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Elmshorner Nachrichten

20. August 2017 | 06:46 Uhr

Stadtumbau : Klares Votum für die neue Mitte

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorns Politiker sind sich einig: Der Stadtumbau verläuft weiterhin nach den Vorgaben des Rahmenplans. Indirekter Vorentscheid über Rathausstandort.

Elmshorn | Die Politiker der Stadt haben auch ohne Abstimmung ein deutliches Signal gesetzt. Mehr noch: Dadurch, dass sie mehrheitlich an einem alten Beschluss festhalten, haben sie ein klares Bekenntnis für die zukünftige Entwicklung der Elmshorner Innenstadt abgelegt: Das Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen und somit Elmshorns neue Mitte soll auch weiterhin wie im Rahmenplan vorgeschlagen gestaltet werden.

Vordergründig ging es in der jüngsten gemeinsamen Sitzung der Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung sowie des Ausschusses für Kommunale Dienstleister um die geplante Verlegung der Schauenburgerstraße. Wie berichtet, sieht der am 23. Juni 2011 von einer großen Mehrheit im Stadtverordneten-Kollegium beschlossene Rahmenplan (nur die Grünen stimmten dagegen) eine Verengung und gleichzeitig eine östliche Erweiterung des Buttermarktes vor. Die von der Stadt bereits gekauften Postgebäude werden dann abgerissen und die Schauenburgerstraße im Süden sowie der Probstendamm im Norden näher an den Buttermarkt und die unter Denkmalschutz stehende Markthalle „gerückt“.

Hintergründig ging es aber darum, ob die Umgestaltung der neuen Mitte wie vorgesehen auch konkret umgesetzt werden soll. Eine finanziell günstigere Variante, das Belassen der erst vor gut zehn Jahren sanierten Schauenburgerstraße, war monatelang in der Diskussion. Sie hätte aber die Idee des Rahmenplanes (der den Rahmen für die konkreten Planungen vorgibt) zerstört.

Im Auftrag der Politiker hatten zuvor Ingenieure und Planer der Stadt fast ein Jahr lang das Projekt genauer untersucht und eine ganz grobe Kostenschätzung ermittelt. Ingenieur Jens Lindner vom Flächenmanagement stellte die Ergebnisse während der Ausschusssitzung vor.

Abzüglich einer Förderung würde die Verlegung etwa 3,3 Millionen Euro kosten, eine reine Verengung der vorhandenen Trasse nur 1,65 Millionen Euro. Einberechnet ist hier aber eine mögliche Förderung von etwa einer Million Euro, obwohl diese als „unwahrscheinlich“ angesehen wird, weil die Variante nicht dem Rahmenplan entspricht.

Bei der Verlegung der Trasse würde allerdings mehr Baufläche gewonnen. Geschätzter Erlös: Eine Million Euro, statt 400.000 Euro bei der anderen Variante.

Die Verwaltung hat sich für den Rahmenplan und somit die Verlegung ausgesprochen, doch Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) wollte vor dem Hintergrund der finanziellen Auswirkungen Klarheit von Seiten der Politik. Die hat er eindeutig bekommen: Es gab keine Einwände oder Anträge, vom Rahmenplan abzuweichen. Im Gegenteil: Ulrich Lenk, Fraktionschef der SPD, sagte: „Es stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann die Straße verlegt wird.“ Der Anteil der Stadt an den Kosten werde auch durch den Flächenverkauf verringert.

Eine geradezu flammende Rede für die Umsetzung des Rahmenplanes hielt Andreas Hahn (CDU) als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung. Wie Lenk war auch er zusammen mit hochkarätigen Experten in der Jury, die sich einstimmig für den jetzt gültigen Rahmenplan ausgesprochen hatte. Hahn: „Es war der einzige Plan im Wettbewerb, der es geschafft hat, eine einheitliche Innenstadt bis zur Reichenstraße zu entwickeln.“ Die günstigere Variante sei, so Hahn, „völlig unrealistisch“. Der Christdemokrat warnte: „Wir kriegen sonst die Einheit zu einem Gesamtinnenstadtbereich nicht hin.“

„Der finanzielle Unterschied ist sehr gering; ich bin von anderen Beträgen ausgegangen“, sagte Bürgermeister Hatje. Der städtebauliche Vorteil wiege höher, und eine Änderung des Rahmenplanes würde das Innenministerium wohl auch nicht genehmigen. „Wir bauen eine ganz neue Stadtmitte für Generationen. Wenn wir jetzt an einer Stelle mittendrin aufhören, wird das ein Desaster“, sagte der Bürgermeister und zog nach den Äußerungen der Politiker ein klares Fazit: „Wir machen weiter.“

Die Fachleute können jetzt in die Detailplanung einsteigen, denn es gibt noch viele Unsicherheiten von alten Kriegslasten (Blindgängern) bis hin zu noch unbekannten Versorgungsleitungen. Frühestens 2017 kann das Projekt dann umgesetzt werden, weil noch bis 2016 die Kanalisation im südlichen Teil des Quartiers erneuert wird.

Erst nach der Schauenburgerstraße wird der Probstendamm verlegt. Damit ist eine Vorentscheidung über den Standort des neuen Rathauses gefallen: Noch länger als 2017 können die Politiker nicht mit dem Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes warten – die beiden möglichen Standorte an der Krückauseite des Buttermarktes fallen also defacto aus der Diskussion. Es bleiben nur noch der südliche Buttermarktrand und – als Vorschlag der Initiative „Stadtbildgestalt, Nachhaltigkeit und Baukultur Elmshorn“ (SNB) – die Ecke Vormstegen/Südufer am Hafen.

Mit dem Ja zum (Förder-)Programm „Stadtumbau-West“ legten  Elmshorns Stadtverordnete im August 2007 die wesentlichen Ziele des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) und somit die Grundlagen für die Stadtentwicklung und den Stadtumbau in Elmshorn fest. Ein Jahr später wurden die Sanierungsgebiete Krückau/Vormstegen sowie Bahnhof/Bahnhofsumfeld bestimmt, und noch im selben Jahr lobte die Stadt für das Areal zwischen Hafen und Reichenstraße einen städtebaulichen Wettbewerb aus, der im März 2009 entschieden wurde. Auf der Grundlage des Siegerentwurfs erstellten die Planer den Rahmenplanentwurf „Krückau/Vormstegen“. Nach vielen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligungen sowie einer Einwohnerversammlung und parallel erstellten Verkehrs- und Parkraum- sowie Einzelhandelskonzepten beschlossen letztlich die Stadtverordneten den noch heute gültigen Rahmenplan während ihrer Kollegiumssitzung am 23. Juni 2011.
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erstellt am 28.Mai.2014 | 10:00 Uhr

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