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Elmshorn : Klares Bekenntnis zu Schulnoten und G9

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stammtisch der Elmshorner FDP mit Sprecherin von Volksinitiative „Pro Noten“.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Landespolitik machen, das geht manchmal sehr unspektakulär zu. Anita Klahn, sozial- , familien- und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, sitzt im Nebenraum des FTSV Sportheims. Mit ihr am Tisch sechs Männer und eine Frau. Die Elmshorner FDP hat zum liberalen Stammtisch geladen: „Leider sind wir weniger als gedacht“, begrüßt der stellvertretende Bezirksvorsitzende Marcus Bartel den Gast aus Kiel.

Klahn ist gekommen, um für ihre Volksinitiative „Pro Noten“ zu werben. Die läuft seit Ende Januar, knapp 2000 Unterschriften hat sie gesammelt für ihr Vorhaben, in den Grundschulklassen 3 und 4 die Vergabe von Noten im Zeugnis vorzuschreiben. 211 sollen an diesem Abend dazukommen, die Elmshorner FDP-Mitglieder zuvor gesammelt haben. Wenn binnen einen Jahres 20.000 Unterschriften zusammenkommen, muss sich der Landtag mit dem Thema befassen. Lehnt er den Vorstoß ab, kann die Volksinitiative zum Volksbegehren werden.

Bis dahin ist es noch weit, Klahn ist noch mit dem Sammeln von Unterschriften beschäftigt. Sie empfiehlt Kitas und Grundschulen zur Abholzeit und Einkaufszentren als Punkte, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen; dort stelle sie die Initiative in den Mittelpunkt und nicht die Partei, aber im Einsatz trage sie dann ihre magentafarbene Weste, die sie als FDP-Mitglied ausweist.

Der Anlass für die Initiative: Laut Klahn hat die SPD-Bildungsministerin Wende in einer Verordnung festgelegt, dass in den dritten und vierten Grundschulklassen keine Noten vergeben werden sollen. Es sei denn, die Lehrer in einer Schulkonferenz beschließen, doch Zensuren in die Zeugnisse zu schreiben. Das sei schon in 90 Prozent der Grundschulen geschehen, erklärt die FDP-Abgeordnete. Also werden schon an fast allen Grundschulen in den letzten beiden Jahrgängen Noten erteilt. Damit hätte sich der Fall doch erledigt?

Klahn: Regierung auf Weg zu Einheitsschule

Für Anita Klahn gehört die Verordnung gegen die Noten in den dritten und vierten Klassen in einen größeren Zusammenhang. An Gemeinschaftsschulen gebe es bis zur siebten Klasse keine Noten, am Gymnasium dagegen werde ab der Fünften zensiert: Die Verordnung ziele also darauf ab, die Schüler auf die Gemeinschaftsschule vorzubereiten. Langfristig sei die Landesregierung auf dem Weg in die Einheitsschule, orakelt Klahn.

„Leistung lohnt sich“, diesen Slogan aus dem bürgerlichen Lager findet die Abgeordnete in einer Anekdote bei einer Grundschülerin wieder, die Noten gut findet, weil es für Zensuren „mehr Geld von Opa“ gibt. „Noten motivieren“, findet Klahn, gleichzeitig lernten die Kinder mit ihnen früh Frustrationstoleranz: „Das hilft fürs spätere Leben“. Schließlich spiele Leistung eine große Rolle in der Gesellschaft, da sollten die Kinder nicht „in Watte gepackt“ werden. Nur Noten will übrigens auch Klahn nicht, die Zeugnisse sollen außerdem eine „schriftliche Ergänzung zur Lern- und Leistungsentwicklung“ enthalten.

Die Diskussion streift an diesem Abend auch die Themen G8 – Klahn will, dass die Gymnasien wieder G9 anbieten dürfen – und Inklusion, für den Elmshorner FDP-Fraktionsvorsitzenden Jens Petersen ein „Irrweg“. Petersen forderte auch gleich ein Ende des Föderalismus in der Bildungspolitik und ein Bundes-Bildungsministerium. Da mochte seine Parteifreundin allerdings nicht mitgehen: Es gebe in Deutschland historische Gründe, die gegen einen Zentralismus in der Schulpolitik sprechen.

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