erstmals außergewöhnliche Projekte der Grünnutzung in Städten.

Vom Kreis Pinneberg wären für eine Biotopbrücke keine Gelder zu erwarten. „Der Kreis hat die Möglichkeit, aus einem Sondertopf Biotope zu fördern, das ist hier aber auch nicht möglich“, sagte Jörg Kastrup, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Er stellte fest, dass es rechtlich keine Grundlage für einen Ersatz der abgrissenen Brücke gebe, fachlich aber viele Gründe für einen Brückenneubau sprächen. Ob der – mit oder ohne Wanderweg kommt – bleibt vorerst weiter fraglich.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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