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Elmshorner Nachrichten

18. August 2017 | 01:19 Uhr

Klinkenputzen für Genossenschaft

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

120 Heidgrabener von Projekt schon überzeugt / Bürgergenossenschaft will Ladeninventar des Markttreffs finanzieren

„Ein Projekt sucht Helfer und Unterstützung“ steht auf der ersten Seite eines Flyers, der aktuell in den Heidgrabener Briefkästen landet. Damit will die Bürgergenossenschaft Heidgraben Anteile an ihrer Genossenschaft verkaufen. Hinter diesem Konzept stehen in der Führungsspitze die beiden Heidgrabener Hans-Peter Ebeling und Dirk Freese, die den Vorstand der Bürgergenossenschaft bilden. Sie sorgen dafür, dass zurzeit rund 1000 Flyer bei den knapp 1000 Heidgrabener Haushalten landen. „Wir schätzen, dass wir bereits über 120 Genossen in unserer Genossenschaft haben. Das gezeichnete Kapital liegt bei mehr als 35 000 Euro, was etwa einem Viertel der benötigten Investitionssumme für die Ladeneinrichtung des Markttreffs entspricht. Und die Tendenz geht weiter aufwärts“, berichten Ebeling und Freese.

Zwar richtet sich die Werbeaktion vorrangig auf die Finanzierung des Ladeninventars des Markttreffs, doch Ebeling entwickelt für sein Projekt weitere Perspektiven: „Je mehr Leute sich an der Bürgergenossenschaft Heidgraben beteiligen, desto mehr Einfluss kann auf das Geschehen im Ort genommen werden“, so der 60-Jährige. „Hauptziel unserer Genossenschaft ist noch für die Kapitalisierung des Ladeninventars im Markttreff zu sorgen. Das Inventar werden wir an die Gemeinde vermieten, die das wiederum an den Pächter der Ladenfläche vermietet. Wenn der Markttreff läuft, können wir auch anschließende soziale Projekte von den Bürgern für die Bürger unterstützen.“

Ebeling und Freese sind überzeugt, dass der Markttreff ein Erfolg wird. „Im Hintergrund steht neben der Genossenschaft auch die Gemeinde Heidgraben. Sie hat sich verpflichtet, dass es zehn Jahre möglich sein wird, hier einzukaufen und sich mit anderen Mitbürgern zu treffen“, so der 56-jährige Freese. Er beschäftigt sich als Mitglied des Heidgrabener Gemeinderats für die CDU schon seit Jahrzehnten mit dem Thema Einkaufsmöglichkeiten in Heidgraben. „Vor 26 Jahren hat man schon von diesen Ideen gesprochen und zuletzt nur noch darüber gelächelt. Wenn Udo Tesch nach seinen gescheiterten Versuchen, direkt mit den Supermarkt-Konzernen zu verhandeln, nicht dran geblieben wäre, wäre der Neubau hier nie entstanden. Daran hat er große Verdienste“, berichtet Freese.

Im Vorstand der Genossenschaft arbeitet Freese eng mit dem Hamburger Finanzbeamten Ebeling zusammen, der ebenfalls eine politische Vergangenheit in Heidgraben hat. „Ich war bis vor acht Jahren bürgerliches Mitglied und habe mich dann aus der Politik zurückgezogen, um mich mehr meinen anderen Interessen zu widmen. Aber in Zukunft werde ich mich wieder mehr im Gemeinderat engagieren.“ Bürgermeister Tesch schlug ihn als Vorstand für die Genossenschaft vor. „Ich bin von dem Projekt begeistert und war ebenfalls bereits Genosse. Deshalb habe ich zugesagt“, so Ebeling.

Die Vorstandsarbeit besteht für die beiden aktuell neben dem Klinkenputzen in Heidgraben auch darin, Verhandlungen mit der Volks- und Raiffeisenbank Pinneberg zu führen. „Wir haben bereits den höchstmöglichen Kreditrahmen ausgehandelt. Das Anlagevolumen steht fest und je mehr Kapital die Genossenschaft einbringt, desto niedriger fallen die Kreditraten aus“, erläutert Ebeling. „Da die Genossenschaft keinen Verlust machen darf, werden die Genossen langfristig zumindest ihren Einsatz wieder rausbekommen. Oder die Genossenschaft unterstützt weitere Projekte von den Bürgern für die Bürger. Denn letztlich geht es uns um die Menschen in Heidgraben.“

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