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Elmshorner Nachrichten

19. Oktober 2017 | 02:13 Uhr

Knicks sind Eigentum der Landwirte

vom

An dieser Stelle haben die Leserinnen und Leser der Elmshorner Nachrichten das Wort / Die Debatte um Knicks geht weiter

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Betr.: Leserbrief von B. Biggemann - Aufschrei ist unangebracht Zunächst einmal darf man zu diesem Leserbrief wohl sagen: Er ist unangebracht! Leute die wenig oder gar nichts mit der Materie zu tun haben, sollten sich mit polemischen Äußerungen doch zurück halten. Fakt ist:

1. Knicks gibt es seit mehr als 200 Jahren.

2. Diese Knicks wurden von Bauern und sonst niemandem angelegt.

3. Diese Knicks sind Eigentum der Landwirte und befinden sich überwiegend auf dem Eigentum der Landwirte.

4. Die Knicks werden seit dem Bestehen von den Landwirten gepflegt und bei Bedarf auf den Stock gesetzt um

eine genügende Dichte des Knicks zu erhalten.

5. Das Holz aus den Knicks wurde und wird weiterhin als Nutzholz verwendet. (Teilweise als Pfähle, teilweise als Brennholz )

Die jetzige Verordnung geht völlig an der Praxis vorbei. Sie gilt ab dem 1. Juli 2013. Die Äcker sind aber bereits seit langem bestellt und die Ernte noch nicht vollzogen. Das würde bedeuten, dass die Landwirte die Ernte auf dem neuen Saumstreifen nicht einbringen dürften. Daraus ergibt sich ein wesentlicher wirtschaftlicher Verlust. Die Verordnung sieht vor, dass Knicks nur noch in einem 70 Grad Winkel vom Ende des Saumstreifens oder senkrecht ab 1m vom Knickfuss entfernt einen Pflegeschnitt erhalten dürfen. Sollen jetzt alle Landwirte mit einem Winkelmesser an die Knickpflege gehen?

Auf den Grünlandflächen darf vor dem 15. Juli, der Saumstreifen nicht gemäht werden, die Folge wird sein, dass sich Diesteln oder das giftige Jakobskreuzkraut auf genau diesem Saumstreifen

ausdehnen und versamen können. Was widerrum zur Folge hat, dass sich diese Unkräuter weiter verbreiten werden und die Landwirte auf den verbliebenen Flächen noch intensiver bekämpfen müssen.

Woher Herr Biggemann die Weisheit bezieht, dass sich die Knickbreiten auf 2,5 Meter reduziert haben, entzieht sich meiner Kenntnis ein Fakt ist es aber ganz sicher nicht.

Die Bemerkung von Herrn Biggemann über die Subventionen die die Landwirtschaft erhält ist nun schon so alt wie die älteste Zeitung. Wobei es sich genau genommen um Ausgleichszahlungen handelt, nur der Begriff Subventionen klingt natürlich sehr viel medienwirksamer.

Eine Frage zum Schluss: Welcher Eigenheimbesitzer würde es widerspruchslos über sich ergehen lassen, wenn ihm einfach rund um sein Grundstück ein 50 cm breiter Streifen faktisch enteignet wird?

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