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Neuer Name für Krückaubrücke : Klappe auf mit Käpten Jürs

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Elmshorner Windjammer-Kapitän wird Namensgeber für die neue Krückaubrücke am Elmshorner Hafen.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 09:04 Uhr

Elmshorn | Die neue Elmshorner Klappbrücke bekommt einen Namen: Sie wird nach dem Elmshorner Kapitän Jürgen Jürs (1881-1945) benannt. Die Mitglieder im zuständigen Ausschuss für Kultur sprachen sich einstimmig für die Bezeichnung "Käpten-Jürs-Brücke" aus und wollen so an den großen Ausnahmesegler aus Elmshorn erinnern. Jürs gilt als der letzte Kapitän der Seefahrtsgeschichte, der ausschließlich Frachtsegler ohne Motorhilfe führte - und 66 Mal um Kap Horn segelte.

Der Elmshorner hatte auf vielen der legendären Flying-P-Liner der Hamburger Reederei F. Laeisz das Kommando. So auf der "Pamir" , der "Passat" oder auch der "Priwall". Mit dem Windjammer "Padua" segelte Jürs 1933 innerhalb von 24 Stunden so schnell, wie kein anderer jemals einen Viermaster. Erst 1984 legten spezielle Katamarane unter Segeln wieder eine längere Strecke in derselben Zeit zurück.

Die Brücke wird auch nach dem Kapitän benannt, weil er der Spross einer Segler- und Schifferfamilie von Klostersande ist, die seit Ende des 17. Jahrhunderts mit ihren Fracht-Ewern von Elmshorn aus unterwegs war. Denn die neue Brücke verbindet erstmals direkt Alt-Elmshorn mit dem heutigen Stadtteil Klostersande, hält aber als Klappkonstruktion die Verbindung des Elmshorner Hafens zu den von Jürs bereisten Weltmeeren weiterhin offen.

Jürs war auch Kapitän der "Peking". Das heutige Museumsschiff soll vielleicht von New York nach Hamburg geholt und dort ausgestellt werden. 1929 wurde auf der "Peking" die Kap-Horn-Umseglung unter Jürs Kommando gefilmt. Diese einmaligen Aufnahmen und vieles mehr werden von Juni an im Industriemuseum Elmshorn zu sehen sein.

Der neue Brückenname weist Jürs als "Käpten" und nicht als Kapitän aus, weil die Muttersprache des vielgereisten Seemanns das Plattdeutsche war und er auch an Bord nur Plattdeutsch oder Spanisch sprach. Die Namensnennung ist bürokratisch gesehen inoffiziel und der Straßenname "Hafenspange" bleibt erhalten. Es entstehen für die Stadt keine Kosten. Die vom Ausschuss gewünschte, historische Hinweistafel bei der Brücke wollen die Nachfahren des Kapitäns der Stadt schenken.

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