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Elmshorn : „Klostersande“ bleibt im Heimathafen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eigner wollte das historische Schiff nach Hamburg bringen. Einigung in letzter Sekunde.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Aufregung unter den Freunden der „Klostersande“. Der Eigner wollte morgen den ehemaligen Hafer-Transporter der Köllnflockenwerke mit der Flut wieder zurück nach Hamburg steuern. Recherchen der Elmshorner Nachrichten führten Montag aber zu Krisengesprächen zwischen Förderverein, Stadtwerken, Stadtverwaltung und dem Schiffseigner. Ergebnis: Das letzte kommerziell betriebene Binnenschiff Elmshorns bleibt vorerst doch als einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis der lokalen Wirtschafts- und Schifffahrtsgeschichte in seinem früheren Heimathafen.

Eigentlich will der Förderverein MS Klostersande seit Mai 2013 den 1968 gebauten Frachter kaufen und für Elmshorn erhalten. Das Problem: Erst gut die Hälfte des Kaufpreises ist an Spenden zusammengekommen. Und: Weil sich nichts tut, mussten die Stadtwerke Elmshorn als Hafenbetreiber wieder 600 Euro Liegegebühren pro Monat für die „Klostersande“ erheben. Der Förderverein will die Spenden für den Kauf des Schiffes nicht zweckentfremdet für Liegegebühren ausgeben. Und der Noch-Eigner Andreas Bätjer, Inhaber der Firma PAN Pontonanlage Norderelbe, hat selbst einen kostenlosen Liegeplatz in Hamburg. Morgen, so war sein Plan, wollte er noch vor dem Winter und bei günstiger Tide sein Schiff dorthin zurückbringen.

Die Stadtwerke müssen von Schiffen Liegegebühren nehmen. Dies ist auch beim historischen Ewer „Gloria“ der Fall. Allerdings kann das städtische Unternehmen dem Eigentümer des Elmshorner Seglers, dem Förderverein „Gloria“, eine Spende in gleicher Höhe geben. Bei der „Klostersande“ geht das nicht: Der Förderverein ist noch nicht Besitzer; Eigner ist ein Gewerbetreibender.

Seit einiger Zeit sind die Stadt und der Förderverein „Klostersande“ im Gespräch. Am Donnerstag, 4. Dezember, steht die Zukunft des Schiffs auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung. Über die „Klostersande“ werden Planer und Politiker als Teil der Freiraumplanung im Bereich Hafen diskutieren.

Damit das Schiff nicht schon weg ist, bevor die Debatte über dessen Zukunft in Elmshorn beginnt, entwickelten Montag alle Beteiligten einen Rettungsplan: Die Bescheide für die Liegegebühren sollen erst im März 2015 zugestellt werden. Dann könnte der Förderverein schon lange im Besitz des 75 000 Euro teuren Schiffes sein, zumal der Hamburger Eigner („Das Schiff gehört nach Elmshorn“) dem Verein beim Preis weiter entgegenkommen will und nach dem Kauf eine zinslose Ratenzahlung über den restlichen Preis in mehreren Jahren angeboten hat.


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