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Elmshorner Nachrichten

19. August 2017 | 07:56 Uhr

Elmshorn : Klage über volle Busse

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadt und Verkehrsgesellschaft reagieren auf Kapazitätsprobleme. Elmshorns erster Gelenkbus kommt auf Linie 6501 zum Einsatz.

Elmshorn | Die überfüllten Busse von Elmshorn – Saskia Kobarg zählt zu den Leidtragenden. In den vergangenen Wochen musste sie sechs Mal vor der Tür stehen bleiben. Mit Sohn Maurice (1 Jahr) und Kinderwagen war kein Platz zu finden. Sie machte sich dann zu Fuß auf in die Innenstadt oder wartete auf den nächsten Bus. „Das ist wirklich problematisch, wenn man Termine hat“, sagt die 23-Jährige.

Sie zählt zu den Nutzern der insbesondere am Morgen überlasteten Linie 6501. Doch auch in der Mittagszeit ist der Bus nach ihren Angaben ab und an überlastet. Wenn sie an der Haltestelle Morthorststraße zusteigen möchte, hat sie immer häufiger keine Chance mehr, einen Platz im Bus zu ergattern. „Das mag auch daran liegen, dass die anderen Passagiere den Platz im Bus nicht optimal ausnutzen. Häufig drängen sie sich um den Bereich an der hinteren Tür, wo ich mit meinem Kinderwagen hin müsste. Die Busfahrer greifen da leider nicht ein“, berichtet Saskia Kobarg.

Die 23-Jährige nutzt regelmäßig den Stadtbus. Sie rechnet damit, dass sich das Problem in den anstehenden Wintermonaten noch verschärfen wird. „In der kalten und nassen Jahreszeit sind die Busse besonders voll“, so die junge Mutter. Nicht nur Passagiere mit Kinderwagen wären beeinträchtigt, auch Senioren mit Gehwagen hätten Probleme, Platz zu finden, berichtet Kobarg. Einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Zeit kann sie gar nicht nennen, wo es besonders voll ist. „Das kommt immer mal wieder vor“, sagt die Elmshornerin.

Claudius Mozer, Geschäftsführer der Südholstein Verkehrsgesellschaft, ist über die Angaben verwundert. „Unsere letzte Auswertung liegt schon ein wenig zurück, aber da hat es lediglich morgens zu einer bestimmten Zeit Probleme gegeben“, sagte Mozer auf Anfrage unserer Zeitung. Und genau dieses Problem hat die Verkehrsgesellschaft im Zusammenspiel mit der Stadt Elmshorn jetzt gelöst. Elmshorns erster Gelenkbus soll auf der Linie 6501 die Fahrt 7.03 Uhr ab Kibek entlasten. „Dort waren die Busse im Berufsverkehr häufig überlastet. Mit dem neuen, größeren Bus haben wir nun hoffentlich ausreichend Kapazität“, so der Geschäftsführer.

Seine erste Tour in Elmshorn wird der Gelenkwagen, der drei statt zwei Türen hat, am Tag der Fahrplanumstellung am 14. Dezember haben. Die Stadt lässt sich den größeren Bus 12.000 Euro kosten. Dafür ist er von Mitte Dezember bis zum Ende des Winters im Einsatz. Der neue Bus wird nur für die eine Tour in Betrieb genommen. „Für andere Fahrten lohnt es sich nicht, die Betriebskosten sind deutlich höher“, erläutert Mozer.

Insgesamt hat der Betreiber „Die Linie“ 14 Busse in Elmshorn im Einsatz. Durch den Gelenkbus wird laut Mozer nun das gesamte Netz am Morgen entlastet. Bisher war morgens auf der 6501 ein so genannter Verstärker im Einsatz – ein zweiter Bus, der die Menschen einsammelt, die im ersten Fahrzeug keinen Platz gefunden haben. „Diesen Verstärker können wir nun frei im Netz einsetzen, wenn es irgendwo hakt“, so der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft. „Wir schaffen uns damit Handlungsspielraum, pumpen quasi ein wenig Luft ins System“, sagt Mozer. Das sei nach den starken Anstiegen der Passagierzahlen im Stadtverkehr auch dringend erforderlich gewesen. Bei der Ausschreibung 2005 lag die Passagierzahl in Elmshorn laut Mozer noch unter einer Million, 2012 lag sie über zwei Millionen. „Im vergangenen Jahr gab es zwar einen kleinen Rückgang, aber die Zahlen zeigen, dass wir handeln mussten“, betont Mozer. Bei der nächsten Ausschreibung sollen sogar vier Gelenkbusse gefordert werden. Die Ausschreibung steht 2015 an, die Stadt hat aber die Möglichkeit den Vertrag mit der „Linie“ auch ohne Ausschreibung bis 2017 zu verlängern.

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erstellt am 01.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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