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Elmshorner Nachrichten

17. Oktober 2017 | 08:39 Uhr

"Götz" : Kleines Budget - großes Kino

vom

Nach "Deichking" und "Bauernfrühstück" will Filmemacher Michael Söth nun einen weiteren Streifen drehen - wieder als "Low Budget".

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 08:56 Uhr

Elmshorn | Deutschland, Österreich, Schweiz - der Elmshorner Filmemacher Michael Söth hat mit seinen ersten beiden Streifen im deutschsprachigen EU-Raum sowohl im Kino als auch im TV bemerkenswerte Erfolge erzielt. Nach "Deichking" und "Bauernfrühstück" soll nun eine weitere Produktion folgen. "Götz" heißt der Titel des Spielfilms, der Krimi, Komödie und Lovestory miteinander kombiniert.

"Götz" ist wie die beiden ersten Filme als Low-Budget-Produktion geplant. Gemeint sind Filme, die mit geringen finanziellen Mitteln und ohne Unterstützung eines großen Studios realisiert werden und trotzdem zu Hits avancieren können. Söth möchte für seine Produktion Unterstützung hauptsächlich bei privaten Investoren suchen. Für das Marketing hat Söth deshalb jüngst einen Werbe-Teaser gedreht, der im Internet abrufbar ist. Als Investor mitmachen kann jeder - 50 Euro ist die kleinste Beteiligung. Um eine staatliche Filmförderung möchte sich der Elmshorner Produzent allerdings auch bemühen.

Low Budget heißt aber nicht, auf gute Schauspieler zu verzichten. Ganz im Gegenteil - bekannte Namen helfen, den Weg ins Kino oder Fernsehen zu finden. Das hat Söth zu etwas Ruhm verholfen, wenn auch nicht für Reichtum. Aber: Söth konnte etliche Promis dazu bewegen, ihren Lebenslauf mit einer aktuellen Produktion aufzufrischen. "Das funktioniert nur, weil es zum Glück Menschen gibt, die aufgrund der Sache mitmachen und nicht nur wegen des Geldes", sagt Söth. So waren bei "Bauernfrühstück" zum Beispiel Eva Habermann, Stefan Hossfeld, Luzie Buck, Fabian Harloff, Silva Gonzales, Tetje Mierendorf oder Ulknudel Dirk Bach (%_kreuz_%%__kreuz_%) dabei.

Wer für "Götz" vor der Kamera stehen wird, daran arbeitet Söth zurzeit. "Gespräche laufen", sagt er. Die Geschichte steht - am Drehbuch schreibt Söth noch. Aber: Der Werbefilm ist online.

Für diesen Teaser spielten Model Anna Werth, Schauspieler Ron Matz sowie Personal-Fitness-Trainer Philip Lange. Gedreht wurde ein Tag in Elmshorn. Söth setzt in dem Spot auf wenig Effekte dafür auf Kontraste, Sex und Muskeln - und wie immer bei Söth auf norddeutschen Charme und Humor.

Und darum geht’s im Film "Götz": Götz arbeitet als Heizdeckenverkäufer bei einem Veranstalter für Kaffeefahrten. Jedes Jahr wird in der Branche Deutschlands bester Betrüger/Verkäufer gesucht. Dabei gilt es innerhalb von sieben Tagen eine bestimmte Anzahl eines Billig-Artikels mit möglichst hohem Gewinn zu verkaufen. Seit Jahren muss sich Götz hinter seinem härtesten Konkurrenten Heinz mit dem zweiten Platz begnügen. Doch dieses Mal will er um jeden Preis gewinnen. Götz’ Aufgabe wird nicht leichter, als sein Chef ihm die hübsche Tamara zur Seite stellt, um sie von ihm als Verkäuferin ausbilden zu lassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickeln sich die Beiden zu einem erfolgreichen Verkaufspärchen und finden auch Privat zusammen. Aber Tamara führt hinterhältiges im Schilde. Aus der Erfolgsstory wird ein Kampf um Liebe, Ehre und Gewissen.

Bis die Geschichte zum Film wird, muss Michael Söth noch fleißig die Werbetrommel rühren. Trotz Low Budget verschlingt solch eine "Billig"-Produktion viel Geld. Denn es sei ein Irrglaube anzunehmen, dass professionell hergestellte Low-Budget-Filme nur wenige Hundert Euro kosten. Ihre Grundkosten bleiben wie bei großen Produktionen bestehen, denn auch bei Verzicht von Gagen erhalten sie und die Teammitglieder Auslagen bezahlt, Rechte und Ähnliches kosten ebenfalls.

"Verpflegung und Unterbringung beim Film Bauernfrühstück haben bereits 20 000 Euro verschlungen", erklärt Söth. "Das können sich viele nicht vorstellen. Aber es sind oft 30 bis 40 Leute am Set. Und die wollen alle je drei Mahlzeiten. Das geht ganz schön ins Geld und man kann da auch wenig einsparen."

Michael Söth geht aber ganz bewusst diesen Weg der Film-Finanzierung. "Ich will Spaß haben, ohne dass ich mich mit einer Produktionsfirma absprechen, mich für das Budget verbiegen muss", erklärt Söth. "Kleiner Filmproduzent" und "Großer Filmproduzent" nennt der Elmshorner Filmemacher seine Beteiligungen. "Es ist eine Art Crowdfunding. Man investiert in ,Götz und erhält dafür eine Gegenleistung", sagt Söth. Während Klein-Investoren für ihre Götz-Beteiligung DVDs, T-Shirts oder Karten für die Film-Premiere erhalten, bekommen Groß-Investoren eine Gewinn-Beteiligung in Aussicht gestellt.

Kleines Budget - großes Kino. Söth will Hollywood zwar nicht in Elmshorn kopieren, aber: "Ein guter Film hängt nicht vom Budget ab", erklärt er.

www.facebook.com/goetzfilm.de

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