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„Theater stärkt die Marke Elmshorn“ : Klaus Pannen spendet weitere 110.000 Euro für die Modernisierung des Stadttheaters

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Vor vier Jahren spendete Pannen über den Förderverein 500.000 Euro. Jetzt hat der leidenschaftliche Theaterfreund nachgelegt.

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erstellt am 26.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Ohne ihn wäre die Sanierung des Stadttheaters nicht möglich gewesen: Der Elmshorner Rechtsanwalt Professor Klaus Pannen hat die laufenden Renovierungsarbeiten mit großzügigen Spenden angeschoben. Vor vier Jahren spendete Pannen über den Förderverein 500  000 Euro. Jetzt hat der leidenschaftliche Theaterfreund nachgelegt. Anlässlich seines 65. Geburtstags im Februar spendete Pannen „seiner“ Bühne noch einmal 110.000 Euro – das Geld soll für neue Technik verwendet werden.

Klaus Pannen, der in seiner Heimatstadt vielfältig ehrenamtlich tätig ist, leitet eine der führenden deutschen Insolvenz-Kanzleien. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg hat bundesweit mehr als 50 Mitarbeiter an zwölf Standorten. Die Kanzlei ist seit Jahren überregional tätig und wurde einer großen Öffentlichkeit unter anderem durch die Übernahme des Insolvenzverfahrens für den Lübecker Flughafen bekannt. Klaus Pannen und sein Team fanden einen Käufer.

Gefragt ist der Elmshorner auch als Dozent. Seit 2008 ist Pannen Lehrbeauftragter für Insolvenzrecht an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Er verfasste zahlreiche Aufsätze und Kommentare. Mit EN-Redakteur Knuth Peñaranda sprach Klaus Pannen über sein Engagement für das Elmshorner Stadttheater und die Bedeutung des Hauses für die Kultur in der Region.

Herr Professor Pannen, zu Ihrem 65. Geburtstag haben Sie der Stadt Elmshorn ein großzügiges Geschenk gemacht: weitere 100-000 Euro für die Sanierung des Stadttheaters. Wie kam es dazu? Was hat Sie bewogen?
Professor Klaus Pannen: Zu meinem Geburtstag hatte ich Freunde eingeladen. Wir haben eine größere Feier veranstaltet und ich habe mir überlegt: Was wünschst Du dir mit 65 Jahren? Der Weinkeller ist voll, die Bücherschränke auch. Da habe ich beschlossen, dass ich mir von meinen Gästen eine Spende für unser Stadttheater wünsche – speziell für die letzte Bauphase der Sanierung und die Technik. Die Bühnentechnik muss dringend erneuert werden. Die jetzige Ausstattung, besonders in der Obermaschinerie, ist nicht mehr zukunftsfähig.
Allein über die Spenden meiner Gäste kamen 9450 Euro zusammen. Das war ein sehr guter Anfang. Da aber mehr Geld benötigt wird, habe ich selbst noch einmal 100.000 Euro draufgelegt. Damit können wir die Bühnentechnik des Theaters für viele Jahre fit machen.

Eine großzügige Spende, die im Elmshorner Kulturleben ihresgleichen sucht. Was verbindet Sie so sehr mit dem Elmshorner Stadttheater, dass Sie unbedingt helfen wollen, das Haus zukunftssicher zu machen?
Dem Stadttheater Elmshorn sind meine Frau und ich als überzeugte Elmshorner seit mehr als 40 Jahren verbunden. Wir haben seit Mitte der 70er Jahre ständig Abonnements. Als Zuschauer bin ich sehr theaterbegeistert.
Ich habe während meiner Schulzeit in der Bismarckschule sogar selbst auf der Bühne gestanden. Das war in „Romulus und Remus“. Da hatte ich einen Boten zu spielen – nicht gerade eine tragende Rolle. Aber ich habe immerhin ein bisschen Theaterleben geschnuppert. Das hat Spaß gemacht.
Ich habe sogar viel später – anlässlich einer Weihnachtsfeier unserer Kanzlei – in einer Aufführung den König im bekannten Märchen „Froschkönig“ gespielt. Damals dachte ich: Das könntest du doch als Hobby weiterbetreiben. Dazu ist es aber leider bisher nicht gekommen.

