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Infrastruktur : Kölln-Reisiek und die Straßenfrage

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Gemeinderat ist einstimmig für einen CDU-Antrag. Nun soll nach Zuschussquellen gesucht werden. Der ungefähre Trassenverlauf steht bereits fest.

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erstellt am 15.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Kölln-Reisiek | Kommt in das Thema Umgehungs- oder Entlastungsstraße für Kölln-Reisiek Bewegung? Einstimmig haben SPD und CDU im Kölln-Reisieker Gemeinderat einem Antrag der Union zur seit vielen Jahren diskutierten sogenannten Ortsentlastungsstraße zugestimmt. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, für das mit 2,9 Millionen Euro taxierte Vorhaben ein Finanzierungskonzept zu entwickeln.

Die CDU war mit inzwischen zwei Anträgen zu diesem Thema im Gemeinderat auch außerhalb von Kommunalwahlkampfzeiten vorgeprescht. „Wir meinen, dass sich die Verkehrssituation einem Super-GAU nähert“, sagte CDU-Gemeindevertreter Hans Andresen, als er den eingebrachten Antrag begründete.

Die Frage, wie die viel befahrene Köllner Chaussee vom Fahrzeugverkehr entlastet werden kann, beschäftigt die Kölln-Reisieker Politik schon viele Jahre. Eine Lösung dieses Problems verspricht man sich vom Bau einer Entlastung- oder Umgehungsstraße, die von der Einmündung Im Köllner Feld parallel zur Autobahn 23 verläuft und auf Elmshorner Gebiet an die Werner-von-Siemens-Straße hinter der Autobahnpolizei andockt. Ein ungefährer Trassenverlauf ist bereits im Flächennutzungsplan der Gemeinde berücksichtigt, wobei der mögliche Effekt durchaus zwischen den Parteien umstritten ist – genau wie die Frage, ob sich Kölln-Reisiek so eine Maßnahme finanziell leisten könne und dürfe.

Ein Anlass sind Bautätigkeiten im Gewerbegebiet Neuenkampsweg, wo eine Autowaschstraße entsteht. Erst wenn dort alle Bauplätze, die in privater Hand liegen, vergeben sind, könne man über ein weiteres Gewerbegebiet an der zu planenden Entlastungsstraße nachdenken, hatte sich die SPD-Mehrheitsfraktion im Gemeinderat mit Verweis auf Vorgaben der Landesplanung sowie der Stadt-Umland-Kooperation festgelegt. Der Verkauf von noch auszuweisenden Gewerbeflächen in der Verlängerung der Werner-von-Siemens-Straße ist eine mögliche Finanzierungsmöglichkeit der Straße. Straßenbau und Gewerbeausweisung hängen untrennbar zusammen, darin sind sich die Fraktionen einig. Laut Antrag soll die Amtsverwaltung auch nach Zuschussquellen bei Kreis, Land, Bund oder Europäischer Union suchen sowie eine Mitfinanzierung über einen Investor, der Wohnflächen südlich der Köllner Chaussee entwickeln könnte, prüfen. Erst wenn der Eigenanteil der Gemeinde feststehe, könne festgestellt werden, in welchem Zeitrahmen eine Realisierung des Projektes möglich sei, heißt es im CDU-Antrag. „Dieser dient zur Vorbereitung. Wir wollen ja nicht gleich bauen“, sagte Andresen. Und genau daher gab es auch von der SPD überhaupt keinen Widerspruch. Deren Fraktionsvorsitzender Peter Lindemann verkündete: „Wir unterstützen den CDU-Antrag, das zu prüfen.“ Der Beschluss fiel einstimmig.

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