Das Stadttheater Elmshorn hat seit vielen Jahren eine große regionale Bedeutung als Kulturträger. Was bedeutet es für Sie, ein solches Haus, in dem viele Stars auftreten, in der Stadt zu haben?
Ich denke, dass das Stadttheater Elmshorn die – wie man heute sagt – Marke Elmshorn sehr stark aufwertet und den Bürgern der ganzen Region Vieles bietet, was wir ohne Theater nicht hätten. Das Haus, das ja letztlich von Boje Steffen ins Leben gerufen und entwickelt wurde, und von Peter Thomsen hervorragend weitergeführt wird, spielt in meinen Augen für die Kultur eine große Rolle und wertet die Stadt enorm auf. Wir haben allein mit dem Stadttheater schon ein eigenes Kulturleben.
Ich weiß, dass die Hamburger immer ein bisschen die Nase rümpfen und sagen: Ihr mit eurem kleinen Provinztheater. Aber es ist eben kein Provinztheater. Wir haben viele Tourneebühnen und Ensembles bei uns, die in Großstädten auftreten. Fast alle großen deutschen Darsteller standen in Elmshorn auf der Bühne. Wir können sehr stolz darauf sein. Ich bin es auf jeden Fall und unterstütze das Theater auch deswegen.

Theaterchef Peter Thomsen hat in den vergangenen Jahren die Programme immer wieder aktualisiert – immer mit Blick für Qualität und den Kulturauftrag des Hauses. Was muss das Theater aus Ihrer Sicht tun, um weiterhin so erfolgreich zu sein?
Die Programmgestaltung muss immer am Puls der Zeit sein und darf nicht verharren. Das Stadttheater darf sich nie den Strömungen der Zeit verweigern und sehen, was beim Publikum ankommt. Natürlich muss dabei Qualität eine große Rolle spielen, das erwarten die Besucher.

Der Förderverein des Stadttheaters hat unter Ihrer Leitung in der jüngsten Vergangenheit ganz erheblich dafür gesorgt, dass das Haus saniert werden kann. Gibt es darüber hinaus jetzt schon neue Projekte, die Sie angehen wollen?
Zunächst einmal sind wir sehr glücklich darüber, dass die Modernisierungen mit unserer Hilfe umgesetzt werden konnten. Die neue Fassade ist fast fertig. Das Haus ist bald für viele Jahre baulich sicher. Das alles wollen wir bald gemeinsam mit der Stadt Elmshorn, mit der wir sehr eng zusammenarbeiten, vorstellen.
Wir hoffen, dass bald auch die sanitären Anlagen im Theater in Angriff genommen werden können. Was dann zukünftig ansteht, eine neue Bestuhlung im Zuschauerraum. Die Sitze sind bereits etwas in die Jahre gekommen. Wir werden zu gegebener Zeit darüber nachdenken, wie wir als Förderverein helfen können.

Herr Professor Pannen, mit 65 Jahren sind Sie in einem Alter, in dem andere schon mal an den Ruhestand denken. Es scheint aber so zu sein, dass Sie sowohl als Theater-Förderer als auch im Job als Anwalt noch nicht daran denken kürzer zu treten?
Nein, daran denke ich in der Tat nicht. Weder kulturelle noch berufliche Aktivitäten werden eingeschränkt. Ich darf sagen, dass ich beruflich mit meiner Kanzlei zurzeit eine sehr gute Phase habe. Ich habe im vergangenen Jahr viel neue und große Mandate erhalten – auch überregionaler Art. Außerdem habe ich im März eine große Ehrung erfahren.
Anlässlich meines 65. Geburtstages ist mir eine Festschrift verliehen worden. Renommierte Rechtsgelehrte haben diese Schrift herausgegeben. Insgesamt 49 namhafte Juristen – unter anderem Bundesrichter und Professoren – haben mir jeweils einen Aufsatz gewidmet. Darauf bin ich sehr stolz.
Für unseren Förderverein des Stadttheaters wünsche ich mir, dass wir dem Theater weiterhin stets helfen können. Und: Über neue Mitglieder freuen wir uns natürlich immer.

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